Fehlerhafte Bauteile Neue Technikmängel bei Boeing aufgetaucht

Der Flugzeughersteller Boeing kommt nicht aus den Schlagzeilen: Nach dem Absturz zweier Flugzeuge war gegen die 737-Max-Baureihe bereits ein Startverbot verhängt worden. Nun müssen an hunderten Maschinen fehlerhafte Bauteile ausgetauscht werden.

Eine Boeing 737 Max 8 im Landeanflug
Boing muss sicht erneut mit technischen Problemen an seinen Flugzeugen beschäftigen. Bildrechte: dpa

Der Flugzeugbauer Boeing muss weitere Technikmängel an seinen Flugzeugen der 737-Baureihe einräumen. Bei hunderten Flugzeugen müssen möglicherweise fehlerhafte Bauteile ausgetauscht werden, erklärte die US-Flugaufsicht FAA.

Betroffen sind insgesamt 312 Flugzeuge, darunter 133 im Flugbetrieb. Ausgetauscht werden müssten fast 15 Teile an den Tragflächen. Die Lamellen (Leading-Edge Slat) könnten Risse bekommen. Am Flugzeug entstünde ein Schaden – auch wenn ein Ausfall der Teile keinen Absturz verursache, wie es weiter hieß.

Wieder 737 Max betroffen

Die fehlerhaften Teile müssen demnach innerhalb von zehn Tagen ausgetauscht werden. Beoing erklärte, es gebe potenziell Probleme eines von einem Zulieferer stammenden Bauteils an den Flugzeugtragflächen. Wichtig sei dieses vor allem bei Starts und Landungen, weil damit der Luftwiderstand und damit die Aerodynamik der Maschinen verbessert wird. Die fehlerhaften Teile sind teilweise in den Flugzeugen der Baureihe 737 Max und der 737 NG verbaut.

Die aktiv betriebenen Flugzeuge der Reihe NG müssten währenddessen nicht am Boden bleiben, hieß es von der US-Flugaufsicht. Die Maschinen der Baureihe 737 Max dürfen nach zwei Abstürzen derzeit ohnehin nicht starten. Im Oktober 2018 war eine solche Maschine der Gesellschaft Lion Air abgestürzt, 157 Menschen starben. Im März stürzte eine Maschine der Ethiopian Airlines mit 189 Menschen ab.

Auftragsstornierung bei Boeing

Boeing 737 MAX
Flugzeuge des Typs Boeing 737 MAX dürfen derzeit nicht Abheben. Bildrechte: dpa

Vermutet wird ein Problem beim automatischen Stabilisierungssystem MCAS. Noch ist unklar, wann die 737-Max-Maschinen wieder starten dürfen. Einige Airline-Manager und der internationale Luftfahrtverband IATA vermuten, bei einer Genehmigung des notwendigen Software-Updates durch die FAA bis Ende Juni könnten die Maschinen im August oder September wieder abheben.

Unterdessen musste Boeing eine weitere Auftragsstornierung verkraften. Aserbaidschan macht eine Milliardenbestellung über zehn Passagiermaschienen vom Typ 737 Max rückgängig. Die Airline des ölreichen Landes begründete ihren Schritt mit Sicherheitsbedenken, wie das Unternehmen der russischen Agentur Interfax mitteilte.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 03. Juni 2019 | 10:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. Juni 2019, 18:15 Uhr

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2 Kommentare

03.06.2019 19:05 Dieter 2

"war gegen die 737-Max-Baureihe bereits eine Starterlaubnis verhängt worden."
Ich denke das war wohl ehr ein Startverbot, das da verhängt wurde! ;-)

03.06.2019 18:50 apo 1

"Starterlaubnis verhängt" was ist das für ein Quatsch?