Carlos Ghosn, Renault-Nissan-Chef, gestikuliert bei einem Interview.
Im November hat er seinen Posten als Verwaltungsratschef bei Nissan und Mitsubishi verloren. Jetzt gibt Carlos Ghosn auch den Posten als Renault-Chef auf. Bildrechte: dpa

Inhaftierter Auto-Manager Ghosn tritt als Renault-Chef zurück

Seit zwei Monaten sitzt Carlos Ghosn in Japan in Untersuchungshaft. Die Autobauer Nissan und Mitsubishi haben ihren früheren Chef bereits gefeuert. Jetzt hört er auch beim französischen Konzern Renault auf.

Carlos Ghosn, Renault-Nissan-Chef, gestikuliert bei einem Interview.
Im November hat er seinen Posten als Verwaltungsratschef bei Nissan und Mitsubishi verloren. Jetzt gibt Carlos Ghosn auch den Posten als Renault-Chef auf. Bildrechte: dpa

Der inhaftierte Chef des französischen Autobauers Renault, Carlos Ghosn, hat seinen Rücktritt eingereicht. Das sagte der französische Finanzminister Bruno Le Maire am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos. Der Brief von Ghosn sein am Mittwochabend bei Renault eingegangen. Der Verwaltungsrat des Autobauers werde noch am Donnerstag über eine Nachfolge entscheiden. Der französische Staat ist Großaktionär bei Renault. Er hält 15 Prozent der Anteile.

Vorgesehen ist künftig eine Doppelspitze bei Renault. Die Geschäfte soll Ghosns bisheriger Stellvertreter Thierry Bolloré führen. An die Spitze des Verwaltungsrats soll der derzeitige Chef des Reifenherstellers Michelin, Jean-Dominique Senard, rücken.

Manager weist Vorwürfe zurück

Ghosn war im November in der japanischen Hauptstadt Tokio festgenommen worden und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Er war zu dem Zeitpunkt auch Verwaltungsratschef der japanischen Konzerne Nissan und Mitsubishi, die mit Renault eine Allianz bilden.

Dem 64-jährigen Ghosn wird unter anderem vorgeworfen, gegen Börsenauflagen verstoßen zu haben. Zudem soll er private Investitionsverluste auf Nissan übertragen haben und jahrelang ein zu niedriges Einkommen angegeben haben. Zuletzt war bekannt geworden, dass Ghosn unerlaubt Millionenbeträge von einer niederländischen Tochterfirma kassiert haben soll.

Der gebürtige Brasilianer bestreitet die Vorwürfe. Nur wenige Tage nach seiner Festnahme war er von Nissan und Mitsubishi als Verwaltungsratschef abgesetzt worden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 24. Januar 2019 | 09:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. Januar 2019, 08:58 Uhr

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1 Kommentar

24.01.2019 13:08 aus Sachsen und denkt 1

Hab ich gelacht! Das untere Bild mit dem Heiligenschein ist herrlich. Ein Scheinheiliger im Wortsinn ...
Unser Renault ist auch schon lange von seinen Funktionen zurückgetreten.