Zwei junge Frauen stehen an einem Fahrkartenautomaten der Deutschen Bahn
Kunden hat die Bahn genug, trotzdem sinkt der Gewinn. Bildrechte: imago/Ralph Peters

Jahresbilanz 2018 Deutsche Bahn: Mehr Fahrgäste, weniger Gewinn

Die Deutsche Bahn hatte im vergangenen Jahr mehr Fahrgäste als je zuvor, trotzdem ist der Gewinn um 30 Prozent eingebrochen. Ernsthafte Probleme hat die Bahn weiterhin mit der Pünktlichkeit von Fernverkehrszügen.

Zwei junge Frauen stehen an einem Fahrkartenautomaten der Deutschen Bahn
Kunden hat die Bahn genug, trotzdem sinkt der Gewinn. Bildrechte: imago/Ralph Peters

Trotz Zugausfällen und Verspätungen haben 2018 so viele Reisende wie noch nie den Fernverkehr der Deutschen Bahn genutzt. Rund 148 Millionen Fahrgäste buchten nach Bahn-Angaben ICE-, IC- oder EC-Verbindungen und damit vier Prozent mehr als noch 2017. Damals waren es noch rund 142 Millionen Fahrten.

Der Wert sei zum vierten Mal in Folge gewachsen. Die Bahn rechnet damit, dass auch in Zukunft die Fahrgastzahlen steigen. "2019 werden wir im Fernverkehr erstmals über 150 Millionen Reisende begrüßen dürfen", sagte Bahnchef Richard Lutz. "Damit sind wir auf gutem Weg hin zum Ziel von mehr als 200 Millionen Fernreisenden im Jahr 2030."

Gewinneinbruch um 30 Prozent

Allerdings konnten die guten Fahrgastzahlen die Bahn nicht vor einem starken Gewinneinbruch schützen. 2018 sank das Jahresergebnis um fast 30 Prozent auf 542 Millionen Euro. 2017 lag der Gewinn noch bei 765 Millionen Euro. Zugleich erzielte die Deutsche Bahn im Geschäftsjahr 2018 einen höheren Umsatz von 44,02 Milliarden Euro. Das ist ein Plus von 3,1 Prozent.

Problem: Verspätung

Ein Problem hat die Bahn mit Verspätungen: Fast jeder vierte Fernzug war im vergangenen Jahr nicht pünktlich. Im Jahresdurchschnitt erreichten nur 74,9 Prozent der ICE, Intercitys und Eurocitys ihre Ziele pünktlich.

Lutz stellte in Aussicht, dass mit Hochdruck Engpässe in den Bereichen Infrastruktur, Fahrzeuge und Personal beseitigt würden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 28. März 2019 | 11:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 28. März 2019, 19:57 Uhr

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8 Kommentare

29.03.2019 16:26 Sabrina 8

@ 28.03.2019 20:23 Jakob 5
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Das stimmt nicht
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Für den von Ihnen genannten Preis kommt man mit der Deutschen Bahn AG nicht mal bis Jüterbog und zurück
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Ich hatte nämlich diese Zahlen aktuell bei der Deutschen Bahn AG abgefragt unter Nennung von Start- und Zielbahnhof und den Uhrzeiten früh hin und Abends rück.
Und Fahrradmitnahme ist noch nicht mal möglich. Das nenne ich eine Frechheit.

29.03.2019 06:13 Enrico Pelocke 7

@2: Der jetzige Konzernvorstand Richard Lutz ist gelernter Eisenbahner.

28.03.2019 21:42 Peter 6

@4 frank d: Sie haben in Volkswirtschaft nicht aufgepasst. Weniger Gewinn ist buchhaltärisch und steuerrechtlich beim besten Willen nicht gleichzusetzen mit Verlust.
Im Übrigen sollte man bei den Zahlen der Bahn berücksichtigen, dass sie 2018 weit über 1 Mrd. Euro mehr in die Infrastruktur investiert hat als ein Jahr zuvor.
Ich finde, es ist unbedingt notwenig, dass die Bahn mehr Geld investiert. Dass dabei die Gewinne zurückgehen, ist für Jeden, der ökonomisches Basiswissen hat, durchaus logisch.

28.03.2019 20:23 Jakob 5

@1 (Sabrina): Von Berlin nach Leipzig kommen sie mit der Bahn in 1:12 h für 39,90 € hin und zurück. Der Betrag deckt nicht mal die Spritkosten für Ihr Auto, das deutlich länger für die Strecke brauchen dürfte. Aber Sie dürfen Ihre Vorurteile gegen die Bahn natürlich gerne weiter pflegen.

28.03.2019 19:49 frank d 4

ich weiß ich bin ein Heretiker ein Ketzer aber ein Frage sei an all die Helden der Verbalmoral erlaubt. Wenn die Bahn gar keinen Gewinn macht, wieso streiken eigentlich immer so viele dort für die gerechte Verteilung der Gewinne? Wenn sie Verlust machen dann sollte es doch nicht um mehr sondern um weniger gehen oder habe ich da in Volkswirtschaft geschlafen?

28.03.2019 16:01 Carolus Nappus 3

Die Bahn ist auch heute ein Verlustgeschäft. Die Einnahmen der Bahn bestehen ja nicht ausschließlich aus den Ticketerlösen. Da zahlt der Staat nach wie vor auf verschiedenen Wegen ordentlich dazu, damit die Kosten gedeckt werden.
Dass die Fahrgastzahlen steigen, zeigt jedenfalls schonmal, dass es im Personenverkehr in die richtige Richtung geht. Viel mehr wird auf den Hauptstrecken auch kaum mehr gehen. Die hätten auch nichts davon, wenn jedes Dorf seinen eigenen Haltepunkt hätte. Der Ausbau dürfte in Deutschland in den nächsten 20 Jahren daran scheitern, dass sich immer und überall genug finden, die dagegen sind und das dann auch mit sonnlosen Klagen verzögern können.

28.03.2019 15:42 Mane 2

Die Bahn ist ein Verlust Geschäft schön immer.Und die Führung hat keine Ahnung von diesen Geschäft,da Sie keine Eisenbahner sind. Nur Ihr Service in First Klasse reißt auch nichts raus.

28.03.2019 15:11 Sabrina 1

Es wäre interessant gewesen, mal zu erfahren, welche 30% mehr Kosten die Bahn gehabt hat, die den Gewinn entsprechend geringer ausfallen lassen.
An den Fahrpreisen, die völlig überzogen sind - unbezahlbare 107 Teuro von Berlin nach Leipzig und zurück ohne ÖPNN - und an den Löhnen kann es ja nicht liegen.
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Ich denke eher, es liegt an teuren Prestige-Projekten und deren laufenden Kosten wie zum Beispiel ICE-Strecke durch Thüringen, Mangelhafte und Reparaturanfällige ICE-Züge, zu hoher Wartungsaufwand, zu geringe Lebensdauer (also Fehler bei der Beschaffung) und dergleichen.
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Das Problem liegt also in den Führungsetagen.