Studie Oxfam prangert exzessiven CO2-Verbrauch von Superreichen an

Megajachten, Privatjets oder Weltraumtourismus - eine neue Oxfam-Studie nimmt Superreiche ins Visier. Sie lebten wie ökologische Vandalen mit einem "Freifahrtschein für die Zerstörung unseres Klimas", heißt es.

Yachten im Hafen von St. Tropez.
Die reichsten zehn Prozent der Weltbevölkerung überschreiten die angestrebten Pro-Kopf-Emissionen um das Neunfache, das reichste Prozent sogar um das 30-fache. Bildrechte: imago/Eibner

Die reichsten Menschen der Welt gehören einer Studie zufolge zu den Treibern der Erderwärmung. Wie die Organisation Oxfam erklärte, wird das wohlhabendste Prozent der Weltbevölkerung 2030 voraussichtlich für 16 Prozent des CO2-Ausstoßes verantwortlich sein. Ihre Treibhausgas-Emissionen wären damit 30-mal so hoch wie für die Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels verträglich wäre. Die reichsten zehn Prozent überschreiten den Wert voraussichtlich um das Neunfache.

Eine kleine Elite gönnt sich einen Freifahrtschein für die Zerstörung unseres Klimas.

Nafkote Dabi Klimaexpertin bei Oxfam

Oxfam-Klimaexpertin Nafkote Dabi kritisierte, eine kleine Elite gönne sich einen "Freifahrtschein für die Zerstörung unseres Klimas". Das habe katastrophale Folgen für Millionen Menschen, die bereits jetzt mit tödlichen Stürmen, Hunger und Not konfrontiert seien. Mit einem einzigen Weltraumflug verursache ein Milliardär mehr Emissionen, als jemand aus der ärmsten Milliarde Menschen in einem ganzen Leben zusammenbringe.

Beschränkungen für Mega-Yachten und Privatjets gefordert

Die geographische Verteilung bei den Treibhausgasemissionen setzt sich der Studie zufolge aber immer weniger aus den traditionellen Industrieländern zusammen. Fast ein Viertel des reichsten ein Prozent werden demnach Chinesen sein und ein Zehntel Inder.

Autoren der Studie fordern die Regierungen auf, etwa den CO2-Verbrauch für Mega-Yachten, Privatjets oder die private Raumfahrt zu beschränken. Auch sollten klimaintensive Investitionen und Aktienbesitz in der fossilen Brennstoffindustrie begrenzt werden.

Das Pariser Klimaabkommen sieht vor, die Erderwärmung im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter auf deutlich unter zwei Grad Celsius, möglichst aber auf 1,5 Grad zu begrenzen. Im Oxfam-Bericht wurden die Auswirkungen der bisher zugesagten Klimaschutzbeiträge von Regierungen auf die Emissionen unterschiedlicher Einkommensgruppen untersucht. Die Entwicklungsfachleute berufen sich dabei auf Untersuchungen des Instituts für Europäische Umweltpolitik und des Stockholmer Umweltinstituts. Als superreich gilt demnach, wer jährlich mindestens 172.000 US-Dollar verdient. Zu den reichsten zehn Prozent gehören Menschen mit mehr als 55.000 US-Dollar jährlichem Einkommen.

Quelle: MDR, dpa, epd

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 05. November 2021 | 07:00 Uhr

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