Folgen der Corona-Pandemie Europas Wirtschaft schrumpft stärker als erwartet

Die europäische Wirtschaftsleistung bricht laut neuer EU-Prognosen coronabedingt in diesem Jahr um mehr als 8 Prozent ein. Im Euroraum wird sogar ein Minus von 8,7 Prozent befürchtet. Etwas besser sind die Prognosen für Deutschland. Das Institut für Wirtschafsforschung Halle warnt vor Risiken im Finanzsektor.  

Die Sonne geht hinter den hochgeklappten Containerbrückenkränen, die normalerweise Schiffe entladen, im Hamburger Hafen unter.
Brüssel sieht für die Wirtschaft in Europa in diesem Jahr schwarz. Bildrechte: dpa

Die Rezession wegen der Corona-Pandemie wird nach der neuesten Prognose der EU-Kommission in diesem Jahr stärker ausfallen als angenommen. Die Brüsseler Behörde senkte ihre Konjunkturprognose und geht nun von einem Minus der Wirtschaftsleistung der EU-Länder um 8,3 Prozent aus. Für die Länder der Eurozone wird für das laufende Jahr sogar ein Rückgang von 8,7 Prozent erwartet, die letzte Prognose lag bei minus 7,7 Prozent.

Moderate Prognose für Deutschland

In den besonders hart von der Pandemie getroffenen Ländern Frankreich, Italien und Spanien wird nun für 2020 ein Einbruch des Bruttoinlandsproduktes um mehr als zehn Prozent befürchtet. Vergleichsweise moderat klingt das für Deutschland prognostizierte Minus von 6,3 Prozent. Im kommenden Jahr könnte dann EU-weit die Wirtschaft wieder um 5,8 Prozent wachsen, im Euroraum um 6,1 Prozent.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Lockdown sind ernster, als wir das ursprünglich erwartet haben. Wir ( … ) stehen vor vielen Risiken, darunter eine weitere große Infektionswelle.

Der lettische EU-Kommissionsvizechef Valdis Dombrovskis

IWH befürchtet Banken-Beben

Das Institut für Wirtschaftsforschung Halle warnt vor schwerwiegenden Corona-Folgen für den Bankensektor. IWH-Finanzmarktexperte Michael Koetter sagte MDR AKTUELL, wegen der Pandemie gerieten viele kleine Unternehmen in Stress und zahlten dann Kredite nicht mehr zurück.

Den Banken drohen laut IWH-Berechnungen Ausfälle in dreistelliger Millionenhöhe. Das treffe vor allem regionale Institute wie Sparkassen und Genossenschaftsbanken.

Koetter schlägt vor, dass Banken vorerst keine Dividenden und Prämien ausschütten sollten. Außerdem brauche man Reformen im Bankenwesen. Er rechnet mit einer Konsolidierung. Es gebe zu viele Banken, die zu wenig Geld verdienten.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 07. Juli 2020 | 09:00 Uhr

5 Kommentare

winfried vor 33 Wochen

Wegen Kurzarbeit-Regelung von Corona noch nichts zu spüren ?!
Ich halte diese Regelung für "genial", war selbst vor Jahrzehnten davon betroffen.
Gut dass es sie gibt, die Kurzarbeit-Regelung.

Peter vor 33 Wochen

"Vergleichsweise moderat klingt das für Deutschland prognostizierte Minus von 6,3 Prozent."
Aus Ihren Aussagen lässt sich somit schlussfolgern, dass die Politiker hierzulande vieles weit aus besser gemacht haben als ihre Kollegen in Europa.

Leachim-21 vor 33 Wochen

dieser Artikel zeigt einmal mehr auf was passiert wenn die Politiker eine falsche Maßnahme ergreifen oder zu spät was dann passiert. und jetzt so zu tun als wäre man überrascht das ihre Annahmen nicht stimmen sondern schlimmer ist grenzt Heuchelei für mich. man muss vom schlimmsten ausgehen und hoffen das es nicht so schlimm wird so wird ein Schuh daraus.