Mitteldeutschland kompakt | 20.06.2022

Anlässlich des Weltflüchtlingstages heute soll in Chemnitz am Nachmittag ein Zeichen gegen Krieg und für eine gerechtere Behandlung Geflüchteter gesetzt werden. Dazu ist eine Kundgebung am Rathaus und eine Demo über den Innenstadtring geplant. Wie es von den Organisatoren hieß, gibt es in Chemnitz wie auch andernorts eine großartige Aufnahmebereitschaft für Geflüchtete aus der Ukraine. Sie dürfen sofort in Deutschland bleiben und arbeiten und müssen nicht in Massenunterkünften wohnen. Geflüchtete aus anderen Regionen würden dies erst nach einem aufwändigen Verfahren erreichen.

Mehrere Bürger hatten sich am Abend bei der Feuerwehr wegen eines starken Brandgeruchs im Dresdner Stadtgebiet gemeldet. Es handelte sich nach Einschätzung der Leitstelle um den Geruch des großen Waldbrandes im brandenburgischen Treuenbrietzen. "Es ist davon auszugehen, dass, begünstigt durch die vorherrschende Wetterlage, Rauchniederschlag von diesem Ereignis der Grund für die Geruchsbelästigung ist", teilte die Feuerwehr Dresden am Sonntagabend auf Twitter mit. "Es besteht keine Gefahr für die Bevölkerung der Landeshauptstadt Dresden!"

In Sachsen will eine neue Initiative die Zuwanderung von Fachkräften voranbringen. Sie wird getragen vom Sächsischen Handwerkstag und dem sächsischen Ausländerbeauftragten Geert Mackenrodt. Ziel sei es, auch kleinen Betrieben ein stabiles Reservoir an Arbeitskräften bereitzustellen. Allein mit dem eigenen Nachwuchs lasse sich das Problem des Fachkräftemangels nicht lösen, heißt es in der Erklärung. Deshalb soll die Anwerbung von Personal für das Handwerk und den Mittelstand zielgerichteter angegangen werden. Dazu gehört zum Beispiel eine mehrsprachige Stellenbörse im Internet und eine bessere Beratung.  

Am Dienstag, zur Sommersonnenwende am 21. Juni 2022, wird nach zweijähriger Corona-Pause in zahlreichen Städten das Fest "Fête de la Musique" gefeiert. Bei der Veranstaltung treten Amateur- und Berufsmusiker honorarfrei auf - auf öffentlich zugänglichen Plätzen, in Cafés und Kneipen, Parks oder auch Museen.

Erstmals beteiligt sich Bautzen an der weltweit bekannten "Fête de la Musique". Oberbürgermeister Alexander Ahrens gibt um 15.00 Uhr den Startschuss auf der Bühne am Hauptmarkt. Es musizieren unter anderem das "Bläserensemble Friday Brass", "The Hazing Strangers" mit Rock und Blues Standards und das Jugendblasorchester Bautzen. In Dresden zieht die „Sächsische Staatskapelle Dresden“ für einen Abend mit mehreren Ensembles von der Semperoper in die Kneipen der Dresdner Neustadt.

Der Tag der Offenen Tür beim Modelleisenbahnhersteller PIKO in Sonneberg ist auf große Resonanz gestoßen. Nach Angaben der Veranstalter sind am Samstag bis zu 12.000 Besucher auf das Firmengelände gekommen. Die Veranstaltung konnte coronabedingt erst mit einem Jahr Verspätung stattfinden. Aus dem Verkauf eines Ukraine-Benefizwaggons ist dem Bürgermeister Heiko Voigt ein Scheck über 35.000 Euro übergeben worden. Wie Voigt sagte, soll das Geld für Willkommenspakete für die Kriegsflüchtlinge verwendet werden.

Die Außenminister der Europäischen Union beraten am Montag in Luxemburg über weitere Unterstützung für die Ukraine im russischen Angriffskrieg. Erwartet werden Stellungnahmen zu dem Vorschlag der EU-Kommission, der Ukraine den Status eines Beitrittskandidaten zu verleihen. Die Entscheidung dürfte dann auf dem EU-Gipfel fallen. Dazu kommen die Staats- und Regierungschefs am Donnerstag und Freitag in Brüssel zusammen. Bei den Außenministern könnte auch die Militärhilfe für die Ukraine zur Sprache kommen. Bisher hat die EU aus einem Fonds zwei Milliarden Euro für gemeinsame Waffenkäufe freigegeben. Weitere Ratsthemen sind die Beziehungen zu Ägypten und die Lage am Horn von Afrika.

Kurz vor dem EU-Gipfel in Brüssel hat sich EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen überzeugt geäußert, dass die Ukraine den Kandidatenstatus bekommen wird. "Ich gehe fest davon aus, dass wir einen positiven Bescheid kriegen, Unterstützung kriegen, die Weichen sind jetzt gestellt", sagte von der Leyen am Sonntagabend in der ARD-Talksendung "Anne Will". "Natürlich ist das eine historische Entscheidung, die auch der Europäische Rat jetzt treffen muss, aber die Vorbereitungen sind gut", sagte sie und fügte hinzu: "Ich bin zuversichtlich." Die EU-Kommission hatte sich am Freitag dafür ausgesprochen, die Ukraine und Moldau offiziell zu Kandidaten für einen Beitritt zur Europäischen Union zu ernennen.

Mit seiner Invasion in die Ukraine hat Wladimir Putin oft das Gegenteil von dem erreicht, was er sich dem Vernehmen nach erhofft hatte. Statt die Besatzer mit Blumen zu begrüßen, leisten die Ukrainer erbitterten Widerstand, statt wieder Teil der angeblichen "russischen Welt" zu werden, erstarken sie als eigenständige Nation. Das schlägt sich auch in der Sprachfrage nieder: Viele russischsprachige Ukrainer wechseln zum Ukrainischen über. Doch nicht alle russischsprachigen Ukrainer können oder wollen die Sprache wechseln. Vor diesem Hintergrund kommt es in der Westukraine, wohin viele Menschen aus dem Südosten flüchteten, vereinzelt zu Konflikten – etwa dann, wenn die Flüchtlinge mit der Kassiererin im Supermarkt Russisch sprechen. "Es ist ein marginales Problem, doch es existiert", erklärt der Politologe Taras Rad aus dem westukrainischen Lwiw.

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