Die Worte "Diesel" und "Euro5" sind auf einer Zulassungsbescheinigung Teil 1 eines VW zu sehen.
Verbraucherschützer und ADAC wollen vor Gericht VW zwingen, Kunden in Deutschland Schadenersatz zu zahlen. Zehntausende wollen sich der Musterklage anschließen. Bildrechte: dpa

Abgasskandal Großes Interesse an Musterklage gegen VW

Im Abgasskandal hat sich VW verpflichtet, Dieselfahrer in den USA zu entschädigen. Das gleiche in Deutschland zu tun, weigert sich der Konzern. Die geplante Musterklage gegen VW stößt deshalb auf großes Interesse. Volkswagen gibt sich dennoch entspannt.

Die Worte "Diesel" und "Euro5" sind auf einer Zulassungsbescheinigung Teil 1 eines VW zu sehen.
Verbraucherschützer und ADAC wollen vor Gericht VW zwingen, Kunden in Deutschland Schadenersatz zu zahlen. Zehntausende wollen sich der Musterklage anschließen. Bildrechte: dpa

Die geplante Musterfeststellungsklage gegen Volkswagen stößt bundesweit auf große Resonanz. Nach Angaben des Rechtsanwalts, der die Klage für den Bundesverband der Verbraucherzentralen betreut, gingen bei ihm innerhalb eines Monats mehr als 4.000 konkrete Anfragen ein. Beim Verband selbst meldeten sich rund 26.000 Interessenten.

Klage am 1. November

Der Bundesverband und der Automobilclub ADAC wollen die Klage gemeinsam am 1. November einreichen. Ihr Ziel ist es, gerichtlich feststellen zu lassen, dass Volkswagen Käufer vorsätzlich und sittenwidrig geschädigt habe und ihnen deshalb Schadenersatz schulde.

Das Instrument der Musterfeststellungsklage ist neu, es tritt erst zum 1. November in Kraft. Die Neuregelung soll Verbrauchern helfen, bei Prozessen gegen Unternehmen leichter zu ihrem Recht zu kommen. Um sich der Klage anzuschließen, müssen sich Dieselfahrer in ein offizielles Register eintragen. Das wird beim Bundesamt für Justiz eingerichtet.

VW gibt sich entspannt

Sich beteiligen können alle, die ab November 2008 einen Diesel der Marken Volkswagen, Audi, Skoda oder Seat mit einem Motor des Typs EA 189 gekauft haben. Für die Autos gab es einen Rückruf.

VW gibt sich dennoch entspannt. Der Konzern erklärte, die Klage ändere nichts an seiner Position, dass es "keine Rechtsgrundlage für kundenseitige Klagen im Zusammenhang mit der Diesel-Thematik in Deutschland" gibt.

Milliardenzahlungen in den USA

VW hatte im September 2015 Manipulationen an Dieselmotoren einräumen müssen. Die Sache ins Rollen brachte die US-Umweltbehörde. In den USA hat sich Volkswagten verpflichtet, die Autokäufer zu entschädigen. Insgesamt muss der Konzern in den USA mehr als 20 Milliarden Dollar zahlen.

In Deutschland sind vom Pflichtrückruf 2,5 Millionen Autos betroffen. Tausende VW-Fahrer haben schon auf eigene Faust geklagt. Volkswagen zufolge waren im September 23.800 Verfahren anhängig. Mehr als 6000 Urteile habe es gegeben.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 22. Oktober 2018 | 11:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. Oktober 2018, 11:33 Uhr

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14 Kommentare

22.10.2018 19:30 ein schon länger in Deutschland lebender 14

@maheba 12

"Es hätten schon längst neue Antriebstechnoliogien auf dem Markt sein können. Ich denke mal andere oder besser gesagt neue Fahrzeugbauer werden das Rennen machen. Eben Verschlafen."

