Nach Pleite Thomas-Cook-Kunden-Entschädigung kostet Bund Hunderte Millionen

Der Bund muss für die Entschädigung von Kunden des insolventen Reiseveranstalters Thomas Cook über 263 Millionen Euro einplanen. Unklar ist, wie die Kunden an das Geld kommen sollen. Offenbar ist eine Internetseite geplant.

Eine Passagierin geht mit ihrem Koffer an einem geschlossenen Büro des insolventen Reisekonzerns Thomas Cook vorbei.
Rund 263 Millionen Euro muss der Bund für Hilfen für Kunden der insolventen Thomas Cook einplanen. Bildrechte: dpa

Die geplanten Hilfen für Kunden des insolventen Reiseveranstalters Thomas Cook kosten den Bund mehr als 263 Millionen Euro. Das geht nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa aus Unterlagen des Justizministeriums für den Haushaltsausschuss des Bundestags hervor.

Versicherung erstattet nur kleinen Teil

In dem Betrag enthalten seien neben 225 Millionen Euro Erstattungsleistungen auch Kosten für Rechtsberatung und die Abwicklung der Zahlungen.

Die Bundesregierung hatte entschieden, für die Schäden der Reisenden einzuspringen, die von der Zurich Versicherung nicht beglichen werden. Diese erstattet nur einen kleinen Teil der Reisekosten, da die Versicherungssumme nicht für den Gesamtschaden ausreicht.

Offenbar Internetseite geplant

Wie genau die Verbraucher an das Geld vom Staat kommen sollen, ist noch offen. Den Unterlagen zufolge sollen die Kunden ihre Buchungsdaten, Zahlungsnachweise und Sicherungsscheine auf einer Internetseite hochladen können.

Entschädigt werden vor allem Reisende, die ihren Urlaub nicht antreten konnten, aber schon ganz oder teilweise bezahlt hatten. Zurich geht von einem Gesamtschaden in Höhe von 287,4 Millionen Euro aus.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 23. Januar 2020 | 18:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. Januar 2020, 19:50 Uhr

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