Hinter Strommasten sind Windräder zur Stromerzeugung zu sehen.
Um vor allem Windstrom von der Küste in den Süden Deutschlands zu bringen, fehlt es an Stromtrassen. Deshalb soll jetzt die Genehmigung neuer Trassen erleichtert werden. Bildrechte: dpa

Netzausbau Bau neuer Stromtrassen soll leichter werden

Der Ausbau der Stromnetze im Zuge der Energiewende kommt nur schleppend voran. Auf einem "Netzgipfel" einigten sich Bund und Länder jetzt auf verschiedene Maßnahmen, um den Bau neuer Trassen zu erleichtern.

Hinter Strommasten sind Windräder zur Stromerzeugung zu sehen.
Um vor allem Windstrom von der Küste in den Süden Deutschlands zu bringen, fehlt es an Stromtrassen. Deshalb soll jetzt die Genehmigung neuer Trassen erleichtert werden. Bildrechte: dpa

Bund und Länder wollen den Ausbau der Stromnetze beschleunigen. Auf einem "Netzgipfel" einigten sie sich auf verschiedene Maßnahmen. So sollen Genehmigungsverfahren für den Bau von Stromtrassen in Zukunft vereinfacht werden. Zugleich sollen die Bürger bei den Planungen umfassend eingebunden werden.

Bau-Beginn vor endgültiger Erlaubnis

In einer Erklärung des Spitzentreffens heißt es, mit dem Bau eines Vorhabens könne bereits begonnen werden, wenn von einer positiven Entscheidung der Behörde ausgegangen werden könne.

Zudem sollen alle notwendigen Genehmigungen für das sogenannte Startnetz und für die Stromautobahnen von Nord nach Süd bis 2021 kommen.

Ausbauvorhaben, deren Bedarf bereits 2009 gesetzlich festgestellt wurde, sollen bis 2021 von den Ländern auch genehmigt sein.

Problemsuche bis November

Bis November wollen Bund und Länder zusammen mit der Bundesnetzagentur und den Netzbetreibern die größten Problemfelder beim Netzausbau benennen. Dann soll auch geklärt werden, wie und wann diese Hindernisse überwunden werden könnten.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier sagte nach dem Treffen, man wolle zum einen die Kapazitätsreserven in den bestehenden Netzen mit modernen Technologien heben. Zum anderen wolle man dafür sorgen, dass die Stromnetze schneller ausgebaut werden.

Mehrere Tausend Kilometer nötig

Laut Bundesnetzagentur sind von erforderlichen 7.700 Kilometern derzeit 1.750 Kilometer genehmigt und nur 950 realisiert. Vor allem um mehr Windstrom von der Küste in den Süden Deutschlands zu den großen Industriezentren zu bringen, braucht es mehr Leitungen.

MDR AKTUELL RADIO

Zuletzt aktualisiert: 20. September 2018, 20:35 Uhr