Der Nissan-Schriftzug
Nissan baut den X-Trail nun doch nicht in Sunderland. Bildrechte: dpa

Brexit-Folge Nissan will neuen SUV nicht in England bauen

Rund acht Wochen vor dem Brexit hat Nissan angekündigt, ein neues SUV-Modell doch nicht in England zu produzieren. Stattdessen werde der "X-Trail" in Japan gebaut. Verantwortlich dafür sei auch das Brexit-Chaos.

Der Nissan-Schriftzug
Nissan baut den X-Trail nun doch nicht in Sunderland. Bildrechte: dpa

Der japanische Autokonzern Nissan will sein neues SUV-Modell doch nicht wie geplant in England bauen. Die Europa-Zentrale des Unternehmens teilte mit, man werde den neuen "X-Trail" statt im nordenglischen Sunderland in einem japanischen Werk produzieren.

Für die Entscheidung gab Nissan verschiedene Gründe an. Unter anderem verringere die Produktion des Modells an einem zentralen Standort in Japan die Investitionskosten. Außerdem spiele die Ungewissheit rund um den Brexit eine Rolle, so Nissan-Europa-Chef Gianluca de Ficchy.

Wir haben diese Entscheidung aus unternehmerischen Gründen getroffen. Für Firmen wie die unsere ist die anhaltende Unsicherheit rund um die künftigen Beziehungen zwischen Großbritannien und der EU nicht hilfreich bei der Zukunftsplanung.

Gianluca de Ficchy Nissan-Europa-Chef

Britische Politiker zeigen sich enttäuscht

Die Labour-Abgeordnete Julie Elliott machte den geplanten EU-Austritt Großbritanniens für die Entscheidung verantwortlich. Nichts davon sei förderlich für Investitionen von Unternehmen, schrieb sie auf Twitter. Die Labour-Abgeordnete Bridget Phillipson aus der Region Sunderland sprach von einer "besorgniserregenden" Nachricht. Viele Jobs und Existenzen hingen von Nissan ab.

Der Autokonzern ist ein wichtiger Arbeitgeber in der ansonsten wirtschaftlich schwachen Region. Nissan beschäftigt fast 7.000 Menschen in Sunderland, der größten Produktionsanlage des Autobauers in Europa. Die Mehrzahl der Wähler in Sunderland votierte für den Brexit.

Ursprünglich hatte Nissan im Jahr 2016 angekündigt, dass der "X-Trail" in Sunderland gebaut werden solle. Nun ist stattdessen der Bau in Kyushu in Japan vorgesehen. Die Pläne, andere Modelle wie die SUVs "Qashqai" und "Juke" in Sunderland zu fertigen, blieben aber unverändert.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 03. Februar 2019 | 18:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. Februar 2019, 22:00 Uhr