Passagiere auf einem Bahnsteig
In der Weihnachtszeit könnte es durch Streiks zu Zugausfällen und Verspätungen kommen. Bildrechte: imago/Stefan Noebel-Heise

Tarifverhandlungen abgebrochen Bahn-Gewerkschaft kündigt Warnstreiks an

Nach dem Abbruch der Tarifverhandlungen zwischen der Bahn und der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft müssen sich Zugreisende auf Streiks einstellen. Diese könnten schon in den nächsten Tagen beginnen.

Passagiere auf einem Bahnsteig
In der Weihnachtszeit könnte es durch Streiks zu Zugausfällen und Verspätungen kommen. Bildrechte: imago/Stefan Noebel-Heise

Nach dem Abbruch von Tarifverhandlungen bei der Deutschen Bahn müssen sich Bahn-Reisende in der Vorweihnachtszeit auf Streiks und damit auf Verspätungen und Zugausfälle einstellen.

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) erklärte am Samstag die seit zwei Monaten laufenden Verhandlungen mit der Deutschen Bahn für gescheitert.

"Warnstreiks werden nun unweigerlich die Folge sein", teilte die Gewerkschaft mit. Reisende müssten schon zu Beginn der kommenden Woche "mit erheblichen Zugausfällen rechnen".

Bahn-Angebot "zu niedrig"

Zuvor war die ganze Nacht ohne abschließendes Ergebnis in Hannover verhandelt worden - nach Gewerkschaftsangaben bis 5:38 Uhr. Parallel führt die Bahn auch Gespräche mit der Lokführergewerkschaft GDL. Beide Gewerkschaften fordern 7,5 Prozent mehr Lohn, haben aber noch weitere Forderungen bezüglich Arbeitszeiten und Urlaubsregelungen.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur hatte die Bahn zwei Erhöhungsstufen für das Gehalt angeboten - einmal 2,5 Prozent und einmal 2,6 Prozent bei einer Vertragslaufzeit von 29 Monaten. "Die Laufzeit ist zu lang, die Prozente sind daran gemessen zu niedrig", sagte EVG-Verhandlungsführerin Regina Rusch-Ziemba.

EVG droht mit "weitreichenden Aktionen"

Die EVG hatte bereits vorab mit einem Abbruch der Gespräche und "weiterreichenden Aktionen" gedroht, falls in dieser Runde keine Einigung gelingen sollte. Sie vertritt etwa 160.000 Beschäftigte der Deutschen Bahn im Inland.

Die kleinere GDL verhandelt für einen Teil davon - rund 36.000 Beschäftigte des Zugpersonals, darunter vor allem Lokführer, Zugbegleiter und Bordgastronomen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 08. Dezember 2018 | 12:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. Dezember 2018, 12:51 Uhr

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13 Kommentare

09.12.2018 19:59 Carolus Nappus 13

Na lieber Zeitgeist, so kann man sich alles schlecht- oder schönrechnen. Wieviele Lohnerhöhungen gab es seit 1990? Wieviel Euro oder eben DM Steuergeld butterte der Steuerzahler noch zusätzlich dazu? Achnee im Frühjahr 1990 waren es ja sogar noch Aluchips. Das wollen sie nicht ernsthaft mit Hartgeld vergleichen? Im Westen hatte zu diesem Zeitpunkt der Steuerzahler jedes Milliarden an Subventionen gezahlt. Für die Beamtenpensionen wurde aber noch nicht s zurückgelegt. Da zahlt der Steuerzahler bis heute dran. Normale Unternehmen mussen sofort jeden Monat die Rentenbeiträge abführen und müssen sie dementsprechend auch auf die Preise umlegen. Das gilt nun also auch für die Bahn.
Deren Problem ist nach wie vor, dass sie noch die Mentalität einer Beamtenbahn drauf hat.

09.12.2018 18:47 Motzi 12

Ja, ja , denken die Fahrgäste mal an das Personal, welches sie Weihnachten, Sylvester usw. tw. besoffen durch die Gegend kutschiert? Nö, ist ja selbstverständlich!!!

