Unliebsame Weihnachtsgeschenke Darauf müssen Sie beim Umtausch achten

Ohne Paketboten wären viele Weihnachtsgeschenke dieses Jahr wohl nicht unter dem Tannenbaum gelandet. Bis zu elf Millionen Pakete hat allein die Deutsche Post an Spitzentagen in der Weihnachtszeit zugestellt. Und der Ritt geht für die Post gleich weiter, denn neben eingelösten Gutscheinen, werden nun auch ungeliebte Geschenke zurückgegeben oder umgetauscht. Doch worauf muss bei der Rückgabe während des Lockdowns geachtet werden?

Hände eines Senioren öffnen die Schleife eines Weihnachts-Geschenks.
Nicht jedes Geschenk ist ein Treffer, einige werden nach Weihnachten umgetauscht. Bildrechte: dpa

Die Kerzen brennen, der Baum ist geschmückt, die Geschenke werden ausgepackt. Doch vielleicht ist der Pullover zu klein, der Mixer schon vorhanden oder das Spielzeug nicht das Richtige. Nach den Weihnachtsfeiertagen ist dann Umtauschen oder Zurückschicken angesagt.

Dem Handelsverband Deutschland, HDE, zufolge sinkt die Umtauschquote, während immer mehr Gutscheine und Bargeld unter dem Weihnachtsbaum liegen. Weniger als fünf Prozent der Geschenke werden in der Regel über alle Sortimente hinweg umgetauscht.

Internet-Einkäufer haben Vorteile

Ob es in diesem Jahr wegen der geschlossenen Geschäfte und dem erhöhten Online-Shopping mehr wird, könne man noch nicht abschätzen, sagt Finanztip-Chefredakteur Hermann-Josef Tenhagen. Auch die Deutsche Post trifft dazu noch keine Prognose. In Punkto Umtausch und Geschenk-Rückgabe habe das Einkaufen im Internet klare Vorteile, sagt Tenhagen. Da habe man ein Widerrufsrecht von 14 Tagen, ohne irgendwelche Begründungen. Schlimmstenfalls müsse man dann noch das Porto fürs Zurücksenden bezahlen.

Davon ausgenommen sind jedoch personalisierte sowie verderbliche Waren oder ausgepackte Hygieneartikel. Die mit Namen, Herz und Geburtsdatum bedruckte Zahnbürste der Tante kann man also nach dem Öffnen schlecht zurückschicken. Da ist man auf die Kulanz der Online-Verkäufer angewiesen.

Ähnlich verhält es sich beim Einzelhandel vor Ort. Beate Saupe von der Verbraucherzentrale Sachsen erklärt, dass man grundsätzlich im stationären Handel keinen Anspruch darauf habe, etwas umtauschen zu können. Viele Händler machten das aber freiwillig.

Persönlich in Kontakt treten

Dagegen besteht das Recht auf Reklamation im Einzelhandel immer, wenn die gekaufte Ware fehlerhaft ist oder Mangel enthält. Um den Anspruch auf Reparatur oder Umtausch während des Lockdowns durchzusetzen, rät Verbraucherschützerin Beate Saupe den Händler oder Verkäufer anzuschreiben.

Also gegebenenfalls habe ich eine Postanschrift des Händlers und kann meine Reklamationsgründe schriftlich darlegen.

Beate Saupe, Verbraucherschutz Sachsen
H&M Hennes & Mauritz
Bei H&M haben Verbraucher für 100 Tage ein Rückgaberecht. Bildrechte: dpa

Möglicherweise müsse man hierbei mit etwas Verzögerung rechnen, aber diese Ansprüche seien nicht ausgehebelt, sagt Saupe. Die sächsische Verbraucherschützerin geht davon aus, dass die meisten Händler kulant sein werden und einen Umtausch ermöglichen – selbst wenn die Rückgabefrist im Lockdown abgelaufen ist. Allein deshalb, um mit der Online-Konkurrenz mithalten zu können.

Ähnliches beobachtet Hermann-Josef Tenhagen vom Finanztip. Er habe kurz vor Weihnachten nochmal bei Peek & Cloppenburg und H&M angefragt, und die hätten gesagt: 100 Tage Umtausch. "Bei Deichmann, bei den Schuhen haben sie gesagt: Sobald wieder auf ist, 14 Tage Umtauschrecht. Also ab dem Tag, wo wir wieder öffnen dürfen. Das heißt also die Leute werden auch umtauschen können", sagt Tenhagen.

Gutschein statt Rückgeld

Anders als beim Online-Shopping kann der Einzelhändler allerdings festlegen, dass das ungeliebte Geschenk lediglich gegen einen Gutschein getauscht werden kann. Das Geld muss er nicht zurückgeben. Doch die gute Nachricht ist: Gutscheine können übertragen werden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 29. Dezember 2020 | 05:00 Uhr