Die Zentralen von Deutsche Bank und Commerzbank
Beraten über eine Fusion: Deutsche Bank und Commerzbank. Bildrechte: dpa

Deutsche Bank und Commerzbank Bankenfusion würde Zehntausende Arbeitsplätze gefährden

Wie sinnvoll ist eine Fusion der beiden größten deutschen Banken? Über diese Frage wird heftig gestritten. Während Verdi Arbeitsplätze bedroht sieht, steigen die Aktienkurse. Und der Chef der Monopolkommission sieht sowohl Vor- als auch Nachteile.

Die Zentralen von Deutsche Bank und Commerzbank
Beraten über eine Fusion: Deutsche Bank und Commerzbank. Bildrechte: dpa

Die mögliche Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank hat eine heftige Debatte ausgelöst. An der Börse wurde die Nachricht positiv aufgenommen. Zu Beginn des Handelstages legte die Aktie der Deutschen Bank um rund vier Prozent zu, am Vormittag lag der Kurs immer noch mit knapp drei Prozent im Plus.

Noch deutlicher fiel die Reaktion bei der Commerzbank aus. Dort kletterte der Kurs zu Beginn sogar um sechs Prozent. Später gab die Aktie deutlich nach, hielt sich allerdings bis zum Vormittag im Plusbereich.

Verdi sieht Tausende Arbeitsplätze bedroht

Ganz anders fiel die Reaktion hingegen bei den Arbeitsnehmervertretern aus. Verdi-Chef Frank Bsirske, der auch im Aufsichtsrat der Deutschen Bank sitzt, sagte, die Banken würden sich nicht sinnvoll ergänzen. Vor allem im Bereich des Privat- und Firmenkundengeschäfts würde es zu erheblichen Überschneidungen kommen. Zudem würde eine Fusion zu einem drastischen Stellen-Abbau führen. "Da würden 20.000 Arbeitsplätze und mehr im Feuer stehen", sagte er.

Deutsche Bank und Commerzbank im Vergleich
  Deutsche Bank Commerzbank
Mitarbeiter 91.700 (Vollzeitstellen), davon 41.700 in Deutschland rund 49.000 (inklusive Teilzeitkräfte)
Kunden 20 Millionen in Deutschland 18 Millionen, davon 13 Millionen in Deutschland
Filialen rund 1.400 rund 1.000
Bilanzsumme 1,35 Billionen Euro 462 Milliarden Euro
Nettogewinn 2018 341 Millionen Euro 865 Millionen Euro
Börsenwert 16,1 Milliarden Euro 8,9 Milliarden Euro

Der Chef der Monopolkommission der Bundesregierung, Achim Wambach, sieht bei einer Fusion zwar keine Wettbewerbs-, dafür aber Stabilitätsprobleme. Der "Rheinischen Post" sagte er: "Die Geschäftsfelder der beiden Banken überschneiden sich entweder nur gering oder sind wenigstens spürbarem Wettbewerb ausgesetzt - auch noch nach einer möglichen Fusion." Einiges deute deshalb daraufhin, dass die Kartellbehörden den Zusammenschluss billigen würden – gegebenenfalls aber unter Auflagen.

Probleme sieht Wambach allerdings durch die Größe einer neuen Bank. Dadurch steige das Risiko im Finanzsystem. Die Monopolkommission ist ein ständiges Gremium, das die Bundesregierung in Fragen der Wettbewerbspolitik berät.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 18. März 2019 | 11:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. März 2019, 11:36 Uhr

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13 Kommentare

19.03.2019 15:03 wwdd 13

Zu 12, Wenn der Blinde und der Lahme zusammen gehen, kommen sie ans Ziel.

18.03.2019 20:58 Meister Eder 12

Das Problem an der Fusion ist, dass sich zwei Lahme treffen und dennoch nicht gehen können!

18.03.2019 19:07 Carolus Nappus 11

@Peter: Rechnen ist nicht Ihre große Stärke? Wo sehen sie den bei einem 15,6%-Anteil an einem Unternehmen mit einem Wert von 8,9 Mrd.€ einen Gegenwert von 5 Mrd.€? Der Staat erhält also bei einem möglichen Verkauf nicht mal 1,4 Mrd.€. Genausowenig werden auch seine Anteil bei einem Aktientausch nur wert sein. Jedenfalls beim aktuellen Unternehmenswert. Sollten sich die Kurse noch verdreifachen, könnte der Steuerzahler sein Geld wiedersehen. Konjunktiv natürlich, weil das dann sicher in irgendeiner ominösen Rücklage verschwindet.

18.03.2019 17:45 Bernd H. 10

So eine Fusion könnte auch Vorteile bringen:
Die Anzahl der großen Abzock-Banken wird verringert.

Dadurch könnte Platz für neue kleinere Banken entstehen (auch im Netz), die sich besser um ihre Kunden bemühen.

18.03.2019 17:27 catarina 9

ja,

macht die arbeitsplätze platt. die braucht keiner.
es lebe die rendite

18.03.2019 15:14 Fragender Rentner 8

Da wird es wohl sehr viele in Deutschland treffen !!! :-((((((((((((((((((((((((((

18.03.2019 14:38 Peter 7

@6: "5 Milliarden ist der Staat an der Commerzbank beteiligt, das Geld ist verloren."
Wie kommen Sie auf diese absurde Idee?
Die Fusion von Aktiengesellschaften erfolgt auf zweierlei Art und Weise. Erstens durch den Kauf der Aktien durch eines der Unternehmen. Wenn dies die Deutsche Bank wäre, müsste sie dem Staat die Aktien abkaufen. Oder durch Aktentausch. Wenn dies der Fall wäre, dann würde der Staat an dem fusionierten Unternehmen neue Aktien im Wert von 5 Mrd. Euro erhalten.
Und dann gleich noch ein Wahlaufruf aufgrund von Nichtwissen? Glaubhaft ist das wohl eher nicht!

18.03.2019 13:46 Gerd Müller 6

5 Milliarden ist der Staat an der Commerzbank beteiligt, das Geld ist verloren. Wieder einmal Steuergeld in Sand gesetzt, danke SPD und CDU. Bitte immer wieder wählen!!
7000 bei VW, 5000 bei BMW 30000 bei der Commerzbank usw. Die Rezession ist im vollen Gange und wir holen uns noch Millionen ins Land zum durchfüttern.
Diese Politiker die unser Steuergeld verschenken müssen in den Knast gesteckt werden, sonst geht es immer so weiter, oder wollt ihr bis 70zig arbeiten.
Die Liste der Verschwendung lässt sich unbegrenzt fortführen, wir könnte mit 50zig in Rente gehen aber die Volkstreter verschleudern lieber unser Geld.
Warum lassen wir dazu?
Die Wahlen müssen ein Zeichen setzen, für diese Politkaste.

18.03.2019 12:32 Lilly 5

"Zudem würde eine Fusion zu einem drastischen Stellen-Abbau führen. "Da würden 20.000 Arbeitsplätze und mehr im Feuer stehen", sagte er."

Und Scholz (SPD), befürwortet die Fusion natürlich,

wen wundert es noch!

18.03.2019 12:30 optinator 4

Entlassen wird doch nur der "Kleine Mann" bzw. "Kleine Frau!.
Die Vorstände bleiben, bekommen einen anderer Posten und sind wieder auf die Füße gefallen.

Solange Geld mit Geld gemacht wird, sich von diesem Geld doch Einige bereichern, bleibt das System kriminell.