Dieselskandal Britisches Gericht gibt 91.000 VW-Kunden Recht

Auch in Großbritannien hat der Autobauer Volkswagen wegen manipulierter Abgas-Software bei Diesel-Modellen eine juristische Niederlage erlitten. Er muss nun mit hohen Entschädigungssummen rechnen.

Ein Kfz-Meister lädt 2016 ein Software-Update auf einen Volkswagen Golf.
Das britische Gericht sieht den Einsatz von manipulierter Software von VW als erwiesen an. Bildrechte: dpa

Im Diesel-Skandal bei VW steht 91.000 Kunden in Großbritannien eine Entschädigung zu. Das hat ein Gericht in London entschieden.

Die Richter am High Court sahen es als erwiesen an, dass Volkswagen illegale Software in Fahrzeuge eingebaut hat, um den Schadstoffausstoß bei Emissionstests zu senken. Die Höhe der Entschädigung muss in einem gesonderten Verfahren festgelegt werden. Der VW-Konzern erwägt nach eigenen Angaben, in Berufung zu gehen.

Entschädigungen per Vergleich in Deutschland

VW hatte im September 2015 zugegeben, in weltweit elf Millionen Fahrzeugen eine illegale Software eingesetzt zu haben. In Deutschland bietet der Konzern mittlerweile rund 260.000 Dieselkunden einen Vergleich an; sie sollen Einmalzahlungen zwischen 1.350 und 6.257 Euro erhalten.

Zudem hat Volkswagen bereits mehr als 30 Milliarden Euro an Strafen und Entschädigungen gezahlt, vor allem in den USA.

Umfassende Informationen zur Musterfeststellungsklage in Deutschland und wie es danach weitergeht, hat der Bundesverband Verbraucherzentrale zusammengefasst.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 28. Februar 2020 | 10:30 Uhr