Mitteldeutschland kompakt | 18.05.2022

Das Luftfahrtunternehmen Antonov aus der Ukraine will seinen Standort offenbar komplett an den Flughafen Leipzig/Halle verlegen. Das berichten mehrere Fachmedien und berufen sich auf Pläne, die Antonov auf einer Branchenkonferenz in Wien verkündete. Demnach will man eine vollwertige Basis in Leipzig errichten. Dazu sollen Ersatzteile und Ausrüstung aus der Ukraine nach Leipzig gebracht werden. Ein Sprecher des Flughafens wollte die Pläne gegenüber der LVZ nicht kommentieren. Der Airport Leipzig/Halle gilt seit Jahren als wichtiger Stützpunkt für das Unternehmen. Hier gibt es bereits eine Wartungsbasis.

Auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz üben seit fast drei Wochen 1000 amerikanische und deutsche Soldaten für den Ernstfall. Das Training ist Teil der Großübung "Defender Europe 2022", die jedes Jahr unter Leitung des Oberbefehlshabers der amerikanischen Streitkräfte in Europa stattfindet. Wie ein Sprecher der Bundeswehr sagte, hat die Übung keinen unmittelbaren Bezug zum Ukraine-Krieg. Noch bis zum Ende des Monats werden die Soldatinnen und Soldaten in vier gemischten deutsch-amerikanischen Kompanien auf dem Truppenübungsplatz trainieren.

Die Thüringer Landesregierung wird von den erwarteten Steuermehreinnahmen vorerst nichts für zusätzliche Ausgaben im Jahr 2023 verplanen. Das hat das Kabinett bei seiner Klausur in Schloss Ettersburg entschieden. Es sei noch unklar, ob aus der Steuerschätzung tatsächliche Mehreinnahmen für die Landeskasse werden, sagte Ministerpräsident Bodo Ramelow. Ramelow verwies auf Konjunkturrisiken wie den Ukraine-Krieg. Seiner Ansicht nach gibt es deshalb keinen Grund, leichtfertig Geld auszugeben, das noch gar nicht da ist. Laut Mai-Steuerschätzung soll Thüringen in diesem Jahr fast 500 Millionen zusätzlich an Steuern einnehmen. Darüber hinaus stellte das Kabinett die Weichen für ein neues Landesamt für Migration. Das Innen- und das Migrationsministerium sollen bis zum Herbst einen Bericht vorlegen, wie eine solche Behörde geschaffen werden kann. Das neue Landesamt soll sich zentral darum kümmern, dass Zuwanderer integriert und ausländische Berufsabschlüsse anerkannt werden.

Die Schülerinnen und Schüler des Förderzentrums Sondershausen haben Sachspenden und Geld für ukrainische Flüchtlinge gesammelt. Auf eigene Initiative trugen sie nach Angaben des Kyffhäuser-Landratsamts unter anderem Erste-Hilfe-Waren wie Verbandskästen und Waren für den täglichen Bedarf darunter Windeln und Babynahrung zusammen. Die Spenden wurden am Dienstag an Landrätin Antje Hochwind-Schneider übergeben. Sie sollen beim nächsten Transport in den polnischen Partnerkreis nach Kleinpolen gebracht und dort an die Flüchtlinge verteilt werden.

Auch im Burgenlandkreis gibt es nun Ankunftsklassen für ukrainische Schülerinnen und Schüler. Nach Informationen von MDR sind die vier Klassen am Montag in Grund- und Sekundarschulen in Weißenfels und Zeitz gestartet. Dort lernen die Schüler vorerst in ihrer Muttersprache, wofür das Landesschulamt vier ukrainische Lehrkräfte eingestellt hat.  Wie Landrat Götz Ulrich (CDU) dem MDR sagte, sollen in Naumburg und Laucha weitere Ankunftsklassen eingerichtet werden. Ukrainische Lehrkräfte, die auch Deutschkenntnisse haben oder sogar eine Ausbildung, sollten möglichst auch Deutsch als zu erlernende Sprache unterrichten. Im Burgenlandkreis sind unter den Geflüchteten aus der Ukraine rund 420 Kinder im schulpflichtigen Alter.

Aufgrund niedriger Grundwasser- und Oberflächenwasserstände ist im Altmarkkreis Salzwedel das Abpumpen von Wasser zu Bewässerungszwecken künftig verboten. Der Eigentümer- und Anliegergebrauch werde ab sofort entsprechend eingeschränkt, teilte der Landkreis am Dienstag mit. Zudem werden jegliche Wasserentnahmen aus Brunnen zur Bewässerung öffentlicher und privater Grünflächen sowie von Sportanlagen wie Rasen-, Tennis- oder Golfplätzen in der Zeit zwischen 12.00 und 18.00 Uhr untersagt. Dies gilt auch für solche aus privaten Gartenbrunnen. Die entsprechende Allgemeinverfügung gilt zunächst bis zum 30. September oder bis auf Widerruf.

Wie das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend informiert, ist seit dem 1. Mai 2022 die Beratung beim Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" auch auf Ukrainisch möglich: Телефон довіри "Насильство щодо жінок". Aufgrund der aktuellen Entwicklungen hat das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" sein Sprachangebot erweitert. Gewaltbetroffene Frauen finden ab sofort auch in ukrainischer Sprache Unterstützung. Auf Wunsch einer Anruferin schalten die Beraterinnen innerhalb einer Minute eine Dolmetscherin in der benötigten Sprache zum Gespräch hinzu. Die kostenfreie, anonyme und vertrauliche Beratung unter der 08000 116 016 ist damit jetzt in 18 Fremdsprachen möglich.

Bundesarbeitsminister Heil ermutigt ukrainische Kriegsflüchtlinge zum Sprung auf den deutschen Arbeitsmarkt. Der SPD-Politiker sagte, die Bundesregierung und die Bundesländer bemühten sich weiter um eine einfachere Anerkennung ukrainischer Abschlüsse in Deutschland. Da müsse man besser werden, damit die Ukrainerinnen und Ukrainer auch gute Berufe fänden. Heil hatte in Berlin ein Job-Beratungsstelle der Deutschen Bahn und der Bundesagentur für Arbeit für ukrainische Flüchtlinge besucht. Bahn-Personalvorstand Seiler sagte, es seien schon hunderte Beratungsgespräche geführt worden. Man wolle das klare Signal setzen, dass Menschen, die aus verheerenden Umständen geflüchtet seien, hier Anteilnahme und Schutz erführen.

Zwei von drei deutschen Unternehmen machen laut einer Befragung positive Erfahrungen mit der Einstellung von Geflüchteten. Laut der Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung Econ und der gemeinnützigen Organisation "Tent Partnership for Refugees" gelingt die Integration Geflüchteter meistens. Neun von zehn Betrieben planten auch, weitere Geflüchtete einzustellen. Als Grund nannten sie wirtschaftliche und soziale Vorteile. Für die Studie wurden die Erfahrungen von 100 mittleren und großen deutschen Unternehmen analysiert, die seit der großen Flüchtlingsbewegung im Jahr 2015 Geflüchtete eingestellt haben.

Die Zahl der ukrainischen Kinder und Jugendlichen an Schulen in Deutschland ist weiter gestiegen. Der Kultusministerkonferenz zufolge waren es in der vergangenen Woche knapp 114.000. In der Vorwoche seien es noch rund 106.000 ukrainische Kinder und Jugendliche gewesen. Die meisten haben Bayern, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg aufgenommen.

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