Kompromiss gefunden EU will Fernfahrer besser vor Ausbeutung schützen

Die EU-Staaten haben sich auf einen Kompromiss für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen für Fernfahrer geeinigt. Die Regelungen für Ruhephasen und die Zeit zu Hause wurden verschärft.

Lkw Fahrer protestieren in Russland.
Die EU will Fernfahrer vor Ausbeutung schützen. Bildrechte: IMAGO

Fernfahrer sollen in der EU künftig bessere Arbeitsbedingungen erhalten. Darauf einigten sich Unterhändler der EU-Staaten und des Europaparlaments vorläufig.

Wöchentliche Ruhezeit nicht in der Kabine

Ziel ist es, die Lkw-Fahrer vor Ausbeutung zu schützen. Die gut zwei Millionen Fernfahrer in der EU sollen ihre wöchentlichen Ruhezeiten nicht mehr in der Kabine verbringen dürfen.

Außerdem sollen die Dienstpläne der Fahrer alle drei Wochen eine Fahrt nach Hause zulassen. Bei längeren Aufenthalten im Ausland sollen die Fahrer den sozialrechtlichen Bestimmungen des Aufenthaltslandes unterliegen.

Ost- und Westeuropa stritten lange

Der Einigung war ein langer Streit vorausgegangen. Vor allem Deutschland, Frankreich und die Beneluxstaaten hatten die strengen Vorgaben gefordert. Sie verwiesen auf unfaire Wettbewerbsbedingungen im Speditionsgewerbe durch Lohndumping osteuropäischer Unternehmen.

Osteuropäische Staaten warfen den westlichen Nachbarn dagegen vor, Protektionismus und Einschränkungen des europäischen Binnenmarktes als soziale Maßnahmen zu tarnen. In der EU darf grundsätzlich jeder Dienstleistungen im gesamten Binnenmarkt anbieten.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 12. Dezember 2019 | 18:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. Dezember 2019, 19:18 Uhr