Auch ohne Steuersenkung Bahn: Sparpreis-Tickets sollen billiger werden

Um mehr Deutsche vom Bahnfahren zu überzeugen und damit CO2 einzusparen, wollte die Bundesregierung die Mehrwertsteuer auf Tickets senken. Bisher scheiterte der Plan im Bundesrat. Die Bahn senkt trotzdem vorsorglich die Preise.

Intercity Express-Züge ICE am Hauptbahnhof Leipzig
Bahnfahren soll günstiger werden - schon ab dem 1. Januar. Bildrechte: imago/Action Pictures

Die Bahn will ab 1. Januar die günstigsten Preise für Fernverkehrstickets von bisher 19,90 Euro auf 17,90 Euro senken. Das berichtete die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf einen Sprecher des Unternehmens.

Demnach wird die Bahn das günstigste Ticket, den sogenannten Supersparpreis, "in jedem Fall um zehn Prozent billiger machen" - unabhängig von einer Senkung der Mehrwertsteuer auf Fahrkarten.

Initiative vom Bundesrat gestoppt

Ursprünglich war geplant, dass ab 2020 sämtliche Tickets im Fernverkehr durch die von der Bundesregierung angestrebte Absenkung der Mehrwertsteuer um zehn Prozent günstiger werden.

Doch die Steuergesetze des Klimapakets scheiterten zunächst um Bundesrat, weil die Länder eine Kompensation für die niedrigeren Steuereinnahmen forderten. Nun wird das Gesetzespaket im Vermittlungsausschuss diskutiert.

Darauf reagierte die Deutsche Bahn laut "Bild" nun mit der Absenkung des Einstiegspreises. Zuvor hatte das Unternehmen bekanntgegeben, dass die übliche Preiserhöhung zum Fahrplanwechsel im Dezember entfällt.

Steuersenkung soll zum Januar kommen

Der Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat soll sich am kommenden Montag mit den Regierungsplänen zum Klimaschutz befassen, um noch in diesem Jahr zu Ergebnissen zu kommen.

Die Mehrwertsteuersenkung bei Bahntickets soll bereits zum Jahreswechsel greifen. Dafür müssten zunächst der Bundestag und dann der Bundesrat dem neuen Gesetz zustimmen. Die Länderkammer könnte dies auf ihrer Sitzung am 20. Dezember machen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 06. Dezember 2019 | 08:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. Dezember 2019, 13:27 Uhr