Seltene Erden China droht Trump mit Rohstoff-Keule

Im Handelskonflikt mit den USA hat Peking mit einer Verknappung der Seltenen Erden gedroht. Demnach ist die chinesische Führung bereit, den Export der wichtigen High-Tech-Metalle zu drosseln. Hintergrund sind die US-Sanktionen gegen den Telekom-Riesen Huawei.

Seltene Erden sind 2011 im Hafen von aufgehäuft neben Kränen
Seltene Erden im chinesischen Hafen Lianyungang. Dabei handelt es sich um Metalle, die weltweit nur in wenigen Regionen in einer Mindestkonzentration vorkommen, damit sich der Abbau lohnt. China ist mit Abstand Marktführer. Bildrechte: dpa

Im Handelskonflikt mit der US-Regierung hat China mögliche Einschränkungen beim Export von Seltenen Erden ins Spiel gebracht. Die amtliche  Nachrichtenagentur Xinhua schreibt, mit einem Handelskrieg riskierten die USA, ihre Versorgung mit Materialien zu verlieren, die "entscheidend für die Aufrechterhaltung ihrer technologischen Stärke" seien. Die Staatszeitung "Global Times" warnte, China könne die für zahlreiche Hightech-Produkte notwendigen Metalle "als Waffe" benutzen.

US-Industrie abhängig von China

Als Seltene Erden werden 17 Elemente (z.B. Neodym, Yttrium, Lanthan, Cer, Praseodym, Samarium) bezeichnet, die wertvolle Eigenschaften für die Produktion von Speicherchips, Bildschirmen, Solaranlagen oder Leuchtmitteln haben.

Verschiedene Pulver seltener Erden im Glasampullen
Verschiedene Pulver seltener Erden im Glasampullen. Bildrechte: IMAGO

Bisher entfallen mehr als 95 Prozent der weltweiten Produktion auf China. Die USA sind bei Seltenen Erden zu rund 80 Prozent von Importen aus der Volksrepublik abhängig.

Die Drohung der Chinesen ist die Reaktion auf US-Sanktionen. Die Trump-Regierung hatte zuletzt den chinesischen Konzern Huawei auf eine schwarze Liste gesetzt und damit den Zugang zu US-Technologie erschwert. Außerdem haben beide Länder gegenseitig Import-Sonderzölle verhängt.

Handelskrieg droht zu eskalieren

Damit droht sich der Handelsstreit der beiden größten Volkswirtschaften der Welt weiter zuzuspitzen. Die staatliche Kommission für Entwicklung und Reform in Peking hatte zuvor angekündigt, China werde nicht tatenlos zuschauen, "wenn jemand Produkte aus unseren Seltenen Erden dafür verwenden will, um Chinas Entwicklung einzuschränken und zu unterdrücken".

Seltene Erden sollten zuerst "heimischen Anforderungen dienen", zitierten Staatsmedien einen Regierungsvertreter. Die "Global Times" räumte in ihrem Bericht ein, ein Exportbann für Seltene Erden könne auch China selbst schaden. Gleichwohl würden "die USA in dieser Situation die größeren Verluste erleiden".

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 29. Mai 2019 | 13:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 29. Mai 2019, 14:29 Uhr

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8 Kommentare

31.05.2019 12:30 Ekkehard Kohfeld 8

@ steeven24 7 Traurig auch, dass darüber hier nicht berichtet wird, warum wohl ?
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Das kann man doch nicht berichten,das würde bei einigen
doch den grünen Heiligenschein beschädigen.
Und ist weit weg genau wie unser Elektonikschot oder
unser alten Autos.Aus dem Blick aus dem Sinn.
Heuechelei von feinsten.

31.05.2019 09:54 steeven24 7

Eines wird im Artikel leider nicht erwähnt und das sind die Bedingungen unter den diese Seltenen Erden - Grundstoffe für die Öko Industrie - gewonnen werden. Nicht nur in China werden ganze Landstriche dadurch verseucht. Im Kongo werden Kinder eingesetzt, um aus engen Löchern giftiges Kobalt ans Tageslicht zu holen, damit im heuchlerischen EUropa die Ergrünung voranschreiten kann. Welch ein Gelüge, genau wie beim E10 im Sprit, dessen Öko Anteil riesige Tropenwald Flächen in Asien zu Öko Monokulturen ruinierte. Traurig auch, dass darüber hier nicht berichtet wird, warum wohl ?

30.05.2019 10:06 Michael Möller 6

man kommt nach dem Lesen dieses Artikel zu dem Schluss das die Europäische Union nur zusammen gegen diese beiden Streithähne bestehen kann, wenn wir zusammen stehen und arbeiten. d wenn wir uns weiterhin auseinander treiben lassen bzw. gespalten sind verliert die EU und der Bevölkerung. nur haben unsere Politiker und die Wirtschaftsbosse sich zulange durch China durch die Manager ziehen lassen anstatt auf fairen Handel zu bestehen und das alles nur weil es um Profit ging. und jetzt zeigt Trump wie man vorgehen muss und schon wird von Handelskrieg gesprochen warum nicht bei den unfairen Verhalten der Chinesen.

30.05.2019 01:31 Part 5

So lange Trump nicht gegen die Interessen der FED vorgeht und versucht eigenes Staatsgeld zu generieren, so lange wird ihm nicht das gleiche Schicksal wie Lincoln oder Kennedy zuteil. Im Zweiparteiensystem der USA gilt nunmal das ewige zu und ab der unterschiedlichen Wachtstumsparten, so lange das Land Krieg gegen andere Staaten führt ist alles in Ordnung. Ein Land aufgebaut nach dem römischen Rechts- und Herrschaftssystem...

29.05.2019 19:36 colditzer 4

Die Seltenen Erden kommen aus Chinas Erde.
Und China entscheidet wohin die exportiert werden.
So wie die USA entscheiden, wer gut oder böse ist, mit wem man handeln oder nicht handeln will.
Dann wollen wir doch mal die Zukunft abwarten.
Vor Jahren gab es mal den Witz das 400 Millionen Chinesen auf gepackten Koffern sitzen und sofort in die USA ausreisen möchten.
Chinas Führung meinte ...wir haben damit kein Problem...

29.05.2019 17:29 ewa 3

Am Ende sitzt China am längeren Hebel. Sie werden ihr Gesicht wahren und eine Demütigung durch Trump nicht vergessen. Alle Einschränkungen haben bisher die Menschen beflügelt. Man hat Amerika entdeckt, Made in Germany erwies sich als Erfolgsmodell, der künstliche Kautschuk wurde erfunden, Russland macht sich unabhängig von der EU usw .....

29.05.2019 17:24 Anton 2

Alles richtig. USA kaufen in China seltene Erden, dann machen davon Elektronik für ihre Raketen und schicken ihre Flugzeugträger nach China und überall. Diese Praxis sollte China nun abschaffen.

29.05.2019 14:49 Fragender Rentner 1

Nicht nur drohnen, sondern machen.