US-Verbraucherschutzbehörde Nach Datenschutz-Skandalen - Milliardenstrafe für Facebook

Facebook ist in den vergangenen Jahren mehrfach wegen Datenschutz-Skandalen in die Schlagzeilen geraten. Nun zahlt der Internetriese eine Rekordsumme, um die Ermittlungen von US-Behörden zu beenden.

Das Facebook-Logo wird auf einem Smartphone gespiegelt.
Rekordstrafe für Facebook wegen Datenschutz-Skandalen Bildrechte: dpa

Der Internetkonzern Facebook muss wegen Datenschutzverstößen fünf Milliarden Dollar Strafe zahlen. Die US-Verbraucherschutzbehörde FTC teilte am Mittwoch mit, man habe sich mit Facebook in einem Vergleich auf diese Summe geeinigt. Zur Begründung hieß es, der Internetkonzern habe seine Nutzer wiederholt darüber "getäuscht", dass sie die Verwendungen der eigenen Daten kontrollieren könnten.
Nun gehe es darum, dass Facebook seine gesamte Datenschutzkultur ändere.

Weitere Auflagen für Facebook

Laut Federal Trade Commission (FTC) ist es die höchste von der Behörde verhängte Geldbuße. Facebook-Chef Mark Zuckerberg muss jetzt alle drei Monate bestätigen, dass der Konzern die Privatsphäre der Nutzer angemessen schützt. Unter anderem soll es beim Verwaltungsrat von Facebook ein zusätzliches Gremium zur Datenschutz-Aufsicht geben. Die Ermittlungen der US-Behörden gegen das Unternehmen werden durch den Vergleich jetzt eingestellt.

Britische Firma griff Daten ab

Ausgangspunkt der Ermittlungen war der Datenskandal um die britische Analysefirma Cambridge Analytica. Sie hatte im US-Präsidentschaftswahlkampf Daten von rund 87 Millionen Facebook-Nutzern abgegriffen und diese zugunsten des späteren Wahlsiegers Donald Trump eingesetzt. Die Affäre hatte Politiker und Regulierer rund um den Globus alarmiert und zu einer breiten öffentlichen Diskussion darüber geführt, ob Facebook nicht stärker kontrolliert werden müsse.

Konzern hatte mit Strafmaß gerechnet

Für das US-amerikanische Unternehmen ist die Geldstrafe leicht zu verdauen. Bereits im ersten Quartal hatte Facebook dafür drei Milliarden Dollar zurückgestellt. In dem Vierteljahr gab es immer noch 2,43 Milliarden Dollar Gewinn. Bereits im Frühjahr hatte das Management angedeutet, dass es mit einer Strafe in dieser Größenordnung rechne.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 24. Juli 2019 | 16:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. Juli 2019, 16:47 Uhr