US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus in Washington.
Er zieht es durch: Donald Trump hat die Strafzölle wie angekündigt beschlossen. Bildrechte: dpa

Dekret unterzeichnet Trump verhängt offiziell Schutzzölle auf Stahl und Aluminium

Der Schritt kommt nicht überraschend, auch wenn viele gehofft hatten, dass er es sich noch anders überlegt: US-Präsident Trump hat eine Verordnung unterzeichnet, nach der die USA Schutzzölle auf Stahl und Aluminium verhängt. In 15 Tagen soll die Entscheidung bereits gelten.

US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus in Washington.
Er zieht es durch: Donald Trump hat die Strafzölle wie angekündigt beschlossen. Bildrechte: dpa

US-Präsident Donald Trump hat wie angekündigt Strafzölle auf Stahl in Höhe von 25 Prozent und zehn Prozent auf Aluminium beschlossen. Bei einer Zeremonie im Weißen Haus unterschrieb Trump im Beisein von Arbeitern aus beiden Branchen ein entsprechendes Dekret.

Diese Stahl- und Aluminiumproduktion sei "das Rückgrat Amerikas", sagte Trump. Mit dem Schritt löse er ein Wahlversprechen ein.

Die Zölle sollen in 15 Tagen in Kraft treten. Ausgenommen werden zunächst nur die Nachbarn Mexiko und Kanada, wie Präsident Donald Trump am Donnerstag in Washington bekanntgab.

Länder dürfen nachverhandeln

Zuvor hatte es Meldungen gegeben, dass auch andere Länder von den Zöllen befreit werden könnten, zum Beispiel Australien. Ob es noch Nachverhandlungen geben würde, bis die Zölle tatsächlich in Kraft treten, war zunächst unklar. Eine Klausel soll es allen Ländern ermöglichen, auf der Grundlage von Einzelfall-Verhandlungen Erleichterungen zu erreichen.

Erhebliche Kritik an der Entscheidung

Begründet wurde der Schritt mit nationalen Sicherheitsinteressen. Der Schutz der heimischen Stahl- und Aluminiumproduktion sei entscheidend für die Sicherheit der Vereinigten Staaten, hieß es.

Trumps Schritt war in aller Welt und auch in den Vereinigten Staaten selbst auf erhebliche Kritik gestoßen. Noch am Tag vor der Unterzeichnung der Proklamation hatten sich 107 Abgeordnete von Trumps eigener republikanischer Partei gegen die Maßnahmen gewandt und in einem offenen Brief an den Präsidenten ihre "tiefe Besorgnis" zum Ausdruck gebracht.

Wirtschaftvertreter befürchten, dass höhere Stahlpreise negative Auswirkungen auf die Konjunktur in den USA und auf die Weltwirtschaft haben könnten und höheren Schaden für die USA verursachen, als die Zölle gutmachen.

Handelskrieg droht

Zudem droht ein Handelskrieg. Die EU hatte bereits angedroht, US-Produkte mit Vergeltungszöllen zu belegen - darunter Bourbon-Whiskey aus Kentucky und Tennessee. Auf einer Liste mit 200 Produkten kommen vor allem solche vor, die in für US-Wahlen wichtigen "Swing States" produziert werden. Auch Orangensaft aus Florida steht auf der Liste.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 08. März 2018 | 22:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. März 2018, 22:11 Uhr

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15 Kommentare

09.03.2018 13:35 Heinz Müller 15

Gegenzulesen machen bei einer derart unausgeglichenen Wirtschaftsbillanz keinen Sinn.
Sanktionen wie die gegen Russland würden viel mehr Wirkung erzielen.
Anstatt zu betteln den Amis etwas teuer verkaufen zu dürfen, sollten wichtige Handelsgüter für einen begrenzten Zeitraum nicht mehr geliefert werden. Wie will Herr Trump darauf antworten? Den Mist den er uns anzubieten hat (veraltete, minderwertige Technik, gefraktes Erdgas und genmanipulierte Landwirtschaftliche Produkte, bekommt er in Europa ohnehin nur schwer los. Von mir aus kann er das auch behalten.
Die USA Verstößen gegen Beschlüsse der WHO und kommen ungestraft davon. Handelssanktionen wie gegen die Russen würde ich begrüßen.
Vielleicht sollten wir uns Russland mit seinem großen Markt und den nahezu unerschöpflichen Rohstoffen zuwenden, wenn es dazu nicht schon zu spät ist, denn die Chinesen liefern dem Russen mittlerweile das, was wir Ihnen bisher in einer vielleicht besseren Qualität, aber auch teurer verkauft haben.

