Cybersecurity US-Pipeline fährt nach Hackerangriff wieder hoch

Hacker haben vor fast einer Woche eine der wichtigsten Kraftstoff-Pipelines der US-Ostküste lahmgelegt. Die Folgen waren dramatisch, erreichten auch den Weltmarkt und halten weiter an. Nun gibt es aber erste Anzeichen für Entspannung: Der Betreiber nimmt die Anlage Schritt für Schritt wieder in Betrieb.

Ein Schild mit der Aufschrift 'Out of Fuel' ist an das Fenster einer Exxon-Tankstelle geklebt.
Ein Schild mit der Aufschrift "Out of Fuel" ist an das Fenster einer Exxon-Tankstelle - die US-Ostküste kämpft nach einem Hackerangriff auf eine Pipeline mit Lieferschwierigkeiten. Bildrechte: dpa

Die größte Benzin-Pipeline in den USA geht nach einem Hacker-Angriff wieder langsam in Betrieb. Allerdings wird es der Betreibergesellschaft Colonial zufolge noch Tage dauern, bis die Benzinverteilung in den USA über das 9.000 Kilometer lange Röhrensystem wieder das übliche Niveau erreicht hat. Branchenexperten gehen davon aus, dass die Kraftstoff-Lager in den USA in zwei Wochen wieder aufgefüllt sind.

Lange Schlangen an den Zapfsäulen

Tatsächlich werden aus dem Südosten der USA weiterhin Engpässe an Tankstellen gemeldet. In US-Medien wurden teils chaotische Szenen und lange Schlangen an den Zapfsäulen gezeigt. Die US-Verbraucherschutzbehörde CPSC warnte angesichts des Chaos davor, Benzin in Plastiktüten abzufüllen. Zuvor waren entsprechende Bilder in sozialen Netzwerken zu sehen. Verkehrsminister Pete Buttigieg rief die Bevölkerung grundsätzlich zur Ruhe auf. Die Regierung verstehe zwar die Sorgen der Menschen. "Aber Hamstern macht es nicht besser."

Der Engpass hatte in den vergangenen Tagen sowohl zu leeren Tanks als auch zu den höchsten Spritpreisen in den USA seit 2014 geführt. Nach Angaben eines US-amerikanischen Marktanalysten waren am Mittwochabend Ortszeit im Bundesstaat North Carolina 70 Prozent der Tankstellen ohne Benzin und in Virginia 53 Prozent. Auch in anderen Bundesstaaten im Südosten habe es Engpässe gegeben. Der Weltmarkt reagiert mit einem Anstieg der Preise für Rohöl und Benzin.

Größte Pipeline der USA betroffen

Durch die Colonial-Leitungen fließt normalerweise fast die Hälfte der Kraftstoff-Versorgung der US-Ostküste an Benzin, Diesel und Kerosin. Das Unternehmen hatte nach dem Angriff am vergangenen Freitag mit einem Erpressungstrojaner bestimmte Systeme vom Netz genommen. Weitere Hintergründe zu dem Angriff sind weitgehend unbekannt.

Die US-Regierung hatte nach dem Angriff den Notstand ausgerufen. Am Mittwoch unterzeichnete US-Präsident Joe Biden dann eine Verfügung, die IT-Dienstleister künftig verpflichtet, Informationen über ein Eindringen in ihre Netzwerke mit den Behörden zu teilen. Außerdem sollen die Standards für Cyber-Schutzmaßnahmen in der Bundesregierung modernisiert werden.

Quellen: dpa, Reuters, AFP

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 13. Mai 2021 | 13:00 Uhr

Mehr aus Wirtschaft

Ein Bauer versprüht mit einem Traktor Pesitzide auf einem Acker 1 min
Ein Bauer versprüht mit einem Traktor Pesitzide auf einem Acker Bildrechte: mdr

Beim Deutschen Bauerntag beraten Landwirte und Funktionäre, wie sie ihre Branche besser aufstellen und wie die Forderungen an die Politik durchgesetzt werden können.

23.06.2021 | 12:43 Uhr

Mi 23.06.2021 11:56Uhr 00:56 min

https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/wirtschaft/video-529658.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Mehr aus Deutschland