Autoindustrie Studie: E-Mobilität kostet zehntausende Jobs

Wenn bis 2030 zwei von drei neu produzierten Autos mit Elektromotor fahren, könnte das viele Beschäftigte in der Autobranche den Job gekostet haben. Mehr als 100.000 Jobs könnten einer Studie zufolge wegfallen – vor allem in der Produktion.

Durch den Umstieg auf Elektromobilität könnten in der Autobranche zehntausende Jobs wegfallen. Das ist das Ergebnis einer Berechnung des Centers Automotive Research der Universität Duisburg-Essen, aus der die "Welt am Sonntag" zitiert. Dafür werde vorausgesetzt, dass bis 2030 zwei Drittel der neu produzierten Autos in Deutschland rein elektrisch betrieben werden.

Ein solcher Wandel würde dazu führen, dass 234.000 Jobs in Produktion und Entwicklung konventioneller Motoren überflüssig würden. Im Bereich Elektroantriebe entstünden dagegen nur knapp 110.000 Arbeitsplätze neu. Damit würde die Zahl der Beschäftigten in der Automobilbranche in Deutschland von aktuell gut 834.000 auf etwa 709.000 fallen.

E-Autos brauchen weniger Teile

Die Studie geht laut Zeitungsbericht davon aus, dass mehr Jobs in der Produktion, weniger in der Entwicklung verloren gehen. Das treffe somit auch Zulieferer wie beispielsweise Continental, Bosch und die ZF Friedrichshafen. Zur Begründung heißt es, dass für den Elektroantrieb deutlich weniger Teile benötigt werden. Die Zulieferer hätten sich außerdem auf die Technik für Verbrennungsmotoren spezialisiert.

Die Ministerpräsidenten der Automobilländer Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen haben laut Bericht angekündigt, die Branche mit Länder-Mitteln unterstützen zu wollen. Sie fordern aber auch Hilfe vom Bund. Dessen Maßnahmen seien bisher zu zögerlich.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 29. September 2019 | 06:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 29. September 2019, 10:37 Uhr

89 Kommentare

Klaus vor 10 Wochen

Ich komme schon seit 40 Jahren ohne eine gut bezahlte Arbeit in der Autoindustrie / Zulieferindustrie aus, es geht also.
Und das Problem sind doch nicht die Fridays-Demos, sondern die Umwelt und die Industrien im Ausland, die die Trends nicht verschlafen. Wer kauft denn noch einen Stinker, wenn es genug Alternativen aus dem Ausland gibt?
Wenn man also warten will, bis die Jobs in der Autoindustrie ganz wegfallen, weil die Konkurrenz im Ausland nicht schläft, meinetwegen. Mein Einkommen ist auch ohne Autoindustrie sicher. :-)

MDR-Team vor 10 Wochen

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frank d vor 10 Wochen

Na dann Wetter Rasselbock, sind sie doch ebenfalls ein CO2 Sünder, sie sollten erstmal ihre CO2 Lebensbilanz da wird einiges zusammenkommen.
Ihre Hybris den Verbrenner mit ihrer Elektro Ausbildung verurteilen zu wollen, bleibt bestehen. Oder machen sie das mit Hard & Software ?
Sapere aude
Ein Tipp von mir, sie sollten sich mit desavouierenden Ratschlägen zurückhalten, dass wirkt kleingeistig.