Ein Passagierflugzeug vom Typ Airbus A380 fliegt auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld am Logo der ILA vorbei (Archivfoto vom 16.05.2006). Mit einer Rekordbeteiligung etabliert sich die Internationale Luft-und Raumfahrtausstellung ILA 2008.
Die Produktion des weltgrößten Passagierflugzeugs soll eingestellt werden. Bildrechte: dpa

Airbus beendet Produktion Aus für Großraumflugzeug A380

Der Luftfahrtkonzern Airbus stellt die Produktion des weltgrößten Passagierjets A380 ein. Zuletzt waren die Bestellungen zurückgegangen. Das Unternehmen sieht nun keine Grundlage mehr für eine Fortsetzung der Produktion.

Ein Passagierflugzeug vom Typ Airbus A380 fliegt auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld am Logo der ILA vorbei (Archivfoto vom 16.05.2006). Mit einer Rekordbeteiligung etabliert sich die Internationale Luft-und Raumfahrtausstellung ILA 2008.
Die Produktion des weltgrößten Passagierflugzeugs soll eingestellt werden. Bildrechte: dpa

Die Produktion des Passagierjets A380 soll eingestellt werden. Das teilte der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus am Donnerstag in Toulouse mit. Zuletzt hatte die arabische Fluggesellschaft Emirates ihre Bestellungen reduziert, die australische Airline Qantas die Bestellung von acht Flugzeugen ganz storniert.

Letzte Maschine soll 2021 geliefert werden

Dadurch gebe es keine Grundlage mehr für eine Fortsetzung des Produktion, teilte der Konzern mit. Doch Airbus sorgte sich schon länger um die Zukunft des weltgrößten Passagierjets. Zuletzt hatte der Chef der Fluggesellschaft Qatar Airways, Akbar Al-Baker, den A380 kritisiert. Der Flieger sei zu schwer, weil seine Tragflächen für eine Langversion ausgelegt seien, die nie gebaut wurde.

Carsten Spohr, Vorstandsvorsitzender der Deutsche Lufthansa AG, spricht bei der Hauptversammlung der Deutsche Lufthansa AG.
Lufthansa-Chef Carsten Spohr lobt die A380 als "Meisterwerk". Bildrechte: dpa

Auch Lufthansa-Chef Carsten Spohr bedauerte die eingeschränkte Wirtschaftlichkeit. Ein profitabler Einsatz des A380 sei "nur auf den extrem nachgefragten Strecken möglich", sagte Spohr am Donnerstag am Rande einer Konferenz in Addis Abeba. Trotzdem lobte er das Flugzeug als "Meisterleistung" aus Europa. Die letzte Maschine soll 2021 ausgeliefert werden.

Für die sächsischen Zulieferer hat der Produktionsstopp des A380 offenbar keine größeren Auswirkungen. Wie die Elbe Flugzeugwerke GmbH in Dresden erklärte, werde dafür voraussichtlich die Zulieferung für den A320 und A321 hochgefahren. Außerdem werde man mit der Wartung der vorhandenen Riesenflieger noch viele Jahre beschäftigt sein. Das Dresdner Unternehmen stellt Bodenplatten und Frachtraumverkleidung her.

Airbus mit starken Gewinnen

2018 hatte Airbus insgesamt 800 Flugzeuge aller Modelllinien ausgeliefert und damit sein selbstgestecktes Jahresziel erreicht. Trotz der Belastung durch den A380 konnte der Konzern im vergangenen Jahr einen Gewinnsprung erzielen. 2018 verzeichnete Airbus einen Gewinn von 3,05 Milliarden Euro. Das sind 29 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 14. Februar 2019 | 06:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. Februar 2019, 06:39 Uhr

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6 Kommentare

16.02.2019 09:29 Carolus Nappus 6

Natürlich gibt es keine negativen Auswirkungen. Entscheidungen werden immer unter Unsicherheit getroffen, gerade solche, die die Zukunft betreffen. Auch Nichtstun wäre eine Entscheidung, die irgendwann irgendwelche Folgen hat. Die Entscheidungsträger haben erkannt, dass das Projekt wirtschaftlich nicht mehr tragbar ist und stellen es ein. Was ist daran falsch? Sollte das nun trotzdem weitegeführt werden? So wie in der Politik, wo man krampfhaft versucht tote Pferde ewig weiter zu reiten?

14.02.2019 18:42 Afterburner 5

Wenn am Markt vorbeientwickelt wurde(Max W.),müssen ja einige Leistungsträger den Markt falsch eingeschätzt haben.
Ich denke mal das wird für diese Koryphäen keine negativen Auswirkungen haben.
Wieviele Millionen oder Milliarden wurden hier verbrannt?

14.02.2019 15:47 Part 4

Mit Flugzeugen ist es wie mit Autos, manche Marken bringen als Ersatzteilspender mehr Gewinn als das Fertigprodukt.

14.02.2019 12:29 Max W. 3

(Zudem hatte der Chef der Fluggesellschaft Qatar Airways, Akbar Al-Baker, den A380 anfang Februar kritisiert. Der Flieger sei zu schwer, weil seine Tragflächen für eine Langversion ausgelegt sind, die nie gebaut wurde.)

So ist es und auch seitenlanges Geschwätz kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass hier am Markt vorbeientwickelt wurde und genau das jetzt als quasitragische Geschichte verkauft werden soll.
Das ist das zweite Projekt in diesem Kontext, dass daneben geht, immense Kosten hinterlässt und im Falle der A400 die EU-Streitkräfte zu logistischen Bittstellern macht. Und Tote gekostet hat.

Die Gründe sind sicherlich von Bedeutung - wo werden sie im Bericht hinterfragt? Wo wurden sie je in der Qualitätspresse hinterfragt?

14.02.2019 10:30 winfried 2

Die Situation ähnelt mehr und mehr einem "Moorbrand".
(Unter der Oberfläche brodelt's, und ab und zu schlagen die Flammen durch)

14.02.2019 07:06 SabineSorglos 1

Schade, für die Kundschaft ist kein anderes Flugzeug so angenehm.