Eine 20 Cent Briefmarke und eine 70 Cent Briefmarke kleben auf einen Standardbrief
Das Porto für einen Standardbrief könnte ab Juli deutlich steigen. Bildrechte: dpa

Deutsche Post Höheres Briefporto kommt im Juli

Verbraucher müssen sich auf ein deutlich höheres Briefporto einstellen. Die Bundesnetzagentur hat jetzt den Spielraum bekanntgegeben, den die Post für eine Preisanhebung nutzen kann. Eine endgültige Entscheidung soll im Mai fallen.

Eine 20 Cent Briefmarke und eine 70 Cent Briefmarke kleben auf einen Standardbrief
Das Porto für einen Standardbrief könnte ab Juli deutlich steigen. Bildrechte: dpa

Die Bundesnetzagentur hat den Weg für eine deutliche Erhöhung des Briefportos bei der Deutschen Post freigemacht. Die Agentur räumte der Post einen Erhöhungsspielraum von 10,6 Prozent für die verschiedenen Briefarten ein.

Das heißt konkret: Die Post könnte das Porto für alle Briefarten gleichmäßig erhöhen. Sie könnte aber auch das Porto für den Standardbrief kräftig anheben, wenn sie dafür das Porto etwa für die Postkarte, den Maxi-Brief oder den Kompaktbrief gar nicht oder kaum verteuert.

Die Post kann sich jetzt zu den Plänen der Bundesnetzagentur äußern. Im Mai will die Behörde dann eine endgültige Entscheidung treffen. Danach kann die Deutsche Post die konkreten Briefpreise beantragen. Diese sollen dann ab 1. Juli gelten.

Die Post hat ihre Preisvorstellungen bislang nicht öffentlich machen. Medienberichten zufolge könnte das Unternehmen das Porto für einen Standardbrief auf bis zu 90 Cent erhöhen. Bislang kostet es 70 Cent.

Politiker warnen vor Abzocke

Der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Bernd Westphal, bezeichnete die Erhöhung des Portos als notwendig. Westphal sagte, die Kosten für die Deutsche Post stiegen etwa wegen höherer Löhne. Das Unternehmen dürfe den vorgegebenen Rahmen aber "nicht zu einer übertriebenen Preiserhöhung ausnutzen".

FDP-Fraktionsvize Frank Sitta aus Sachsen-Anhalt erklärte dagegen, ein höheres Porto bringe für den Bundeshaushalt nun zusätzliche Einnahmen. Das gehe aber auf Kosten der Postkunden.

Der Linken-Bundestagsabgeordnete Pascal Meiser warnte die Post vor "Abzocke". Er sagte, Portoerhöhungen, die einzig der Steigerung der Milliardengewinne des Post-Konzerns dienten, seien nicht akzeptabel. Meiser kritisierte ebenso wie Sitta die Bundesregierung. Sie habe mit der Änderung der Entgeltverordnung ein deutlich höheres Porto erst möglich gemacht.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 18. April 2019 | 12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. April 2019, 15:05 Uhr

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14 Kommentare

19.04.2019 10:49 Paulchen 14

Bei der Argumentation der Politiker fragt man sich schon, wozu man eine Regulierungsbehörde eingerichtet hat. Außerdem sollte man auch mit anderen Branchen vergleichen, dort werden Preise noch ganz anders (frei) bestimmt.

19.04.2019 08:23 Sachse43 13

Bei Erhöhungen ist man sich schnell einig, ein perfides staatskapitalistisches System.

19.04.2019 00:47 Reiner Wahnsinn 12

Man kann über den Sozialismus schimpfen wie man will, aber wenn ich damals 10 Briefmarken gekauft habe, konnte ich davon ausgehen, daß ich 10 Briefe damit frankieren kann. Wenn ich heute 10 Briefmarken kaufe, muß ich davon ausgehen, daß bei der 10.ten Frankierung der Platz auf dem Kouvert wegen der Zusatzmarken nicht mehr ausreicht, um die Adresse des Empfängers draufzuschreiben. Man-oh-man, wie haben die das geschafft, einen Brief für 20 Pfennige von A nach B zu schaffen, wofür man heute 1,80 Mark (West) braucht?

18.04.2019 21:24 Jewsharpe 11

Der Bundeshaushalt braucht Geld.
Am einfachsten die Bürger schröpfen.
Das wird die kommende Jahre noch mehr werden.
Aber wenn Bernd Westphal die Notwendigkeit der Erhöhung beglaubigt, hat doch bestimmt alles seine Richtigkeit.
Pecunia non olet...

18.04.2019 20:42 frank d 10

holla das ist aber mal ein schluck aus der Pulle. Wir sollten das in allen Wirtschaftsbereichen einführen. Preise und Löhne werden staatlich vorgeschrieben und dann sind alle wieder glücklich in der DDR. Nur eines sollten die mit dem Sozialismus unerfahrenen Helldeutschen aus den gebrauchten Bundesländern bedenken. Im Sozialismus werden zuallererst die Leistungen knapp. Wie in Venezuela. Dort wird auch alles 100% gerecht geteilt :-) unter diesen Bedingungen arbeitet nur niemand. Schade aber so ist er halt der Sozialismus hört sich gut an aber dysfunktional. und wenn das system dann unter der eigenen Last kollabiert, werte Redaktionelle, dann wusste zumindest von euch niemand von nix. sapere aude

18.04.2019 20:14 Spottdrossel 9

Boykott gegen die Post!!! Email oder andere Dienste nutzen!!!

18.04.2019 19:56 pkeszler 8

Die Post will gleich 0,20 € mehr für das Briefporto. Dabei hätten doch 0.05 € auch schon gereicht und niemand hätte sich aufgeregt. Aber die Post will eben gleich mit großen Schritten voran gehen. Aber sie erreicht sicher nur das Gegenteil, dass noch mehr telefoniert wird und EMails geschrieben werden.

18.04.2019 18:26 pkeszler 7

@Willi:" wollte damit schreiben bei uns damals waren keine Preiserhöhungen !"
Aber es gab auch nichts in den Geschäften, womit man Preiserhöhungen rechtfertigen konnte.

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18.04.2019 18:23 bürger 6

Der Herr Vorstandsvorsitzende Apel braucht wohl mal wieder eine Gehaltserhöhung? Bei seinen Angestellten kommt die Briefportoerhöhung sicher nicht an. Und ob es um Wettbewerbsfähigkeit geht, wer`s glaubt.

18.04.2019 16:21 Willy 5

@ 2 ich habe es doch ganz anders gemeint was DDR anbetrifft, wollte damit schreiben bei uns damals waren keine Preiserhöhungen !