UN-Bericht 2021 Wasser wird weltweit immer knapper

Laut dem neuen UN-Bericht wird Wasser weltweit knapper. Milliarden Menschen haben demnach keinen Zugang zu sicherem Trinkwasser. Es müsse mehr in diese so wichtige Ressource investiert werden, die zu oft privatisiert, kommerzialisiert, verschmutzt und verschwendet werde.

Ein Feuerwehrmann steht im Wasser
16. Januar 2021: Einsatz gegen einen Öl-Teppich auf der Weißen Elster bei Gera in Thüringen Bildrechte: MDR/Björn Walther

Wasser wird nach einem Bericht der Vereinten Nationen zu oft privatisiert, verschmutzt und verschwendet. Der Zugang zu Wasser müsse einen höheren Stellenwert bekommen, erklärte die deutsche Unesco-Kommission am Montag in Bonn bei der Herausgabe und mit Verweis auf den Weltwasserbericht.

Dem Bericht zufolge fehlt es weltweit an Investitionen in diese Ressource. Es bestehe zwar ein Konsens, dass Wasser lebenswichtig und ein Menschenrecht sei. Die Umsetzung dessen auch in politischen Entscheidungen reiche aber nicht aus: Weltweit haben demnach 2,2 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sicherem Trinkwasser, 4,2 Milliarden Menschen keine sicheren Sanitäranlagen.

Stetige Zunahme des weltweiten Verbrauchs

Der Bericht verzeichnete zuletzt einen jährlichen Anstieg des globalen Wasserverbrauchs um etwa ein Prozent. Ursachen seien Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum und veränderte Konsumgewohnheiten. Im weltweiten Mittel verbrauche die Landwirtschaft 69 Prozent der Wassers aus Flüssen, Seen und Grundwasser. Bei unverändertem Trend werde Wasser immer knapper. Nicht nur die Landwirtschaft brauche darum eine viel effizientere Wassernutzung.  

Papst Franziskus sprach sich anlässlich des Weltwassertags gegen eine Kommerzialisierung des Wassers aus. Für Christen sei es keine Ware, sondern Quelle des Lebens und der Gesundheit, sagte er beim Mittagsgebet am Sonntag im Vatikan. Zu viele Menschen hätten keinen Zugang zu ausreichend Wasser.

"Sonntagsreden" reichen nicht aus

In Deutschland warnte Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) davor, "die Katastrophe der Wasserknappheit" aus dem Blick zu verlieren. Er forderte mehr internationales Engagement. Laut der UN-Agenda für nachhaltige Entwicklung soll bis 2030 für alle Menschen ein Zugang zu sauberem Trinkwasser und sicheren Sanitäranlagen gewährleistet sein. Auch Deutschland hat sich verpflichtet.

Auch Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) warnte vor einer globalen Wasserkrise. Sie kündigte am Sonntag in Berlin für den 1. Juli eine internationale Ministerkonferenz in Bonn an, um die für 2030 vereinbarten Entwicklungsziele in Bezug auf Wassers als Lebensgrundlage noch zu erreichen. Es sei schnell zu handeln, sagte die SPD-Politikerin: "Beim Wasser gerät die Weltgemeinschaft zunehmend in eine Situation der Extreme." Der Wasserbedarf steige weltweit, während der Klimawandel in vielen Regionen zu längeren Dürren führe.

"In Sonntagsreden sind wir uns über den Wert des Wassers einig", sagte Ulla Burchardt vom Vorstand der Deutschen Unesco-Kommission am Montag. Im Alltag werde er jedoch vergessen. Die Bedeutung von Wasser könne nicht mit der für Industrie, Landwirtschaft und Haushalte gleichgesetzt werden. Es müsse sein Wert auch für Ökosysteme und als menschliche Lebensgrundlage berücksichtigt werden.

Der Weltwasserbericht der Vereinten Nationen wird von der Unesco und dem World Water Assessment Programme erstellt. Er erscheint jeweils am 22. März, dem sogenannten Weltwassertag.

Quellen: epd, KNA, UNO

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 22. März 2021 | 11:00 Uhr

2 Kommentare

Jan vor 7 Wochen

Eine schlimme aber leider zu erwartende Nachricht. Der Klimawandel sorgt selbst in Deutschland zu längeren Zeiten ohne Regen.
Ich kann nur hoffen, dass alle sich selbst hinterfragen, wie verschwende ich Wasser, Was macht meine Bank im Bereich Landgrapping und im Bereich Wasser als Investment. Finanzdienstleister, die mit Wasser Geld verdienen, müssen öffentlich genannt werden. Wir haben es selbst in der Hand unser Klima wieder zu stabilisieren. Nur muss der Mensch endlich seine Faulheit und Gier überwinden und sehr viel bescheidener werden

hansfriederleistner vor 7 Wochen

Ich habe in verschiedenen Foren schon seit Jahren hingewiesen, daß der Wassermangel ein viel größeres Problem wird als der Hunger bzw. die Ernährung der Erdbevölkerung. Da werden sich die Freitagsdemonstranten noch wundern.

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