Insolvenzmasse Air-Berlin-Beschäftigte gehen leer aus

Banken, Finanzbehörden, der Staat – die Schlange der Gläubiger bei der insolventen Fluglinie Air Berlin ist lang. Am Ende der Kette stehen die Mitarbeiter. Für sie wird nichts mehr zu holen sein.

Air Berlin Schalter
"Sorry, wir haben geschlossen" steht an einem Schalter von Air Berlin. Bildrechte: imago/Sven Simon

Trotz unwirksamer Kündigung erhalten die früheren Beschäftigten der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin keine Entschädigung. Wie der zuständige Insolvenzverwalter sagte, reicht die Insolvenzmasse dafür nicht aus.

Zunächst andere Gläubiger bedient

In Insolvenzverfahren werden zunächst für gewöhnlich andere Gläubiger bedient, darunter Banken, Finanzbehörden und die Arbeitsagentur. Unter anderem hatte Air Berlin von der Bundesregierung einen Überbrückungskredit von 150 Millionen Euro erhalten, den sie nahezu vollständig zurück bezahlt hat.

Kündigungen waren unwirksam

Mitarbeiter der Fluggesellschaft Air Berlin stehen nach der Landung der letzten Maschine der Airline auf einer Fluggasttreppe.
Am 27. Oktober 2017 stehen Mitarbeiter der Fluggesellschaft Air Berlin auf dem Vorfeld des Flughafen Berlin-Tegel, nachdem die letzte Maschine der Airline gelandet ist. Bildrechte: dpa

Air Berlin hatte im Sommer 2017 Insolvenz angemeldet, nachdem die Fluggesellschaft Etihad als Großaktionär den Geldhahn zugedreht hatte. Zum Zeitpunkt der Insolvenz hatte die Fluggesellschaft etwa 8.600 Mitarbeiter, darunter rund 3.500 Flugbegleiter und 1.200 Piloten. Ende Oktober 2017 wurde der Betrieb eingestellt. Das Bundesarbeitsgericht erklärte unlängst wegen eines Formfehlers ihre Entlassungen für unwirksam.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 31. Mai 2020 | 11:30 Uhr