Nachwuchssorgen Azubi-Gehälter im Lebensmittelhandel sollen steigen

Bei den großen Supermarktketten bleiben zunehmend Stellen unbesetzt und kaum ein Jugendlicher will dort den Beruf des Einzelhandelskaufmanns noch lernen. Aldi, Lidl und Kaufland werben mit Gehaltserhöhungen um Azubis.

Auszubildende in einem Supermarkt
Eine Ausbildung im Lebensmittelhandel ist für viele Jugendliche unattraktiv – die Supermärkte wollen das mit einem besseren Gehalt ändern. Bildrechte: imago/Becker&Bredel

Im Lebensmittelhandel steigen angesichts niedriger Bewerberzahlen die Ausbildungsvergütungen. Aldi Süd kündigte an, Auszubildenden ab Sommer besser zu bezahlen. Im ersten Lehrjahr soll es dann 1.000 Euro geben, im dritten 1.250 Euro. Das sind jeweils 50 Euro mehr als bisher.

50.000 Stellen im Einzelhandel nicht besetzt

Auch der Rivale Lidl und der Großflächen-Discounter Kaufland hatten angekündigt, die Azubi-Vergütung zu erhöhen. Hintergrund ist der Personalmangel im Einzelhandel. Einer Studie des Kölner Handelsforschungsinstituts EHI zufolge sind bei den 50 größten Handelsunternehmen knapp 50.000 Stellen unbesetzt.

Aldi Süd betonte, es sei heute grundsätzlich eine Herausforderung, Nachwuchskräfte zu finden. Im Einzelhandel werde dieses Problem durch die wenig attraktiven Arbeitszeiten und niedrige Bezahlung verschärft.

Die Einkommen im Einzelhandel gehören zu den geringsten im Branchenvergleich.

Tim Böger, Vergütungsdatenbank Compensation Partner "Lebensmittel Zeitung"

Im März hatte Lidl den Mindesteinstiegslohn für seine Mitarbeiter auf 12,50 Euro pro Stunde angehoben.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 30. November 2019 | 06:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 30. November 2019, 11:41 Uhr

1 Kommentar

Frank Maenner vor 7 Wochen

1250, toll, dafür gehen hier Familienväter arbeiten.