Ein Schweiߟer arbeitet an einem Stahlsegment für einen Windradturm.
Schweißarbeiten an einem Stahlsegment für einen Windradturm. Bildrechte: dpa

Arbeitsmigration Forscher: Bald jeder Dritte mit Migrationshintergrund

In 20 Jahren wird laut Prognosen jeder dritte Mensch in Deutschland ein Zuwanderer oder Mensch mit Migrationsgeschichte sein. Arbeitsmarktforscher appellieren, Deutschland müsse sich stärker öffnen, um seinen Arbeitskräftebedarf zu decken.

Ein Schweiߟer arbeitet an einem Stahlsegment für einen Windradturm.
Schweißarbeiten an einem Stahlsegment für einen Windradturm. Bildrechte: dpa

Bis 2040 wird Experten zufolge jeder dritte Mensch in Deutschland ein Zuwanderer oder Mensch mit Migrationsgeschichte sein. Das geht aus Prognosen des bundeseigenen Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. Es gehört zur Bundesanstalt für Arbeit.

Der Leiter des Forschungsbereichs Migration, Herbert Brücker, sagte der Zeitung "Welt", um den Bedarf an Arbeitskräften zu decken, müsse sich Deutschland künftig vielen Nationalitäten öffnen.

Frankfurt am Main: Jeder Zweite mit Migrationsgeschichte

Brücker zufolge haben aktuell etwa ein Viertel der Menschen in Deutschland einen Migrationshintergrund. Doch werde in Zukunft das Land "bunter werden". In 20 Jahren würden es 35 bis 40 Prozent Menschen mit Migrationshintergrund sein. Die Großstadt Frankfurt am Main liefere dafür ein gutes Beispiel. Dort habe schon heute jeder Zweite eine Migrationsgeschichte. In Berlin sei es jeder Dritte.

Dieser Trend in Großstädten werde künftig für das Land insgesamt normal. In einer Stadt wie Frankfurt werde der Anteil an Zuwanderern und Menschen mit Migrationsgeschichte auf 65 und 70 Prozent ansteigen, sagte Brücker im Interview.

Menschen mit Migrationshintergrund Dazu zählen alle in Deutschland lebenden
* Ausländer
* eingebürgerte Einwanderer
* Spät-Aussiedler, die nach 1950 in die Bundesrepublik kamen
* mit deutscher Staatsangehörigkeit geborene Kinder der zuvor genannten Gruppen.

"Deutsche" bleiben größte Gruppe

Brücker, der auch Direktor des Berliner Instituts für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM) an der Humboldt Universität ist, warnte zugleich vor dem "falschen Bild", dass künftig eine Minderheit an Deutschen einer "Mehrheit" von Einwanderern gegenüberstehe.

Deutsche blieben die mit Abstand größte Gruppe. Die Migranten hingegen sind laut Brücker ganz unterschiedlich. Einige seien Muslime, andere Buddhisten, die Mehrheit Christen, einige hätten akademische Abschlüsse, andere seien Hilfsarbeiter.

Deutschland braucht jährlich 400.000 Einwanderer

Berechnungen des IAB zufolge braucht Deutschland bis 2060 pro Jahr netto 400.000 Einwanderer, damit die Erwerbsbevölkerung und somit die Wirtschaftskraft nicht schrumpfen.

Brücker sieht Deutschland dabei im Wettbewerb mit anderen Ländern. Aus der EU kämen immer weniger Arbeitskräfte nach Deutschland. Das Potenzial in osteuropäischen EU-Ländern wie Rumänien und Bulgarien oder in Spanien und Portugal sei ausgeschöpft.

Deshalb müsse sich Deutschland verstärkt anderen Ländern öffnen, etwa EU-Anrainern wie den Westbalkanländern oder der Ukraine. Auch spiele Asien schon jetzt bei der Migration der Hochqualifizierten eine große Rolle. Die Chinesen seien die größte Gruppe unter den Studierenden, sagte der Migrationsforscher.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 04. November 2019 | 08:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. November 2019, 08:49 Uhr

78 Kommentare

der_Silvio vor 2 Wochen

"Hier geht es nicht um Flüchtlinge. Das ist ein ganz anderes Thema.
Hier geht es um die gezielte Einwanderung entsprechend dem Bedarf."
Falsch! Um dies zu untermauern zitiere ich Martin Schulz: "Was die Flüchtlinge uns bringen, ist wertvoller als Gold"
Von Beginn an, der verfehlten Asylpolitik der GroKo will uns die Politik die 'Flüchtlinge' als qualifizierte Zuwanderer 'verkaufen'.

MDR-Team vor 2 Wochen

Liebe User,
bitte bleiben Sie beim Thema.
Kommentare ohne Bezug zum Thema des Artikels werden entsprechend unserer Kommentarrichtlinien (http://www.mdr.de/service/kommentarrichtlinien100.html) nicht freigegeben.
Ihre MDR.de-Redaktion

Ekkehard Kohfeld vor 2 Wochen

Damit ihr Kommentar auch vollständig wird sollten Sie aber das dazu schreiben,weglassen ist auch eine Lüge.

Asylbewerber: Per Hilfsjob auf den Arbeitsmarkt | tagesschau.de
30.07.2019 - Der Anteil jener, die eine Berufsausbildung machen, bleibt aber gering. Viele Migranten arbeiten in sogenannten Helfertätigkeiten.

Oder ist das Lügenpresse?