Mitteldeutschland kompakt | 19.04.2022

Nach ihrer Flucht wollen Studierende aus der Ukraine ihr Studium in Sachsen fortsetzen. An der Universität Leipzig haben sich seit Februar mehr als 900 studieninteressierte Ukrainer beraten lassen und an der TU Dresden gab es bisher rund 700 Anfragen. Zum Sommersemester sind demnach in Dresden fünf Studierende immatrikuliert worden und in Leipzig zehn. An der TU Chemnitz laufen 26 Bewerbungen von Ukrainern, die ihr Studium weiterführen wollen. Dabei gehe es vor allem um Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Um an einer der sächsischen Hochschulen zum Studium zugelassen zu werden, braucht es je nach Studiengang ein bestimmtes Sprachniveau in Deutsch oder Englisch. Deshalb werden Intensivsprachkurse angeboten.

Beim Besuch von Schlössern und Burgen der Region können die Gäste ab sofort auch Hilfe für die Ukraine leisten. Wie das Schlösserland Sachsen mitteilte, wurde in Kooperation mit den Maltesern eine Benefizaktion gestartet. Seit Dienstag stehen in Einrichtungen des Schlösserlands Sammelboxen. Dort können Besucher freiwillig Geld spenden. Die Einnahmen sind zur Unterstützung geflüchteter Menschen gedacht sowie für Hilfsmaßnahmen in der Ukraine. Sammelboxen stehen unter anderen auf Burg Mildenstein, Schloss Rochlitz und Burg Kriebstein.

Bei einem viertägigen Spendenlauf um den Cospudener See in Markkleeberg ist über das Osterwochenende Geld für Geflüchte aus der Ukraine gesammelt worden. Wie Organisator Ronny Winkler sagte, kamen 7.500 Euro zusammen. Die knapp 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten den See individuell umrunden, egal ob joggend oder spazierend. Mindestens zwei haben laut Winkler über das Wochenende sechsmal den Cospudener See umrundet. Das sei schon eine beachtliche Leistung. Die gesammelten Spenden kommen der Ukraine-Hilfe der „Leipziger Gruppe“ zugute.

Neben dem normalen Spielbetrieb engagieren sich Sportvereine in Sachsen-Anhalt für Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine. Sie spenden etwa Sportschuhe, Laufhosen oder Bälle, wie aus einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur hervorgeht. Einige laden die Ukrainerinnen und Ukrainer auch zu Heimspielen ein. So will der SV Union Halle-Neustadt bei einem Heimspiel mit kostenfreiem Eintritt auch Sachspenden übergeben. Der Verein erfüllt seit dieser Woche die Wünsche von Flüchtlingen, die an einem Wunschbaum eines Sponsors angebracht sind. Der SC Magdeburg habe am letzten Donnerstag etwa 300 Kleidungsstücke an die Stadt Magdeburg für die Flüchtlinge übergeben, teilte ein Sprecher des Vereins mit. Auch sie planten gemeinsam mit dem Paritätischen Wohlfahrtsverband eine Einladung von Flüchtlingen zu einem der nächsten Heimspiele des SCM. Fußballschuhe und Trainingsutensilien hat der Nachwuchs des Halleschen FC für Neuankömmlinge gespendet. Neben gesammelten Sachspenden im größeren Stil haben sie auch eine große Wohnung für zwei Familien zur Verfügung gestellt. Es ginge darum, zu helfen, Hilfsangebote zu schaffen und möglichst abzulenken, so ein Sprecher des Halleschen FC. Eis und Kufen gibt es für die Geflüchteten beim Mitteldeutschen Eishockeyclub MEC Halle 04. Der Verein bietet ihnen einen kostenlosen Eintritt zum Eislaufen in ihrer Halle und auch zu ihren Heimspielen an. In der Vergangenheit hatte die Eishockey-Mannschaft Saale Bulls zahlreiche Spieler aus verschiedenen Ländern unter Vertrag, sie stehen einer längerfristigen Integration von Eishockeyspielern aus der Ukraine offen gegenüber.

Von Bleicherode und Mörbach im Landkreis Nordhausen startet am Dienstag ein weiterer Hilfstransport in die Ukraine. Wie Organisator Sören Güttig MDR THÜRINGEN sagte, werden neben Hilfsgütern 75.000 Brötchen für ein Altenheim in Czernowitz mitgenommen. Bis zum Wochenende sollen außerdem mehr als 200.000 Brötchen für Soldaten in die Ukraine gebracht werden. Hinter der Brötchenaktion steht ein Backwarenhersteller aus Bleicherode. Er hilft dem Verein "Freunde der Ukraine".

Das Ensemble des Opernhauses Odessa musiziert am Dienstag und Mittwoch in Jena. Im Volkshaus werden Ausschnitte aus Opern, Operetten und Ballett präsentiert. Die Einnahmen gehen laut Jena Kultur direkt an die rund 40 Mitglieder des Opernensembles und Balletts. Damit soll ihre Tour weiter finanziert werden. Zur Zeit des Kriegsausbruchs in der Ukraine befand sich das Ensemble auf einer Konzerttournee durch Polen. Im April sind zwei weitere Konzerte im Volkshaus Jena geplant.

In der Diskussion um die Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine hat der designierte FDP-Generalsekretär Djir-Sarai eine zügige Entscheidung gefordert. Im Deutschlandfunk sagte er, die Zeit dränge. Er gehe davon aus, dass der Krieg in den kommenden Tagen noch grausamer werde. Dementsprechend brauche die Ukraine konkrete Hilfe. Die Lieferung schwerer Waffen sei ein notwendiger Weg. SPD-Chefin Esken sieht dagegen derzeit keine Möglichkeit, der Ukraine derartige Waffen aus deutschen Beständen zu liefern. Im Morgenmagazin von ARD und ZDF sagte sie, die Bundeswehr habe kein geeignetes Kriegsmaterial mehr.

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt hat davor gewarnt, Geflüchtete aus der Ukraine als billige Arbeitskräfte auszunutzen. Nach Angaben der Gewerkschaft suchen Firmen derzeit in vielen Branchen dringend Personal. Die Geflüchteten seien oft gut qualifiziert und manche Chefs wollten sie zügig einstellen. Häufig geschehe dies aber zu schlechten Bedingungen. IG-Bau-Chef Feiger verwies auf Saisonkräfte in der Landwirtschaft, die bis zu 70 Tage lang keinen Sozial- und Krankenversicherungsschutz hätten. Die Menschen müssten besser integriert werden. Wichtig seien etwa die Anerkennung der Bildungsabschlüsse und ein vereinfachter Zugang zu Sprachkursen.

Mehr als 1.100 Mediziner aus Deutschland haben sich nach Angaben der Bundesärztekammer bei einem Online-Portal registriert, um in der Ukraine oder ihren Nachbarstaaten zu helfen. Ärztepräsident Reinhardt sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, die beeindruckende Resonanz zeige, wie groß die Solidarität in der Ärzteschaft mit den Menschen in der Ukraine sei. Die Ärztekammer sei gegenwärtig mit dem Auswärtigen Amt, dem Gesundheitsministerium und den Botschaften im Gespräch, wie die Ärztinnen und Ärzte so sinnvoll wie möglich eingesetzt werden könnten.

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