Nach jahrelanger Diskussion EU vereinfacht Einwanderung von Fachkräften

Die EU versucht mit ihrer "blauen Karte" in Anlehnung an die "Green Card" der USA seit über einem Jahrzehnt, hochqualifizierte Fachkräfte anzulocken. Nun sollen die Regelungen für die Arbeitskräfte vereinfacht werden.

Integration von Flüchtlingen in der Klasse AVI, Ausbildungsvorbereitung International
Hoch qualifizierte Personen mit internationalem Schutzstatus sollen sich künftig ebenfalls auf eine Blaue Karte bewerben können. Bildrechte: imago/Olaf Döring

Die EU hat sich auf neue Regeln für die Zuwanderung von Fachkräften geeinigt. Nach jahrelanger Blockade verständigten sich die Unterhändler der EU-Staaten und das Europaparlament am Montag auf eine Reform der 2009 eingeführten Arbeitsgenehmigung Blue Card.

Was die neue Einigung vorsieht

Wie die EU-Kommission mitteilte, werden unter anderem Gehaltshöhen und die Mindestvertragsdauer für die Anstellung von Fachkräften gesenkt und die Familienmitnahme erleichtert. Auch sollen für die Blue-Card-Besitzer die Einreise- und Aufenthaltsbedingungen innerhalb der EU harmonisiert werden.

Vorgesehen ist außerdem, dass Abschlüsse in der Informations- und Kommunikationstechnik einfacher anerkannt werden. Arbeitnehmer sollen ihren Job oder ihren Arbeitgeber innerhalb der ersten zwölf Monate einfacher wechseln können. Hoch qualifizierte Personen mit internationalem Schutzstatus sollen sich ebenfalls auf eine Blaue Karte bewerben können.

Blaue Karte EU /Blue Card EU Die EU versucht mit ihrer "blauen Karte" in Anlehnung an die "Green Card" der USA seit mehr als einem Jahrzehnt, hochqualifizierte Fachkräfte wie Ingenieure, Informatiker oder Ärzte anzulocken. Der Erfolg blieb wegen hoher Hürden aber hinter den Erwartungen zurück. Viele Kandidaten gingen weiter lieber in die USA oder nach Kanada.

Formelle Zustimmung vonnöten

Die EU-Kommission hatte die Reform bereits 2016 vorgeschlagen. Seitdem konnten sich die Länder und das EU-Parlament nicht auf eine Umsetzung einigen. Die EU-Staaten und das Europaparlament müssen den neuen Regelungen nun noch formell zustimmen. Anschließend haben die EU-Staaten zwei Jahre Zeit, die Regeln in nationales Recht umzuwandeln.

Die meisten Blue Cards erteilt Deutschland

Nach Angaben der Statistikbehörde Eurostat wurden 2019 europaweit 36.806 Blue Cards vergeben. Acht von zehn der Aufenthalts- und Arbeitserlaubnisse wurden dabei durch Deutschland erteilt. In vielen anderen Mitgliedstaaten wird die Blue Card bisher nicht oder so gut wie gar nicht genutzt. Mit der Reform muss der Mindestverdienst der Kandidaten künftig noch ein- bis 1,6-mal über dem durchschnittlichen Bruttogehalt liegen. Bisher war es mindestens das 1,5-Fache.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 17. Mai 2021 | 22:00 Uhr

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