Asteroid trifft Erde
Ein Asteroid im Umfeld der Erde (Symbolbild). Bildrechte: IMAGO

Gesetzliche Regelungen gefordert Deutsche Industrie will Rohstoffe im Weltraum abbauen

Es klingt nach Science Fiction, ist aber ernst gemeint. Der Bundesverband der Deutschen Industrie hat die Regierung aufgefordert, die gesetzlichen Grundlagen für Bergbau im Weltraum zu schaffen. Auf der Erde werden Rohstoffe irgendwann knapp. Auf Asteroiden gibt es dagegen Metalle im Überfluss. Kann man die wirklich abbauen?

von Ralf Geißler, MDR AKTUELL

Asteroid trifft Erde
Ein Asteroid im Umfeld der Erde (Symbolbild). Bildrechte: IMAGO

In Amerika finden sich selbst für die kühnsten Ideen Geldgeber. Und so gibt es tatsächlich schon Firmen, die Rohstoffe im Weltall fördern wollen. Sie heißen "Planetary Resources" oder "Deep Space Industries". Und sie versprechen eine fantastische Zukunft:

Unser kleiner Planet sitzt in einem Meer an Ressourcen, unter Millionen von Asteroiden, die 24 Stunden in der kostenlosen Energie der Sonne baden. Es ist an der Zeit, dass jemand, diese Chance ergreift.

Deep Space Industries Promotionsvideo

Rohstoffe für Weltraummissionen

Theoretisch gibt es auf Asteroiden viel zu holen: Eisen, Nickel, Kobalt. So mancher der kleinen Himmelskörper ist eine fliegende Goldmine. Doch der Transport der Rohstoffe auf die Erde wäre unpraktisch und teuer.

Trotzdem könnte der Weltraum-Bergbau Zukunft haben. Und zwar als Rohstoffquelle für die Weltraummissionen selbst, sagt Professor Helmut Mischo von der Bergakademie Freiberg: "Bei der Raumfahrt werden heutzutage alle Rohstoffe und Ressourcen von der Erde in die Erdumlaufbahn gebracht." Gerade bei längeren Missionen sei dieser Aufwand erheblich. Und so könnte Bergbau im Weltall dazu dienen, Ressourcen für solche Weltraummissionen bereitzustellen.

Ist Bergbau im All erlaubt?

Noch vergleichsweise einfach ließe sich gefrorenes Wasser einfangen und nutzen. Die Bergbaufirmen wollen aber auch Gase sammeln und Metalle schürfen. In ihren Videos sieht man vollautomatische Bergwerke. Aus den Rohstoffen wollen sie sogar Kolonien im All bauen.

Aber ist Bergbau dort überhaupt erlaubt? Es gibt einen Weltraumvertrag, sagt der Wissenschaftsjournalist Christoph Seidler. Kein Staat dürfe einen Himmelskörper für sich beanspruchen. Der Haken an diesem Vertrag sei, dass er nur Staaten bindet und keine Privatleute oder Firmen.

Um nicht gegen diesen Weltraumvertrag zu verstoßen, wende man einen simplen Trick an. "Man sagt, die Firma, die da hinfliegen würde, der würde der Asteroid gar nicht gehören. Aber sobald sie dort Rohstoffe gefördert hat, dann gehören ihr diese Rohstoffe." Das sei die Hintertür des Weltraumvertrages.

USA und Luxemburg haben Gesetze zur Weltraumnutzung

Diese Hintertür wollen bislang zwei Staaten nutzen. Die USA und Luxemburg haben Gesetze zur Weltraumnutzung erlassen. Ob Deutschland auch so ein Gesetz benötigt, oder ob solche Fragen nicht besser weltweit geklärt werden, daran scheiden sich die Geister.

Fest steht für Professor Mischo: Das Thema ist für die deutsche Industrie interessant: "Deutschland ist eines der führenden Länder bei der Entwicklung von Bergbautechnologien. Auch und gerade bei der Maschinentechnik, bei der Vernetzung von Arbeitsmaschinen, bei Industrie 4.0 beziehungsweise Bergbau 4.0." Von dieser Seite aus könne es durchaus für die deutsche Industrie interessant sein, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen.

Mischo glaubt allerdings nicht an schnelle Erfolge. Weltraum-Bergbau sei ein Vorhaben für Generationen. Die Regierung von Luxemburg sieht trotzdem Chancen. Sie hat sich an der Firma "Planetary Resources" beteiligt. Sie glaubt an die Aussage eines Astrophysikers: Der erste Billionär der Welt verdient sein Geld mit Weltraum-Mineralien.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 11. Juli 2018 | 05:17 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. Juli 2018, 05:17 Uhr

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6 Kommentare

11.07.2018 20:11 OHNEWORTE 6

Amerika First .....das beste fuer die Freiheitsengel,dann die fleissigen Diener ...... fuer Russland wird ein grosser Zaun aufgebaut ..... ,damit die Russen nicht an die Rohstoffe kommen. Die Menschen sind noch nicht mit der Erde fertig ,da traeumt das Kapital schon vom Weltraum und Kohle machen......

11.07.2018 16:20 Fragender Rentner 5

@Brennabor zu 4

Welcher Glaube wird da wohl vorherrschen und uns erzählen ihr müßt nur positiv denken, da wird schon alles gut werden. :-)

Welcher Gott auch immer, will dich nur prüfen ob du überleben willst. :-)

Ob es da noch Fische in den Weltmeeren geben wird? :-(

11.07.2018 14:12 Brennabor 4

Im Jahre 2037 sind wir 40 Milliarden und haben
nichts mehr zu essen, weil es nicht mehr regnet.

11.07.2018 10:37 Spottdrossel 3

Ist doch klar, die erde ist aufgeteilt und leergefressen. Also wird das Universum aufgeteilt. Wem gehören Sonne, Mond und Sterne??? Auf gehts in den "Krieg der Sterne"!!!

11.07.2018 09:14 Maxe 2

Eyh es soweit ist, wird die Welt schon eine andere sein. Der Artikel hatte tatsächlich Unterhaltungscharakter.

11.07.2018 07:43 Basil Disco 1

"Klingt nach Science-Fiction, ist aber ernst gemeint"

Wer im 21. Jahrhundert einen Artikel über Weltraumaktivitäten, egal ob schon im Gange oder erst geplant, mit diesem Satz beginnt, hat sich doch damit schon journalistisch disqualifiziert. Allerdings passt es hervorragend zu der dümmlichen "Astro-Alex"-Kampagne.

Ihnen zu dem Thema Literaturvorschläge zu machen, ist vermutlich vergebene Liebesmühe, dennoch: Sagen Sie mir, was z.B. an John Brunners "Schafe blicken auf" nicht ernsthaft ist? Oder an "Camp Concentration" von Thomas M. Disch? Warum kommt man im deutschen Fernsehen bei Berichten über Tier nie ohne "lustige" Musik und bei Weltraumthemen nie ohne abwertende Bemerkungen aus ("Und nun aber zurück auf die Erde, hihi.")?