Hauptgebäude der Deutschen Bank in Frankfurt am Main
Die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt/Main. Bildrechte: MDR/Hoferichter & Jacobs

"Troika-Laundromat" Wuschen russische Kriminelle Geld bei europäischen Banken?

Mehrere europäische Banken sollen an russischer Geldwäsche beteiligt gewesen sein. Das geht aus Unterlagen hervor, die einem Journalisten-Netzwerk zugespielt wurden. Auch Commerzbank und Deutsche Bank werden genannt.

 Hauptgebäude der Deutschen Bank in Frankfurt am Main
Die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt/Main. Bildrechte: MDR/Hoferichter & Jacobs

Waren die Commerzbank und die Deutsche Bank in ein russisches Geldwäsche-System verstrickt? Wie das "Organized Crime and Corruption Reporting Project" diese Woche in einer Reihe von Artikeln berichtete, sollen dubiose Gelder über die beiden deutschen Banken geflossen sein. Es geht um Steuerflucht und Geldwäsche in Milliardenhöhe.

Das Gebäude und Hauptsitz der größten russischen Bank, die staatlichen Sberbank in Moskau.
Die verdächtige russische Bank "Troika Dialog" ging 2012 in der größten russischen Bank, der "Sberbank", auf (im Bild). Bildrechte: dpa

Im Zentrum der Vorwürfe steht die russische Bank Troika Dialog. Diese Bank habe ein kompliziertes Netzwerk aus 75 Briefkastenfirmen mit Schein-Direktoren aufgebaut, berichten die Journalisten in ihren Artikeln. Genannt wird dieses Geldwäsche-Netzwerk in den Berichten "Troika-Laundromat" - also Troika-Waschsalon.

Kunden dieser Bank - meist aus der russischen Oberschicht - soll es ermöglicht worden sein, Gelder aus zum Teil kriminellen Geschäften aus Russland herauszuschaffen. Im Ausland kauften sie damit unter anderem Immobilien, Jachten, Jets oder Schmuck. Zwischen 2006 und 2013 seien auf diese Weise rund 4,4 Milliarden Euro gewaschen worden.

785 Millionen Euro flossen von Konten der Deutschen Bank

In den Unterlagen der Journalisten werden auch andere europäische Banken genannt. Vor allem soll das Geld über das litauische Geldinstitut Ukio geflossen sein. Aber auch die österreichische Raiffeisenbank, die finnische Nordea, die französische Crédit Agricole sowie ING und ABN AMRO aus den Niederlanden gehörten demnach zum Geldwäsche-Netzwerk.

Wladimir Putin
Der Cellist Sergej Roldugin (links) mit Wladimir Putin. Bildrechte: IMAGO

Die Dokumente zeigen der Süddeutschen Zeitung zufolge außerdem, dass ein zweistelliger Millionenbetrag auf einem Schweizer Firmenkonto von Sergej Roldugin landete. Der Cellist gilt als einer der besten Freunde des russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Von Konten der Deutschen Bank flossen demnach zwischen 2003 und 2017 insgesamt rund 785 Millionen Euro auf Konten des Troika-Netzwerkes. Ein Sprecher der Bank sagte der "Süddeutschen Zeitung", man arbeite "stets mit Behörden und Regulatoren weltweit kooperativ zusammen".

Die Troika-Bank ging im Jahr 2012 in der russischen Sberbank auf. Der damalige Geschäftsführer ließ mitteilen, die Bank habe "im Laufe ihrer gesamten Geschichte stets völlig nach den Transparenzprinzipien und internationalen Standards des finanziellen Rechnungswesens" gehandelt.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 08. März 2019 | 09:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. März 2019, 10:21 Uhr

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10 Kommentare

08.03.2019 17:25 Maxmoritz 10

Nein......., wer hätte so etwas gedacht?

08.03.2019 17:11 Anton 9

Na, und was neues kann man hier lesen? Das war doch so in Russland immer. Die Russen nennen das "Budget sägen". Heute ist Russland nicht mehr korrupt als gestern oder vorgestern.

08.03.2019 15:21 colditzer 8

"...dass ein zweistelliger Millionenbetrag auf einem Schweizer Firmenkonto von Sergej Roldugin landete. Der Cellist gilt als einer der besten Freunde des russischen Präsidenten Wladimir Putin."

Wladimir Putin hat mit der ganzen Schmiere nichts zu tun.
Aber der Schreiber schafft es Putin mit diesem Dreck zu verbinden.
Ja, das nennt man journalistische Freiheit.

08.03.2019 15:11 Fragender Rentner 7

Na so was schon wieder diese bösen Russen.

Andere schaffen es ins Ausland wie bei den E-Papers oder so ähnlich.

08.03.2019 13:26 Wählen gehen! 6

"Von Konten der Deutschen Bank flossen demnach zwischen 2003 und 2017 insgesamt rund 785 Millionen Euro auf Konten des Troika-Netzwerkes"

selbst für ein Jahr wären 785 Mio ein Witz.

Aber kurz vor der Wahl, werden Feindbilder hochgeholt!

08.03.2019 11:57 maheba 5

Klingt wieder mal sehr beruhigend. Wenn Otto-Normalbürger mehr als 15 000 € auf sein Konto einzahlen will, geht eine Meldung an das Finanzamt und er muss erklären wo das Geld herkommt. Wenn es Millionen sind, fragt keiner.?!

08.03.2019 11:24 kleinerfrontkaempfer 4

Napoleon Bonaparte:
"Die Hand die gibt steht über der Hand die nimmt. Geld kennt keine Loyalität. Finanziers sind ohne Patriotismus und ohne Anstand. Ihr einziges Ziel ist der Gewinn."
Das war so und wird immer so bleiben, getreu marktwirtschaftlich-kapitalistischer Art und Weise.

08.03.2019 11:09 Krause - "lieber nackt als rechtsextremistisch!" 3

Banken sehen sich durchaus als "staatsimmanent" an... jedoch leider nur, wenn sie gerade vor einer Insolvenz stehen.
Solange "der Rubel rollt" und man damit Gewinne erwirtschaften kann, scheinen "der Staat, seine Gesetze und Bürger" nur als "Mittel zum Zweck, sofern sie sich als Zweck mißbrauchen lassen". In Zeiten des "plastic money" hat man die eigene "Immanenz" verwirklicht (so mancher verzichtet schon auf "reales Geld" und hat nur noch eine Bankkarte dabei) und braucht sich über "eigenes imageschädigendes Verhalten" kaum noch Sorgen zu machen.
Und das einzige Argument, das a) die eigene Immanenz stärkt und b) von den Kunden auch noch gern angenommen wird, ist die "Bequemlichkeit": ignorierend, daß sie sich selbst damit zu "gläsernen Bürgern" machen und der Bank zudem noch zusätzlich mögliche Einnahmen generieren durch den "Verkauf von persönlichen Daten/Nutzerprofilen".

08.03.2019 10:58 Kritiker 2

Wundern würde mich das nicht, denn Banken sind nicht annähernd so seriös wie sie sich gerne geben. Sparkassen sind übrigens auch nicht wirklich anders.

08.03.2019 10:40 winfried 1

>>Wuschen russische Kriminelle Geld bei europäischen Banken ?<<
Kann sein, kann nicht sein ... "Pecunia non olet"(Geld stinkt nicht).