Eine Frau steigt bei der Wiederinbetriebnahme des Locomore-Fernzugs von Berlin nach Stuttgart in einen «Leo Express». Der Fernbusanbieter Flixbus steigt nach einer mehrmonatigen Testphase in den Bahnverkehr ein.
Der Test mit dem Locomore-Zug war erfolgreich. Nun steigt Flixbus als Flixtrain ins Schienengeschäft ein. Bildrechte: dpa

Fernbusanbieter Flixbus gibt es jetzt auch als Zug

Flixbus hat die Deutschen Bahn schon gehörig unter Druck gesetzt. Jetzt greift der Fernbusanbieter auch direkt auf der Schiene an. Zunächst wird ab Ende März die Strecke Köln-Hamburg bedient, Berlin-Stuttgart soll folgen. Doch das ist noch nicht alles.

Eine Frau steigt bei der Wiederinbetriebnahme des Locomore-Fernzugs von Berlin nach Stuttgart in einen «Leo Express». Der Fernbusanbieter Flixbus steigt nach einer mehrmonatigen Testphase in den Bahnverkehr ein.
Der Test mit dem Locomore-Zug war erfolgreich. Nun steigt Flixbus als Flixtrain ins Schienengeschäft ein. Bildrechte: dpa

Flixbus steigt nach einer mehrmonatigen Testphase in den Bahnverkehr ein. Das hat Unternehmenschef André Schwämmlein angekündigt. Vom 24. März an biete Flixbus Fahrten auf der Strecke Hamburg-Köln an. Der Zug werde täglich außer mittwochs fahren und in Düsseldorf, Münster, Duisburg, Gelsenkirchen und  Essen halten. Die Tickets sollen ab 9,99 Euro kosten.

Angriff auf Bahn-Monopol

Flixbus
Mit Tiefstpreisen setzt Flixbus schon heute der Bahn zu. Bildrechte: dpa

Ab April sollen dann Züge zwischen Berlin und Stuttgart fahren mit Stopps unter anderem in Hannover und Frankfurt. Insgesamt würden dann 28 Ziele in fünf Bundesländern angebunden. Das ist laut Schwämmlein jedoch nicht das letzte Wort. Flixbus plane weiter und denke darüber nach, das Geschäft mit Fernzügen auszubauen.

Flixbus versucht damit der Deutschen Bahn auch auf der Schiene Konkurrenz zu machen. Die Bahn ist im Zuggeschäft noch immer nahezu konkurrenzlos. In der Vergangenheit gab es mehrere Herausforderer, sie alle waren jedoch gescheitert. Flixbus hat allerdings die Bahn bereits mit seinem vergleichsweise preiswerten Fernbus-Angebot unter Druck gesetzt.

Flixtrain in Flixbus-Grün

Zuletzt hatte Flixbus den ehemaligen Locomore-Zug auf der Strecke Berlin-Stuttgart getestet - noch mit Waggons in orange. Mit den Zahlen ist der Firmenchef zufrieden. Laut Schwämmlein wurden seit der Übernahme im Sommer mehr als 150.000 Tickets verkauft.

Der Flixbus auf der Schiene heißt Flixtrain. Die neuen Züge sind dann in firmeneigenem Grün lackiert. Laut Schwämmlein ist Flixbus inzwischen ein anerkanntes Eisenbahnunternehmen. Damit könne es selbst Trassen bei der DB Netz beantragen. Die Bahn-Tochter vergibt in Deutschland die Rechte für die Nutzung des Schienennetzes.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 06. März 2018 | 11:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. März 2018, 11:47 Uhr

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10 Kommentare

06.03.2018 22:19 Sindy Höhn 10

Ich finde es klasse, dass die Deutsche Bahn endlich Konkurrenz bekommt. Schnell mag die Deutsche Bahn sein, dass ist auch wichtig, denn die Sitze werden immer schmaler und härter. Es soll Fahrgäste geben, die nicht schnell von A nach B kommen wollen, sondern preiswert und bequem mit Kinderwagen oder Fahrrad. Das ist bei der Deutschen Bahn mit Ihren ICE´s unmöglich. Zudem erhöhen sie jährlich Ihre Preise um mindestens 3,00 %. Da weiß auch keiner, wo die Erhöhung landet. Beim Personal? Beim Ausbau der Netze? Ich zweifel daran.
Ich hoffe, dass sich das Netz von Flexbus oder Flexzug weiter ausbreitet und die Preise bei hoher Nachfrage nicht rasant steigen, sondern niedrig bleiben. Zudem sollte das Personal nicht leben müssen um zu arbeiten. Vielen Dank.

06.03.2018 20:43 Peter 9

@7 Tja Rödiger, und die Züge, wie auf der Abbildung, stammen vermutlich noch von der Reichsbahn.

06.03.2018 20:38 @6 Katzenfreund 8

Schön und gut, mein Lieber. Aber das Premiumprodukt der DB (ICE) befördert nun mal keine Fahrräder....

06.03.2018 19:55 F.Rödiger 7

Alles schön und gut, trotzdem werden wohl immer noch die Gleise der DB genutzt und solange diese nicht ausgebessert sind wird sich an der Fahrzeit auch nichts ändern.
Fraglich bleibt hier auch wieviel das Zugpersonal an Lohn bekommt.

06.03.2018 18:24 Katzenfreund 6

@Brennabor: Nichts für Ungut, aber schauen Sie mal nach dem ICE 1557 ab Darmstadt 08:48 Uhr Mo-Sa und die Rückfahrt mit ICE 1554. Geht doch noch unter 10 Stunden...

06.03.2018 17:24 Brennabor 5

Flixtrain, Flexpreis, Railjet, Alex, Flixbus usw.
Hauptsache wir werden vollkommen wirr
im Kopf gemacht. Bitte fahren sie mal von
Darmstadt nach Dresden und nehmen das
Fahrrad mit, da brauchen sie schon mal über
eine Stunde um den Fahrschein zu lösen und
müssen eine Reisezeit von fast 10 Stunden
einplanen, da es nur über den Umweg Kassel
und 2 mal umsteigen funktioniert.
2017 gab es noch eine Direktverbindung !!!!

06.03.2018 13:58 Gerd 4

finde ich für sehr gut, ich bin immer mit der DM
am gesamten Wochenende für 25.- DM gefahren, wo die Preise mit dem EURO total unverschämt sind von der Bahn für das Wochendende jetzt.

06.03.2018 13:09 Chemnitzer Bub 3

Ebenso wäre ein Zug von Görlitz via Dresden, Chemnitz, Zwickau nach München empfehlenswert. Daher kann man als Sachse solch eine Meldung gern als "nice" abtun, da ja aktuell eh nur die altbekannten Strecken bedient werden.

06.03.2018 12:58 Frank der Baugutachter 2

Da empfehle ich gleich dem Unternehmen Flixbus von Chemnitz über Döbeln / Riesa/ Elsterwerda Berlin als Tour anzufahren. Der ist dann knackevoll.

06.03.2018 12:12 Na so was 1

Falls sich "Flixbus auch als Zug" mit den "kleinen Preisen auf Dauer" durchsetzen kann und wettbewerbsmäßig gegen die DB nicht untergeht, da wissen wir dann alle, dass die DB uns mit ihren Fahrpreisen die Euros unberechtigterweise aus der Tasche gezogen hat. Nichts ist dann mehr mit "Die Bahn kommt". Da kann es dann ganz schnell heißen "Die Bahn geht".