Verkehrsprojekt Deutsche Einheit ICE-Trasse Berlin-München eröffnet

Vier Stunden im Zug zwischen München und Berlin - die Bahn feiert das als "Meilenstein", die Politik spricht von einem "historischen Ereignis". Seit 1991 war an der Trasse gebaut worden. Nun hat die bundeseigene Deutsche Bahn die Strecke mit einer Reihe von Festivitäten eröffnet. Am Freitag etwa fuhren im Berliner Hauptbahnhof zeitgleich zwei ICE-Sonderzüge ein, in einem davon saß Bundeskanzlerin Merkel. Die ersten regulären Züge fahren am Sonntag.

Die neue Schnellfahrstrecke der Deutschen Bahn zwischen München und Berlin ist eröffnet. Zeitgleich fuhren am Freitagnachmittag zwei ICE-Sonderzüge auf benachbarten Gleisen im Berliner Hauptbahnhof ein. Der eine kam aus München nach knapp vier Stunden Fahrt. In den zweiten aus Nürnberg war am Berliner Südkreuz noch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zugestiegen, die von Berlins Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) am Bahnsteig begrüßt wurde.

Bahnfahren wie Fliegen

Eine Infotafel mit der Aufschrift "ICE 2581 - Berlin" ist am 08.12.2017 in einem Sonderzug der Deutschen Bahn (DB) am Hauptbahnhof in München zu sehen.
Im Sonder-ICE nach Berlin - kurz vor der Abfahrt in München Bildrechte: dpa

Die Fertigstellung ihrer neuen ICE-Trasse feierte die bundeseigene Deutsche Bahn AG mit einer ganzen Reihe von Festivitäten. Bei der Abfahrt des Sonderzugs am Freitag in Nürnberg sprach Bahnchef Richard Lutz von einem "Meilenstein". Ein Zug von Nürnberg in die Hauptstadt brauche nun erstmals weniger als drei Stunden. Damit sei die Bahn nunmehr auf einer "Schlagdistanz mit dem Flieger" angekommen.

Der geschäftsführende Bundesverkehrsminister Christian Schmidt (CSU) bezeichnete den Startschuss dabei als ein "historisches Ereignis"; und Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CDU) verkniff sich einen Hieb in Richtung Berlin nicht: Auch wenn die Fertigstellung der Strecke lange gebraucht habe, am Ende habe die Bahn den Berliner Flughafen BER doch noch überholt.

Fünf Festakte und zwei Sonderzüge

Auch die beiden Bayern stiegen in Nürnberg in den ICE nach Berlin. Auf ihrer Fahrt in die Hauptstadt stiegen bei Zwischenhalten und Festakten in Erfurt, Leipzig und Wittenberg auch Thüringens Regierungschef Bodo Ramelow (Linke), sein sächsischer Kollege Stanisław Tillich (CDU) und der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Rainer Haseloff (CDU), in den Zug, um am großen Abschlussfest mit Merkel und zahlreichen Prominenten in Berlin teilzunehmen.

Von Berlin nach München in weniger als vier Stunden

Am Sonntag geht der 107 Kilometer lange Abschnitt Erfurt-Bamberg als letztes Teilstück an das Netz. Damit sinkt die Fahrzeit auf den 623 Kilometern zwischen Berlin und München von derzeit sechs auf rund viereinhalb Stunden. Dreimal am Tag geht es aber noch schneller. Dann fahren die "ICE-Sprinter", die nur in Halle, Erfurt und Nürnberg halten und dadurch sogar weniger als vier Stunden für die Strecke brauchen. Die jährliche Fahrgastzahl zwischen Berlin und München soll sich nach den Erwartungen der Bahn auf 3,6 Millionen verdoppeln.

