Deutsche Automobile am Autoterminal Bremerhaven vor ihrem Export nach Übersee.
Die deutsche Autoindustrie hängt stark vom Export ab. Bildrechte: imago/Eckhard Stengel

Konjunktur Produktion und Export von Autos stark rückläufig

In Deutschland ist die Produktion von Autos und Kfz-Teilen stark zurückgegangen. Das Statistische Bundesamt registrierte im zweiten Halbjahr 2018 im Vergleich zum ersten Halbjahr einen Rückgang um mehr als sieben Prozent. Die Gründe sind vielfältig.

Deutsche Automobile am Autoterminal Bremerhaven vor ihrem Export nach Übersee.
Die deutsche Autoindustrie hängt stark vom Export ab. Bildrechte: imago/Eckhard Stengel

Die deutschen Autokonzerne und ihre Zulieferer haben in der zweiten Jahreshälfte 2018 deutlich weniger produziert als im ersten Halbjahr. Die Fertigung ging saisonbereinigt um 7,1 Prozent zurück, teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag mit.

Die Entwicklung zog den gesamten Sektor des Verarbeitenden Gewerbes nach unten: In der Branche sank die Produktion um zwei Prozent. Ohne den Automobilbereich wurde ein Rückgang um 0,9 Prozent verzeichnet.

Viele Ursachen

Experten und Wirtschaftsinstitute nennen unterschiedliche Gründe für die rückläufige Autoproduktion. Der exportabhängigen deutschen Autoindustrie machen demnach die zunehmenden Handelskonflikte und die allgemein maue Weltkonjunktur zu schaffen. Im zweiten Halbjahr 2018 hätten laut dem Institut für Weltwirtschaft in Köln (IFW) außerdem neue Vorschriften für Abgasmessungen den Rückgang befördert. Hinzu kommen bei einigen Herstellern Modellwechsel sowie Streiks bei Zulieferern.

Dass die Ursachen für die Rückgänge vor allem im Ausland liegen, zeigt der Bericht des Verbandes der Deutschen Autoindustrie (VDA) für das erste Quartal 2019. Der Auftragseingang von dort ging demnach in den ersten drei Monaten des Jahres um acht Prozent zurück. Im Inland wurden im ersten Quartal hingegen so viele Autos neu zugelassen wie seit dem Jahr 2000 nicht mehr.

Minus zehn Prozent beim Export

Unterm Strich führte das zu Beginn dieses Jahres zu einer deutlich rückläufigen Fertigung. Laut VDA produzierten die deutschen Pkw-Hersteller im ersten Quartal knapp 1,3 Mio. Einheiten, elf Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Export ging um zehn Prozent auf rund 975.000 Fahrzeuge zurück.

Die Autoindustrie ist Deutschlands wichtigste Branche. Nach Zahlen aus der Volkwirtschaftlichen Gesamtrechnung von 2016 arbeiten rund 880.000 Beschäftigte in diesem Sektor und erbringen eine Anteil von 4,7 Prozent an der gesamten Bruttowertschöpfung.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 09. April 2019 | 11:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. April 2019, 16:51 Uhr

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12 Kommentare

11.04.2019 14:15 frank d 12

Endlich kommt der Klimaschutz voran! Diese böse Industrie endlich werden wir die los. Puh noch mal Glück gehabt, danach werden wir alle glücklich leben, ARD&ZDF werden täglich berichte senden wie sich ehemalige Autobauer im Winter mit ihren Familien warmzittern dabei das Gretalied singen voll von inbrünstiger Freude das damals die DUH mit all den Medienschaffenden diese Antidieselhysterie ausgelöst hatten. Damit haben diese Aktivisten uns alle vor der Hölle bewahrt die ganz sicher sonst gekommen wäre. Ganz neue Sendeformate werden an Bedeutung gewinnen. Kaninchen und Hühnerzucht Tipps, du und dein Kartoffelgarten. Haltbar machen von Obst und Gemüse für den Winter

10.04.2019 15:40 kleinerfrontkaempfer 11

Autofahren ist inzwischen in Arbeit und Streß ausgeartet.
Und wer will das schon.
Der Kauf eines Autos für 30.000 € (einstmal umgerechnet 60.000DM!) ist auch für den normalen Bürger ein finanzieller Kraftakt. Weiter Folgekosten absehbar. Und alles nur damit man (allein) zur Arbeit rollt. Und sonst mal eine überschaubare Anzahl von Familienfahrten hat. Dafür elektronisch hochgezüchtetes und teures Blech von 2 Tonnen Gewicht anschaffen und hegen und pflegen, das krempelt die Verhältnisse für einen Gebrauchs- gegenstand total um. Selbst ein "Stromer" wird daran nix ändern. Mit den kommenden demografischen Verhältnissen wird auch der Individualverkehr eine Änderung erfahren. Ob die Autoindustrie und ihre Lobby das will oder nicht.

