USA, New York: Ein Händler arbeitet an der New Yorker Börse, der Wall Street oder dem New York Stock Exchange. An der Wall Street ist zum Wochenstart Panik ausgebrochen. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial sackte am 05.02.2018 zeitweise um knapp 1600 Zähler ab und damit um so viele Punkte wie nie zuvor an einem einzelnen Handelstag.
Die Aktienmärkte hatten weltweit eine schwache Woche. Der Dax stürzte am Donnerstag auf den niedrigsten Wert seit zwei Jahren. Bildrechte: dpa

Konflikt zwischen USA und China Angst vor neuem Handelskrieg wächst

Zwar scheinen sich die Börsenkurse am Freitag etwas zu stabilisieren, doch die Furcht vor einer Eskalation des Handelskriegs zwischen den USA und China bleibt groß. Auch Deutschland steckt mitten im Zollstreit.

USA, New York: Ein Händler arbeitet an der New Yorker Börse, der Wall Street oder dem New York Stock Exchange. An der Wall Street ist zum Wochenstart Panik ausgebrochen. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial sackte am 05.02.2018 zeitweise um knapp 1600 Zähler ab und damit um so viele Punkte wie nie zuvor an einem einzelnen Handelstag.
Die Aktienmärkte hatten weltweit eine schwache Woche. Der Dax stürzte am Donnerstag auf den niedrigsten Wert seit zwei Jahren. Bildrechte: dpa

Nach den starken Kursverlusten am Donnerstag hat sich die Lage an den Börsen in Asien am Freitag stabilisiert. Auch der deutsche Leitindex Dax startete zum Wochenschluss etwas erhöht.

Dennoch bleibt die Angst vor einer Eskalation des Handelskriegs zwischen China und den USA. Am Donnerstag waren die Aktienkurse weltweit abgestürzt - als Grund galt die Verhaftung von Huawei-Finanzchefin Meng Wanzhou in Kanada.

Huawei soll gegen Iran-Sanktionen verstoßen haben

Huawei-Finanzchefin Meng Wanzhou
Huawei-Finanzchefin Meng Wanzhou Bildrechte: dpa

Meng war auf Betreiben der USA in Vancouver festgenommen worden und muss nun mit einer Auslieferung rechnen. Die Verhaftung soll im Zusammenhang mit der Missachtung von US-Sanktionen stehen.

Einem Bericht der Zeitung "The Globe and Mail" zufolge wird Meng zur Last gelegt, gegen Sanktionen verstoßen zu haben, die die USA gegen den Iran verhängt hatten. Der Fall ist pikant, weil Huawei der chinesischen Staatsführung nahestehen soll.

Analysten befürchten daher, dass der Handelsstreit zwischen Peking und Washington wieder an Fahrt aufnimmt. Zuletzt hatte es vergangenen Freitag im Rahmen des G20-Gipfels Gespräche des chinesischen Staatschefs Xi Jinping mit US-Präsident Donald Trump gegeben, die allgemein als positives Zeichen gewertet wurden.

Märkte spielen "komplett verrückt"

Am Montag hatte der Markt noch mit einem Kurssprung reagiert, der sich in den folgenden Tagen allerdings als Strohfeuer entpuppte. Seit Dienstag schloss der Leitindex jeden Abend im Minus, am Donnerstag notierte der Schlusskurs bei 10.810,98 Punkten - so niedrig wie seit zwei Jahren nicht.

Die Märkte spielten "komplett verrückt", schrieb Analyst Stephen Inn von Oanda am Freitag. Nach Einschätzung von Börsianern dürften sich die Gewinne im Dax am Freitag in Grenzen halten. "Die Nervosität auf dem Parkett bleibt hoch", sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader.

Ob der Handelsstreit nun wirklich weiter eskaliert oder doch eine Annäherung bevorsteht, ist für alle Seiten schwer zu beurteilen.

Trotz der Festnahme von Huawei-Finanzchefin Meng kamen aus China am Donnerstag zunächst versöhnliche Töne - man wolle die beim G20-Gipfel vereinbarten Handelserleichterungen "sofort umsetzen", teilte das chinesische Handelsministerium bereits am Donnerstag mit.

Deutschland befürchtet Zölle auf Autos

Doch spielt Trump da mit? Der US-Präsident droht ja nicht nur mit einer Anhebung der Zölle auf chinesische Waren, er droht auch mit höheren Zöllen für die EU. So sind zum Beispiel immer wieder höhere Zölle auf europäische Autos im Gespräch.

Das würde vor allem Deutschland mit in den USA erfolgreichen Marken wie Mercedes, BMW oder Audi treffen. Daimler-Chef Dieter Zetsche, VW-Chef Herbert Diess und BMW-Finanzvorstand Nicolas Peter hatten Anfang der Woche das Weiße Haus besucht und dabei versprochen, in den USA zu investieren.

Ob das genügt, um erhöhten Zöllen für deutsche Autos aus dem Weg zu gehen, ist unklar. Die sonst für das Ende des Jahres üblichen Gewinne an den weltweiten Aktienmärkten - in den USA bekannt als "Santa Claus Rally" - könnte dieses Jahr ausfallen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 06. Dezember 2018 | 10:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. Dezember 2018, 10:58 Uhr

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3 Kommentare

08.12.2018 15:51 Fragender Rentner 3

Na die USA geben eben vor was in der Welt laufen soll !!! :-(((

Bestimmt alles für den Weltfrieden oder doch eher, dass ihre Profite wachsen ??? :-(((

08.12.2018 11:36 part 2

Wenn die Supermacht pfeift, stehen die Vasallen stramm. Die Verbündeten der USA sollen die modernste Entwicklung in der Telekommunikation, die 5-G-Technologie, boykottieren. Der Vorwurf lautet: Spionage. Das Unternehmen arbeite zu eng mit den chinesischen Behörden zusammen. Ein Vorwand war schnell gefunden. Washington behauptet, der Konzern würde die auferlegte Blockade des Iran-Handels nicht befolgen und fordert die Auslieferung der Managerin. Damit macht die US-Regierung deutlich, dass sie ihre Vorherrschaft verteidigen will – ökonomisch wie auch militärisch. Niemand anderes außer den Vereinigten Staaten darf in der Lage sein, andere Staatschefs zu überwachen und Regierungen zu stürzen. Aufträge für sicherheitsrelevante Infrastruktur werden nur an »den Westen« vergeben. Die BRD wird sich den Vorgaben der USA nicht in den Weg stellen. Bildungs- und Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU) hat bereits mitgeteilt: Funklöcher sind Berlin lieber als schlechte transatlantische Beziehungen

07.12.2018 18:36 Rhönsegler 1

Muß ich jetzt auch mit Sanktionen aus "Trumpcity" rechnen? Ich benutze ein HUAWEI Handy!