Quatsch!
Das haben unsere Autobauer schon lange in der Schublade, der Zeitpunkt ist nur noch nicht gekommen.

siehe:
https://www.mdr.de/sachsen/chemnitz/volkswagen-zwickau-baut-elktroautos-100.html

22.10.2018 18:55 Rumsdibums 13

@Max W. - Oh mein Dings...
Ihre Sozialisation ist der von den Ostdeutschen, deutlich erkennbar, um Längen Voraus.

22.10.2018 18:55 maheba 12

Zerstörung der deutschen Autoindustrie. Das ich nicht lache. Das macht sie doch von ganz allein. So innovationslos, nicht zukunftsorientiert, mit althergebrachter Technik riesige Gewinne einfahren......
Es hätten schon längst neue Antriebstechnoliogien auf dem Markt sein können. Ich denke mal andere oder besser gesagt neue Fahrzeugbauer werden das Rennen machen. Eben Verschlafen.

22.10.2018 17:14 Max W. - Oh mein Dings... 11

@22.10.2018 16:18 Dieter (Da die Zerstörung unserer Autoindustrie jetzt so gut und fast alleine läuft, hat die von Toyota gesponserte Deutsche Umwelthilfe schon das nächste Opfer im Visier: Firmen mit Elektroschrott.)

Genau Dieter, es handelt sich um eine Verschwörung! Plonk.

22.10.2018 17:07 Max W. - Oh mein Dings... 10

@22.10.2018 16:16 optinator (@4 Trägt ihre Frau eine Kittelschürze "Made in GDR" ?)

Die Genossin trägt selbst. In diesem Landesteil gibt es Biografien, die Hegel im Grabe rotieren ließen, erführe er davon.

22.10.2018 17:05 Max W. - Oh mein Dings... 9

@22.10.2018 13:29 Atheist aus Mangel an Beweisen

(Ich wüste nicht warum ich klagen sollte.
Ich hab meinen Diesel doch nicht für die Umwelt gekauft!)

Ja, das erbrach ja schon ihr Lieblingsdichter Genosse Johannes R. Becher: "Bringe dich jeden Tag in Übereinstimmung mit der Macht". Für heute kann ich ihnen Vollzug bescheinigen. Morgen werden sie das auch spielend hinbekommen, wie ich ihre Kommentare kenne. Den mit der Huldigung für ihren Ex-Parteivor'tzenden eingeschlossen, über den ich noch heute Tränen lache. Vor allem, wenn man bedenkt, dass sie zu diesem Zeitpunkt CSU-Mitglied waren...

Der "Osten", soweit DDR-vollsozialisiert, wird voraussichtlich noch 120 Jahre brauchen, um einfachste Ursache-Wirkungsschemata nachvollziehend zu begreifen. In diesem Sinne: Vorwärts und schnell vergessen!

22.10.2018 16:53 Peter 8

@7 Dieter: Ach, seien Sie nicht so pessimistisch.
Die deutschen Autobauer haben im 1. Halbjahr 2018 Rekordgewinne gemacht:
VW: 8,160 Mrd €
Daimler: 5,975 Mrd €
BMW: 5,479 Mrd €
(Quelle: statista.de)
Übrigens: Die Möglichkeit einer solchen Musterfeststellungsklage hat die GroKo erst vor kurzem geschaffen. Gehen Sie also davon aus, dass Frau Merkel die deutsche Autoindustrie ruinieren will?

22.10.2018 16:18 Dieter 7

Da die Zerstörung unserer Autoindustrie jetzt so gut und fast alleine läuft, hat die von Toyota gesponserte Deutsche Umwelthilfe schon das nächste Opfer im Visier: Firmen mit Elektroschrott.

22.10.2018 16:16 optinator 6

@4
Trägt ihre Frau eine Kittelschürze "Made in GDR" ?

22.10.2018 15:41 Fragender Rentner 5

Nun will Fr. Merkel etwas an den Daten für die NOX-Werte ändern und so dürft ihr weiter in die Städte fahren.

Seht ihr was so alles vor einer LT-Wahl versprochen wird ??? :.(((

Na schauen wir mal, wer da mehr Stimmen bekommen wird, die CDU oder die Grünen?