Touristen sonnen sich am Strand von El Arenal auf der Balearen-Insel Mallorca.
Spanien rechnet mit 100 Millionen Euro Verlust - allein auf der Urlaubsinsel Mallorca. Bildrechte: dpa

Thomas-Cook-Pleite Hotels rechnen mit Hunderten Millionen Euro Verlust

Nach der Pleite des Reiseveranstalters Thomas Cook sieht eine erste Bilanz der Hotels in betroffenen Urlaubsregionen verheerend aus. Allein der griechische Hotelverband rechnet mit Verlusten von rund 500 Millionen Euro.

Touristen sonnen sich am Strand von El Arenal auf der Balearen-Insel Mallorca.
Spanien rechnet mit 100 Millionen Euro Verlust - allein auf der Urlaubsinsel Mallorca. Bildrechte: dpa

Nach der Pleite des britischen Reisekonzerns Thomas Cook ziehen Hotels an beliebten Reisezielen eine erste Bilanz - und sie sieht vielerorts verheerend aus. Spanien geht von mindestens 200 Millionen Euro Verlust aus, davon allein 100 Millionen Euro auf der Urlaubsinsel Mallorca.

Griechenland rechnet mit Ausfällen von 500 Millionen Euro

Die Kosten entstehen nicht nur durch mögliche Ausfälle bei der Begleichung aktuell offener Rechnungen seitens Thomas Cook, heißt es in Griechenland. Da viele Gäste im Oktober gar nicht mehr anreisten, würden nun Urlauber fehlen. Die Kosten für den allgemeinen Betrieb laufen allerdings weiter. "An den Hotels hängen das Personal, die Zulieferer und über die Steuern auch die Staatskasse", sagte der Präsident des griechischen Hotelverbands (HHF), Grigoris Tasios.

Die griechische Rechnung offenbart das Ausmaß der Katastrophe. Allein mit 200 Millionen Euro direkten Ausfällen - sprich, nicht gezahlten Rechnungen von Thomas Cook - rechnet der HHF für die Saison 2019. "200 Millionen ausstehender Rechnungen zuzüglich 115 Millionen Euro jener Gäste, die nach der Pleite im Oktober gar nicht mehr angereist sind", sagt Grigoris Tasios. Bei einer Gesamtrechnung inklusive aller Kosten für Angestellte, Steuerzahlungen an die Staatskasse und die Bezahlung von Zulieferern komme Griechenland auf einen Verlust von etwa 500 Millionen Euro.

Urlaubsregionen in der Türkei leiden unter "schwerer Krise"

In der Türkei würden manche Unterkünfte wegen der Pleite in jedem Fall früher schließen als geplant, heißt es seitens des dortigen Hotelverbandes. Der Tourismus-Beratungsrat TIK spricht von einer "schweren Krise", die zunächst mit bis zu 350 Millionen Euro zu Buche schlagen könnte. Die schwersten Auswirkungen der Pleite zeigten sich nicht in der Tourismushochburg Antalya, sondern in den weiter nordwestlich gelegenen Ferienstädten Marmaris, Fethiye oder Dalaman sowie der Ägäis-Region, sagt der Chef der Hotelierföderation Türofed, Osman Ayik. Etwa tausend Unternehmen seien betroffen, erst in den kommenden Jahren werde sich das gesamte Ausmaß zeigen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 04. Oktober 2019 | 09:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. Oktober 2019, 10:50 Uhr