British-Air-Konzern geht leer aus Airline Niki wird an Gründer Lauda verkauft

Überraschende Wende im Insolvenzverfahren der Air-Berlin-Tochter Niki: Die Fluglinie wird nicht an den British-Airways-Konzern IAG verkauft, sondern an den Firmengründer Niki Lauda. Über sein Angebot ist bisher nichts bekannt. Der Neustart ist für Ende März geplant. Alle 1.000 Niki-Mitarbeiter sollen übernommen werden.

Die insolvente Air-Berlin-Tochter Niki wird an den Firmengründer Niki Lauda verkauft. Das hat der österreichische Gläubigerausschuss einstimmig beschlossen, wie der deutsche Insolvenzverwalter Lucas Flöther und die österreichische Verwalterin UIla Reisch am frühen Dienstagmorgen mitteilten.

Höhe des Angebots unbekannt

Wie es in der gemeinsamen Erklärung heißt, hat sich die Laudamotion GmbH im Bieterverfahren durchgesetzt. Details zum Angebot von Lauda wurden nicht mitgeteilt. Der frühere Rennfahrer hatte nach eigenen Angaben zusammen mit dem Reiseveranstalter Thomas Cook für die Air-Berlin-Tochter geboten.

Mit der Entscheidung der Gläubiger ist der angestrebte Verkauf an den British-Airways-Konzern IAG hinfällig. Das britisch-spanische Unternehmer war im deutschen Bieterverfahren als Sieger hervorgegangen. Die IAG hatte für Niki 20 Millionen Euro und weitere 16,5 Millionen Euro als Massekredit geboten. Der Plan war, Niki dem spanischen Billigflieger Vueling anzuschließen.

Auf Antrag des unterlegenen Bieters Fairplane wurde in Österreich ein zweites Insolvenzverfahren eröffnet. Damit hatten Bieter erneut die Chance, ein Angebot vorzulegen.

Neustart Ende März

Der dreifache Formel-1-Weltmeister Lauda hatte die Airline 2003 gegründet. 2011 stieg der heute 68-Jährige wieder aus. Nun kündigte er an, den Flugbetrieb Ende März mit 15 Flugzeugen wieder aufzunehmen, die er sich von Lufthansa holen will. Einen möglichst großen Teil der Sitze wolle er an Reiseveranstalter verkaufen. Insbesondere mit dem Partner Thomas Cook seien die Gespräche bereits weit gediehen.

Der Betrieb soll Lauda zufolge unter Laudamotion geführt werden. Die GmbH besitzt das Luftverkehrsbetreiberzeugnis und damit die erforderliche Lizenz. Ob Niki auch später unter diesem Namen fliegen soll, blieb zunächst unklar. Langfristig solle das Geschäft ausgebaut werden.

Mitarbeiter werden übernommen

Über die Höhe seines Angebots wurde Lauda zufolge Stillschweigen vereinbart. Er kündigte aber an, alle 1.000 Niki-Mitarbeiter zu übernehmen. Die Airline brauche für die 15 Flieger das ganze Personal. Zuvor hatte schon Betriebsratschef Stefan Tankovits erklärt, die Beschäftigten müssten sich keine Sorgen machen, alle erhielten ein Angebot.

Cockpit: Lauda kein Traumarbeitgeber

Im Vorfeld hatte Tankovits jedoch die Befürchtung geäußert, dass alle 220 Piloten kündigen könnten. Lauda genieße als Arbeitgeber nicht den besten Ruf. Als er Chef der Airline gewesen sei, seien die Piloten bei einer Personalleasing-Firma angestellt gewesen.

Die Pilotengewerkschaft Cockpit äußerte sich ebenfalls skeptisch. Ein Sprecher sagte, Lauda sei in der Vergangenheit alles andere als ein Traumarbeitgeber gewesen. Es gebe erhebliches Misstrauen, ob Lauda wie versprochen tatsächlich Tarifverträge abschließen werde. Es sei zu befürchten, dass die ohnehin schon bescheidenen Tarifbedingungen noch weiter verschlechtert würden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 23. Januar 2018 | 06:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. Februar 2019, 12:38 Uhr

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3 Kommentare

23.01.2018 15:56 Fragender Rentner 3

Da soll es ein "paar AN" geben die sich jetzt freuen wieden bei ihm zu sein? :-)

Wie lange bis er sie wieder verscherbelt? :-(

23.01.2018 15:35 Udo K 2

Ärgert man sich, dass Deutschland abserviert wurde?
Was soll der Abschnitt "kein Traumarbeitgeber"?
Österreich hat sich geholt, was dem Land zusteht, auch wenn es gewissen Leuten in D nicht gefällt.

23.01.2018 10:28 Fragender Rentner 1

Erst raus aus den Kartoffeln und nun wieder rein? :-)