09.12.2018 14:58 Regina 11

ja ja die feine Bahngewerkschaft denken die mal an die Bürger die täglich auf arbeit mit der Bahn fahren müssen, die haben ja kein gepanzertes Auto wo sie rumgefahren werden.

08.12.2018 19:31 Motzi 10

@Gerd Müller: Haha, Leute feuern, guter Witz! Die Konkurrenz freut sich. Gerade die Wenigen, die den Laden am Laufen halten, und die Straßen vor dem Kollaps bewahren. Wenn ich mir hier die abertausenden Pendler jeden Tag anschaue. Und selbst im Osten werden händeringend Eisenbahner gesucht.
Zu dem EVG Streik: ein wiedermal durchsichtiges Manöver den eigenen Mitgliedern Konfrontationswillen vorzugaukeln!

08.12.2018 17:25 Zeitgeist 9

Nachtrag zu meiner 1. Ansage....
Fahrpreise Frühjahr 1990 Deutsche Reichsbahn
pro km 2. Klasse 8 Pfennig, 1. Klasse 11,6 Pfennig
Schnellzugzuschlag 3,00 Mark, Eilzug 1,50 Mark,....
im Westen war der höchste Fahrpreis wohl 180 DM egal wo hin in der BRD ! das wären etwa 90,00 € !
noch Fragen? Ich keine !

08.12.2018 16:49 Zeitgeist 8

Bahnfahren war noch nie so teuer wie heute.
Im Winterfahrplan sehe ich für Chemnitz, Döbeln und auch Görlitz keinen Fernverkehr? Gut ok, die Spitzen -Sachsen - Politiker werden in Berlin beim Bund und DB- Vorstand nicht mehr für voll genommen. Zum Thema.
Laufend mehr Geld wo soll das hinführen?
PS: zum Reichsbahnoberrat, ich kenne Leute, welche sich bei der DB oder Unter-Sklaven- Betriebe beworben haben. Nach über einem Jahr trotz Eingangsbestätigung weder eine Absage noch eine Zusage ! DB ist leider nicht mehr Deutsche Reichsbahn !

08.12.2018 15:28 Leopold Breuer 7

@Fragender Rentner, Ab 1. April 2017 gab es zuletzt 2,5 % mehr Geld. Weitere 2,5 % durften zum ersten Januar diesen Jahres als 2,5 % mehr Lohn, 1 Stunde weniger Wochenarbeitszeit oder 6 Tage mehr Urlaub eingelöst werden. (freie Wahl). Die Lohnsteigerungen waren also eher moderat.

08.12.2018 15:10 Fragender Rentner 6

Wann hatten sie die letzte Lohn- oder Gehaltserhöhung und wie hoch war diese?

08.12.2018 14:14 Reichsbahnoberrat 5

Es wird Zeit,das auch mal die EVG sich nicht mehr alles gefallen läßt. Im Bahnvorstand denkt man sicher immer noch,gut ausgebildete,hochmotivierte Mitarbeiter fallen vom Himmel. Das ist schon lange nicht mehr der Fall. Welcher gut ausgebildeter,junger Mensch fängt für die Bezahlung und Arbeitszeiten noch bei der DB an ? An Kommentator 1,in irgendeiner Wald-und Wiesenfirma in China würden ihre Worte sicher auf fruchtbaren Boden stoßen. Wir leben aber im Jahr 2018 in Deutschland,wo Arbeitnehmer noch nicht Sklaven von Gewinnsüchtigen sind und es auch nie werden dürfen.

08.12.2018 14:10 wwdd 4

Zu 1, Immer schlechtere Dienstpläne und damit schlechtere Arbeitszeitregelungen, keinen Nachwuchs und Mitarbeiter die schon frühzeitig ausgebrannt sind. Nur mit Geld wird man das nicht lösen. Die Züge sind voll und wenn sie etwas an der Bahn auszusetzen haben, wählen sie sich eine andere Regierung. Die, oder besser gesagt wir, ist bzw. sind, nämlich der Eigentümer dieses Unternehmens.