Die Zwillingstürme der Deutschen Bank stehen vor den Zentralen der Commerzbank und der Landesbank Hessen-Thüringen in Frankfurt/Main.
Die Zentralen der beiden Banken in Frankfurt. Bildrechte: dpa

Finanzbranche Deutsche Bank und Commerzbank verhandeln über Fusion

Die beiden größten Banken Deutschlands prüfen einen möglichen Zusammenschluss. Deutsche Bank und Commerzbank haben Gespräche beschlossen. Wie beide Seiten betonten, sind die Verhandlungen ergebnisoffen.

Die Zwillingstürme der Deutschen Bank stehen vor den Zentralen der Commerzbank und der Landesbank Hessen-Thüringen in Frankfurt/Main.
Die Zentralen der beiden Banken in Frankfurt. Bildrechte: dpa

Deutsche Bank und Commerzbank beginnen offiziell mit Gesprächen über eine Fusion. Das teilten die beiden größten deutschen Privatbanken am Sonntag in Frankfurt mit.

Zuvor hatten die Vorstände der Unternehmen getrennt getagt. Beide Banken erklärten, die Gespräche seien ergebnisoffen. Die Deutsche Bank fügte hinzu, es gebe zum jetzigen Zeitpunkt keine Gewähr, dass es zu einer Transaktion komme.

Im Sinne der Bundesregierung

Über eine mögliche Fusion der Banken war seit Monaten spekuliert worden. Die Vorstände beider Geldhäuser hatten schon länger im kleinen Kreis über einen möglichen Zusammenschluss beraten.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz
Olaf Scholz wünscht sich eine schlagkräftige deutsche Großbank. Bildrechte: dpa

Eine Fusion wäre im Sinne der Bundesregierung. Finanzminister Olaf Scholz und sein Staatssekretär Jörg Kukies hatten immer wieder bekräftigt, Deutschland brauche starke Banken. Die Bundesregierung stehe "wirtschaftlich sinnvollen Optionen offen gegenüber".

Berichten zufolge sollen Scholz und Kukies die Bankenchefs gedrängt haben, ein Zusammengehen zu prüfen. Allein Kukies traf sich offiziellen Angaben zufolge 2018 fast zwei Dutzend Mal mit führenden Vertretern der Deutschen Bank. Bei der Commerzbank ist der Bund seit der Finanzkrise mit gut 15 Prozent beteiligt und hat dadurch Mitspracherecht.

Union äußert Vorbehalte

Der Unions-Haushaltspolitiker Eckhardt Rehberg warnte Scholz indes vor politischer Einflussnahme. Eine Fusion der beiden Banken müsse nach rein betriebswirtschaftlichen Kriterien Sinn ergeben, forderte Rehberg. Der Steuerzahler dürfe keinesfalls in Mithaftung gezogen werden.

Der CSU-Finanzpolitiker Hans Michelbach sagte der Nachrichtenagentur Reuters, vor einer Fusion müsste der Bundesanteil an der Commerzbank von 15 Prozent aufgelöst werden. Zudem äußerte er wettbewerbsrechtliche Bedenken. "Eine Fusion der beiden Großbanken würde den Wettbewerb zum Nachteil der Kunden erheblich einschränken", sagte Michelbach.

Nicht im Sinne der Arbeitnehmer

Einer Fusion könnten zudem Zehntausende Arbeitsplätze zum Opfer fallen: Die Gewerkschaft Verdi befürchtet den Verlust von 10.000 Arbeitsplätzen, Branchen-Experten sehen laut Nachrichtenagentur Reuters bis zu 30.000 Stellen gefährdet.

Nach Ansicht von Finanzpolitikern fehlt Deutschland eine schlagkräftige international aufgestellte Großbank. Während die US-Konkurrenz längst wieder bestens verdient, haben sich deutsche Großbanken bis heute von der Finanzkrise nicht wirklich erholt.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 17. März 2019 | 14:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. März 2019, 14:00 Uhr

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1 Kommentar

18.03.2019 04:59 Gerd Müller 1

endlich tut sich was und hoffentlich gibt es bald wieder Zinsen für unsere Spargroschen ^^

Investition in e-Mobile sind OK Sparverträge wie in den 1990 Jahren als fette Zinsen lockten müssen her
unsere zig tausende Euronen mehren ^^