Ein Holzhäuschen liegt auf einem bunten Grundriss
Barley will das Bestellerprinzip auch für den Kauf von Wohnungen und Häusern einführen. Bildrechte: imago/Gerhard Leber

Gesetzentwurf zur Maklergebühr Bestellerprinzip: Barley will Haus- und Wohnungskäufer entlasten

Bislang zahlen die Käufer von Häusern und Wohnungen sehr häufig die Maklergebühr. Bundesjustizministerin Katarina Barley will das jetzt ändern und hat einen entsprechenden Gesetzenwurf erarbeiten lassen. Ein Vorstoß, den das Bundesinnenministerium als untauglich bewertet.

Ein Holzhäuschen liegt auf einem bunten Grundriss
Barley will das Bestellerprinzip auch für den Kauf von Wohnungen und Häusern einführen. Bildrechte: imago/Gerhard Leber

Bundesjustizministerin Katarina Barley will das Bestellerprinzip auch für den Verkauf von Wohnungen und Eigenheimen einführen. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf einen ihr vorliegenden Gesetzentwurf des Bundesjustizministeriums. Gerade in Regionen mit großer Wohnungsnot sei es üblich, dass die Provision allein vom Käufer gezahlt werde, zitiert die Zeitung aus dem Dokument, wonach die Käufer in einer "faktischen Zwangslage" stecken. Auch werde in Bundesländern, in welchen grundsätzlich eine Teilung der Provision zwischen Makler und Verkäufer praktiziert werde, bei knappem Angebot einseitig dem Verkäufer entgegengekommen.

Hohe Verluste bei den Maklern erwartet

Die finanziellen Folgen des Gesetzes liegen dem Entwurf zufolge laut Zeitung vor allem auf Seiten der Makler. Demnach könnten deren Einnahmen durch Auftragsverluste um zehn Prozent oder 600 Millionen Euro zurückgehen. Zudem sänken die Einnahmen durch geringere Provisionen. Auf der Käuferseite hingegen ergäben sich Einsparungen von bis zu drei Milliarden Euro. Die SPD-Politikerin sagte der Zeitung, der bewährte Grundsatz "Wer bestellt, der zahlt" müsse auch bei Immobilienkäufen gelten. Das sorge für einen echten Wettbewerb und faire Preise bei den Maklerkosten. Gerade für junge Menschen und Familien seien Wohnungen und Eigenheime immer schwerer zu finanzieren.

Wanderwitz: "Wir sind davon nicht überzeugt"

Das Bundesinnenministerium mit der Verantwortung auch für den Bau hat Barleys Vorstoß als untauglich bewertet. Marco Wanderwitz, Parlamentarischer Staatssekretär beim Innenministerium, sagte, "wir sind nicht davon überzeugt". Bundeskanzlerin Angela Merkel habe auf dem Wohnungsgipfel lediglich einen Prüfauftrag gegeben. Dem sei sein Haus nachgekommen und sei zu dem Ergebnis gekommen, dass "dieses Instrument untauglich ist und es viele andere Instrumente gäbe, die deutlich geeigneter wären, zu Entlastungen beim Thema Kosten des Wohneigentumerwerbs zu kommen". Als Beispiele nannte Wanderwitz eine Begrenzung der Grunderwerbssteuer oder Freibeträge bei der Grunderwerbssteuer. "Insofern sehen wir mit Sorge, dass das Justizministerium jetzt diesen Weg gehen will", sagte er.

Maklergebühr von bis zu 7,14 Prozent

In Deutschland wechseln laut "Süddeutscher Zeitung" jedes Jahr rund 500.000 Wohnimmobilien den Eigentümer. In fast zwei von drei Fällen seien Makler beteiligt - mit einer Provision von bis zu 7,14 Prozent der Kaufsumme. Bei einer 400.000 Euro teuren Immobilie seien das knapp 30.000 Euro.

Im Sommer 2015 war bereits für Mietwohnungen das Bestellerprinzip eingeführt worden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 25. Februar 2019 | 09:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. Februar 2019, 13:15 Uhr