Nachschub für Elektromobilität Tschechien plant offenbar Batteriezellenwerk an sächsischer Grenze

Die tschechische Regierung will in Kadaň an der sächsischen Grenze Batterien für Elektroautos produzieren lassen. Der tschechische Industrie- und Handelsminister Karel Havlíček hat laut Frankfurter Allgemeiner Zeitung mit dem Energiekonzern CEZ eine Absichtserklärung unterschrieben. Der Standort könnte auch für VW von großer Bedeutung werden.

Ein Mitarbeiter bei Continental fügt in der Produktion der Leistungselektronik für Elektrofahrzeuge ein Wechselrichter und ein 12-Volt-Netzteil für das Fahrzeugbordnetz zusammen.
In Zukunft setzen viele Autobauer auf Elektro-Autos. Dafür braucht es neue Technik. Bildrechte: dpa

Im tschechischen Kadaň an der sächsischen Grenze sollen Batterien für Elektroautos produziert werden. Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" schreibt, haben die Regierung in Prag und der Energiekonzern CEZ dazu eine Absichtserklärung unterschrieben. Insgesamt zwei Milliarden Euro sollen in das neue Werk investiert werden. Als Standort ist das Gelände eines ehemaligen Braunkohlekraftwerkes vorgesehen. Dem Bericht zufolge entstehen dann rund 70 Kilometer südlich von Chemnitz insgesamt 2.300 neue Arbeitsplätze.

Der Standort soll wegen des hohen Lithiumvorkommens in der Region gewählt worden sein. Dieser Rohstoff ist in der Herstellung von Batteriezellen von großer Bedeutung.

Batteriezellen auch für VW möglich

Dem Bericht zufolge führt der tschechische Handelsminister Havlíček derzeit Gespräche mit dem Volkswagen-Konzern über eine Beteiligung an der geplanten Batteriezellen-Fabrik. Der Konzern stellt mit seiner Tochter Skoda einen der größten Arbeitgeber im Land. Bis 2030 will der Autohersteller die Hälfte seiner neuen Fahrzeuge mit Elektromotoren auf den Markt bringen.

Volkswagen soll bereits Interesse an einem Batteriewerk in Zentraleuropa angemeldet haben. Wo dieses genau entstehen soll, ist aber derzeit noch nicht bekannt.

Die bisherigen Batteriezellen-Standorte von VW werden derzeit in Salzgitter und im schwedischen Skellefteå gebaut. Auch in Spanien soll demnach eine Fabrik entstehen. Die Batterien werden unter anderem für den Bau der E-Autos in Zwickau verwendet.

Start der Serienproduktion des VW-E-Autos ID.3 in Zwickau 2 min
Bildrechte: MDR/Anett Linke

Produktionsstart frühestens 2026

Der Standort an der sächsischen Grenze soll zwischen 2026 und 2028 einsatzbereit sein. Betreiber soll das halbstaatliche Unternehmen ČEZ werden. Die Finanzierung ist dem Bericht zufolge aber noch nicht abschließend geklärt. Der Vorstandsvorsitzende des Energiekonzerns, Daniel Benes, habe der tschechischen Nachrichtenagentur CTK gesagt, der Staat stelle ein breites Förderinstrument zur Verfügung. Wie diese Förderungen ausfallen, hänge aber von Genehmigungen von der EU-Kommission ab.

Die Batterien sollen in Tschechien aber nicht nur produziert werden. Auch die Rohstoffe sollen in der Region gewonnen und der weitere Umgang mit gebrauchten Batterien verantwortet werden.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 28. Juli 2021 | 10:00 Uhr

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