10.04.2019 14:33 Querdenker 10

Immer weniger wollen die Dreckschleudern kaufen.

Besser wären Solarautos. Gerade für Bürger, die nicht so viele Kilometer im Jahr fahren und in der Stadt wohnen, kann das interessant sein (siehe „tz So viele Kilometer fahren die Deutschen pro Jahr Auto“).

Eine kleine deutsche Firma ist Vorreiter:

siehe „adac Elektroauto Sion von Sono Motors: Innovativ und bezahlbar“ und siehe „wiki Sono Sion elektroauto“

10.04.2019 10:47 part 9

Autos kaufen keine Autos und wo die Binnenkaufkraft immer weiter zurück geht, da stagniert auch der Absatz. Handelskriege und Exportbeschränkungen führen dazu das immer mehr deutsche Autobauer Werke in anderen Ländern errichten, besonders wegen der geringen Lohnkosten, worüber die Presselandschaft nur spärlich berichtet. Andere Schwellenländer entwickeln zudem selbst eine Autoindustrie, die die heimischen Bedürfnisse abdeckt. Wer jedoch denkt, die Finanzkriese von 2008 sei überwunden, der wird sich noch wundern.

10.04.2019 08:21 C.T. 8

@ Altmeister 50

Das Bevölkerungswachstum findet aber nicht in Deutschland statt. Sondern in Ländern deren geringer Lebensstandard in der breiten Masse es unmöglich macht ein in Deutschland gefertigtes Automobil erwerben zu können.

Die Automobilbranche in Deutschland wird mit Ende der Ära der Verbrennungsmotoren ihre Vormachstellung verlieren. Wegen der hohen Produktionskosten und dem fehlenden Innovationsvorsprung bei alternativen Technologien hier im "Automobilland" wird ein wettbewerbsfähiges Umstellen auf E-Autos scheitern.
Und das gönne ich den Automobilkonzernen allein aus Gehässigkeit. Diese Mondlöhne selbst für die Bandaffen sind eine Frechheit.

10.04.2019 05:09 Auf zum letzten Gefecht! 7

kann es sein das hier etwas falsch verstanden wird?

VW und Co produzieren mehr denn je, eben nur nicht in Deutschland.

Die Politik von SPD und Grünen zeigt Wirkung.

War es das war ihr wolltet?

09.04.2019 21:45 Auf zum letzten Gefecht! 6

kann es sein das hier etwas falsch verstanden wird?

VW und Co produzieren mehr denn je, eben nur nicht in Deutschland.

Die Politik von SPD und Grünen zeigt Wirkung.

War es das war ihr wolltet?

09.04.2019 20:22 frank d 5

@2 nur mal so; ich möchte mich ihrer These entgegenstellen. Auch wenn sie natürlich total toll und logisch klingt. Stellen sie sich folgendes vor. Sie sind im Jahre sagen wir mal 1019 sie stellen sich auf den Marktplatz ihres Dorfes und sagen Wachstum ist endlich wir haben doch alles was soll denn nun noch kommen? seitdem hatten wir ich schätze mal einige Millionen % Wachstum. aber Ihre These klingt natürlich viel besser. das gebe ich zu. Nur ist sie halt unzutreffend heute würde man sagen populistisch

09.04.2019 20:15 frank d 4

Da haben die Medienschaffenden ganze Arbeit geleistet! die Interpolierten (unter bestimmten annahmen errechneten) Dieseltoten! Die Stickoxidhysterie da war der MDR auch nicht ganz unbeteiligt. Aber natürlich im Namen des Einzig wahren richtig dolle guten wie immer. Aber jetzt fahren wir die Ernte ein! Auch Venezuela war mal ein reiches Land und all die Frei Day or Future Kids werden sehr sauer sein wenn demnächst alles ausfällt wegen Eltern arbeitslos. Warum jubeln eigentlich all die Verbrennungsmotorgegner nicht? Was ist denn los im Lager der Verbalmoralartisten? Nicht bedacht es folgen in der Realität hat? Sapere aude

09.04.2019 18:43 Altmeister 50 3

@2 Nur mal so

Aufgrund des weltweiten Bevölkerungswachtums, lt Projektion der UN von derzeit 7,6 Milliarden auf ca. 9,8 Mrd Menschen bis 2050, wird deren Versorgung nur mit entsprechendem Wertschöpfungs- Wachstum zu sichern sein. Dazu gehören auch Autos, da diese Menschen alle so leben möchten, wie in den entwickelten Industrienationen und der zivilisatorische Fortschritt der Mobilität nicht rückabwickelbar sein wird. Es bleibt auch im Sinne der ökologischen Kollapsvermeidung nur die radikale Einschränkung des Bevölkerungswachstumes. Europa geht dort mit gutem Beispiel voran.
Insgesamt reiht sich die Entwicklung der Autobranche lediglich in die absehbare Konjunkturdelle anderer Industriezweige ein.