Verkehrsprojekt Deutsche Einheit

Mit der Einweihung der kompletten Trasse ist ein Großteil der Arbeiten am sogenannten Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 8 abgeschlossen. Baustellen wird es vorerst aber weiter geben, unter anderem an den Bahnhöfen Leipzig und Halle. An dem Projekt VDE8 wird seit 1991 gearbeitet. Zehn Milliarden Euro hat es gekostet. Auf 515 Kilometern zwischen Nürnberg und Berlin wurden Gleise neu verlegt oder erneuert, zudem 26 Tunnel und 37 Bücken gebaut.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: Radio | 08.12.2017 | 14:00 Uhr
Fernsehen | 08.12.2017 | 10:55 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. Dezember 2017, 22:40 Uhr

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10 Kommentare

09.12.2017 11:16 Sascha 10

Bloß mal als kleine Ergänzung.

Berlin/München. Nur kurz nach der Eröffnung der neuen Bahn-Fernstrecke zwischen Berlin und München ist es zu einer ersten Panne gekommen. Die Ehrengäste erreichten ihr Ziel erst weit nach Mitternacht - mit zwei Stunden Verspätung.

Quelle: rp-online

08.12.2017 21:06 Na so was 9

Was ist der Unterschied zwischen der ICE-Trasse München - Berlin und dem Großstadtflughafen Berlin BER ?
Der Schienenstrang ist nach 26 Jahren Bauzeit an die "Oberen" übergeben worden. Der BER wird das NIE schaffen, er wird immer Baustelle bleiben !

08.12.2017 20:19 Hans-Georg Schmidt 8

Schön,dass das so ist,aber wir auf dem Lande haben nicht einmal Fusswege und auch kein Internet und keine Einkaufsmöglichkeiten und stampfen in der jetzigen Jahreszeit durch den Sumpf.Die Frau Merkel und überhaupt die "großen" Politiker haben keine Ahnung,wie die Realität im ländlichen Raum aussieht!Aber auch wir gehen zur Wahl...nicht vergessen!

08.12.2017 19:14 Kermet 7

Schön das die Bahn an Millionen von Kunden vorbei rast, welche den Anschluss verloren haben.

08.12.2017 16:29 Fragender Rentner 6

@optinator zu 5

Du mußt nur in diese Städte ziehen, so brauchst du nicht erst zu den Bahnhöfen reisen. :-)

08.12.2017 15:46 optinator 5

Hurra !!!
Ein Projekt was mal in Deutschland funktioniert !

Leider als Reisender muss man erst einmal zu den Zusteige - Bahnhof kommen.
Da gibt es Stau und Bedarfe.

Deutschland - oh du schöne Welt !
Ich mach sie wie sie mir gefällt.

Frohe Weihnachten.

08.12.2017 15:44 Fragender Rentner 4

Wahnsinn, dann kann man Morgens von München zur Arbeit nach Berlin fahren und zum Schlafengehen ist man Abends wieder in München. :-)

Hatte ich richtig gehört nur ca. 140,- €, für eine Fahrt?

08.12.2017 12:45 Spottdrossel 3

Die Bahn feiert sich mal wieder. Täglich nun 3 oder 4 RennICEzüge. Dafür alles immer teurer und die Fläche wird weiter abgehängt. Da bleibt doch das Auto als zuverlässiges Reisemittel. Von Tür zu Tür ohne Umsteigen.

08.12.2017 11:15 Anton 2

Berlin - München 587 km, 4 Stunden, also nur 147 km/h. Keine Rede von versprochenen 300 km/h. Dazu Fahrt vom Hause bis zu Hbf und danach von Hbf bis zu Hotel, also noch mindestens 2 Stunden dazu. Mit einem PKW zwar 6 Stunden, aber Tür - Tür. Etwa gleich, nur mit PKW viel billiger und flexibler. Besonders wenn man nicht alleine fährt und mit viel Gepäck.

08.12.2017 08:03 Wachtmeister Dimpfelmoser 1

Festakt, Festakt, Festakt, Festveranstaltung ... Na, seht mal zu, dass Okzident-Express auch ankommt - für heute ist Sturm angesagt. Aber immerhin: Viel länger als für den Bau der Cheops-Pyramide hat die Bahn bis zur "Paralleleinfahrt der beiden Sonderzüge" auch nicht gebraucht. Sänk ju for trävelling!

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