09.03.2018 11:04 Michael Möller 14

hier hat ein Staatsfürher das umgesetzt was er den Wählern vor der Wahl versprochen hat und alle regen sich auf. welcher unserer eigenen Politiker egal ob auf Kommunal,-Länder ,-Bundes-oder EU_ebene hat seine Versprechen jemals eingehalten und auch umgesetzt. soweit man sehen kann keiner würde ich behaupten. das beginnt mit Steuergerechtigkeit bis hinzur Einhaltung der Gesetzte und Verträge . was wir bis heute erleben durften war das genaue Geegenteil. also was soll diese Aufregung jetzt

09.03.2018 09:14 Leon 13

Ich denke, wenn Europa seine Stahl- und Aluminiumlieferungen an die USA einstellt, wird dem Haudegen mit schlechten Manieren im Weißen Haus ziemlich schnell klar, was für ein Verlierer er ist. Aber die EU ist und bleibt ein zahnloser Tiger. Ein bisschen Erdnussbutter mit Strafzöllen belegen, zeigt nur die Unfähigkeit dieser Wirtschaftsgemeinschaft. Eine klare Kante gegen den Halbstarken in Washington wäre schon angebracht.

09.03.2018 09:13 Sebastian Jokisch 12

Es ist Fakt, dass die Stahlindustrie aus den USA abgewandert ist. Was ist nun, wenn China sich entschließt Krieg gegen die USA zu führen? Dann sitzen die USA zwar auf einer gut ausgebauten Waffenindustrie aber ohne Rohstoffe.

Trump tut genau das Richtige, er baut die heimische Industrie wieder auf, damit die USA als ganzes unabhängig sein können. Wer den Binnenmarkt vergisst, der hat von Wirtschaft keine Ahnung und rennt nur dem Geld hinterher. Wenn man keine Produkte mehr hat, wozu braucht man dann noch Geld?

Und jetzt bettelt die EU um eine Ausnahme für sich anstatt selber ihre heimische Industrie wieder aufzubauen. Aber die EU hat eh keine Ahnung wie man ein Volk führt und von Wirtschaft und Handel redet sie zwar immer wieder aber verstehen tun sie diese Felder nicht. Vielleicht sollte man EU-Funktionäre mal dazu zwingen Dokumentationen anzuschauen als sich nur in der Lobby zu vergnügen.

09.03.2018 08:35 zaus 11

Reagiert die EU mit Strafzöllen, werden die USA wiederum Gegenmaßnahmen ergreifen usw. Dann wird bald auch die deutsche Autoindustrie leiden. Da ist es natürlich besonders dämlich, jetzt im Inland auch noch den Diesel unter Beschuss zu nehmen. America first + Germany last = maximaler wirtschaftlicher Schaden für Deutschland.

09.03.2018 06:40 Wo geht es hin? 10

Zitat aus dem Artikel: "Mit dem Schritt löse er ein Wahlversprechen ein." Zitat Ende. Diesen Satz sollte man einfach mal auf sich einwirken lassen und ein paar Minuten drüber nachdenken. Ein weiterer Aspekt dieser Maßnahme ist es, dass der hemmungslosen Globalisierung und deren Auswirkungen mal ein Bremsklotz vorgelegt wird.

09.03.2018 06:37 Na so was 9

Nur mal so nebenbei bemerkt, warum wird eigentlich über Herrn Trump viel mehr berichtet als über die Probleme und deren Lösungen, die in Deutschland zu bewerkstelligen sind ? Oder gibt es jemanden unter uns, der sagt, Deutschland hat keine Probleme. Vielfach wird ja nicht mal nach einer Lösung gesucht, es wird halt ausgesessen. Und da gehört Deutschland auf jeden Fall zur Weltspitze.

09.03.2018 01:14 Hans 8

Soviel zur freien globalen westlichen Welt. Es gibt immer Milliardäre die den Hals nicht voll bekommen. Im Gegenzug muss die EU sofort sämtliche US - Importe mit 100% verzollen und nicht erst nach 10 Jahren etwas beschließen.

09.03.2018 00:49 Marianne 7

Unfaire Rethorik erst beantworten wenn Machtfrage geklärt ist und Optionen auf dem Tisch liegen. Nicht mit Richtigstellung beantworten. Der, der die Macht hat, hat im Zweifelsfall recht.

08.03.2018 23:31 Markus 6

Vielleicht ist das eine gute Zeit, endlich von Amerikaner los zu werden? Was machen ihre Militär auf dem deutschen Boden? 2. Weltkrieg ist schon 73 Jahre als beendet! Amis müssen mit ihren Raketen, Panzer und mit anderem Zeug nun einfach nach Hause!

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