Der Eiffelturm in Paris
Paris ist ein Magnet für Touristen. Das hat allerdings auch Auswirkungen auf die Mieten in der Metropole. Bildrechte: Colourbox.de

Kampf gegen Mietwucher Paris geht gerichtlich gegen Airbnb vor

Paris ist eins der beliebtesten Städtetourismus-Ziele der Welt - Millionen Touristen übernachten dabei in Zimmern, die über Airbnb vermittelt wurden. Doch dem möchte die Stadt nun einen Riegel vorschieben und droht mit einer Rekordstrafe.

Der Eiffelturm in Paris
Paris ist ein Magnet für Touristen. Das hat allerdings auch Auswirkungen auf die Mieten in der Metropole. Bildrechte: Colourbox.de

Die Stadt Paris zieht gegen den Unterkunftsvermittler Airbnb vor Gericht, um gegen illegale Zimmervermietungen und Mietwucher vorzugehen. Dabei droht die Stadt mit einer "Rekordstrafe" in Höhe von 12,5 Millionen Euro gegen die US-Amerikaner.

Pariser Bürgermeisterin - Anne Hidalgo
Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo. Bildrechte: IMAGO

Illegale Touristenunterkünfte, die die Mietpreise erhöhen und die Bewohner belästigen: Es reicht! Ich habe beschlossen, die Websites zur Verantwortung zu ziehen.

Anne Hidalgo Bürgermeisterin von Paris

Privatleute, die in der französischen Hauptstadt gelegentlich Zimmer oder Wohnungen über Plattformen wie Airbnb vermieten, brauchen eine Registrierungsnummer von der Stadtverwaltung. Erlaubt ist eine maximale Vermietungsdauer von 120 Tagen pro Jahr.

Airbnb weist Verantwortung von sich

Menschen an einem Springbrunnen vor dem Louvre
Touristen am Springbrunnen vor dem Louvre. Bildrechte: imago/IP3press

Hidalgo wirft dem Unternehmen vor, 1.000 nicht-registrierte Wohnungen auf seiner Seite anzubieten - auf jedes nicht legale Angebot entfalle eine Strafe von 12.500 Euro.

Airbnb weist alle Verantwortung zurück. Man habe die Vermieter in Paris über die Vorschriften informiert. "Dennoch behaupten wir, dass die in Paris erlassenen Vorschriften, von denen jeder fünfte Pariser betroffen ist, ineffektiv und unverhältnismäßig sind und gegen die europäischen Vorschriften verstoßen", hieß es in einer Stellungnahme.

Hohe Mieten, wenige Wohnungen

Hidalgo sagte der Zeitung "Le Journal du Dimanche": "Ich habe nichts gegen Pariser, die ihre Unterkünfte ein paar Tage im Jahr vermieten, um über die Runden zu kommen." Das Problem seien Besitzer, die das ganze Jahr über Wohnungen an Touristen vermieten, ohne sie anzumelden. Plattformen wie Airbnb würden sich zu "Komplizen" machen.

Das Pariser Rathaus bemüht sich wegen der hohen Mieten und der allgemeinen Wohnungsknappheit in der französischen Hauptstadt schon länger, die Vermietung über Online-Plattformen stärker zu regulieren. Pro Jahr reisen fast 20 Millionen Touristen in die Seine-Metropole.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 10. Februar 2019 | 14:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. Februar 2019, 15:51 Uhr