Stellenanzeigen hängen am 04.06.2014 in Köln (Nordrhein-Westfalen) im Fenster einer Zeitarbeitsfirma.
Stellenangebote einer Zeitarabeitsfirma Bildrechte: dpa

Bundesregierung gibt grünes Licht Höhere Mindestlöhne für Leiharbeiter beschlossen

Rund eine Million Leiharbeiter in Deutschland bekommen mehr Lohn. Mit einer vom Kabinett gebilligten Rechtsverordnung greift die von den Tarifpartnern bereits eingeführte Entgelterhöhung ab Juni auch für die nicht tarifgebundenen Leiharbeiter. Bis 2021 sollen die unterschiedlichen Entgelttarife in Ost und West dann angeglichen werden.

Stellenanzeigen hängen am 04.06.2014 in Köln (Nordrhein-Westfalen) im Fenster einer Zeitarbeitsfirma.
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Alle rund eine Million Leiharbeiter in Deutschland bekommen ab 1. Juni mehr Lohn. Das Kabinett beschloss eine Verordnung des Arbeitsministeriums, nach dem die Entgelte auch für die nicht tarifgebundenen Leiharbeiter in den kommenden Jahren stufenweise angehoben werden.

Im ersten Schritt erhöht sich der Mindeststundenlohn für Leiharbeiter im Osten von zuletzt 8,50 auf 8,91 Euro und im Westen von 9,00 auf 9,23 Euro. Ab April 2018 steigt der Stundenlohn dann auf mindestens 9,27 Euro in Ost und 9,49 Euro in West. 2019 gibt es dann weitere Erhöhungen auf mindestens 9,66 Euro in Ost und 9,96 in West.

Lohnerhöhung für außertarifliche Leiharbeiter per Rechtsverordnung

Die Verordnung zur Mindestlohnerhöhung für nicht tarifgebundene Leiharbeiter hatte sich verzögert und greift daher erst Monate nach Einführung der Neuregelung für die Leiharbeiter mit Tarifbindung. Der Abschluss hat eine Laufzeit von 36 Monaten und endet zum 31. Dezember 2019.

Die DGB-Tarifgemeinschaft Leiharbeit hatte sich Ende 2016 mit den Arbeitgeberverbänden in der Leiharbeit (iGZ und BAP) auf das schrittweise Lohnplus verständigt. Ab 1. April 2021 sollen dann alle neun Entgeltgruppen in Ost und West angeglichen sein.

Neue Tariftabelle für die Entgeltgruppen (Quelle: DGB)

Stufe 1 zum 1. März 2017:


  • 4,82% im Osten für Entgeltgruppe (EG) 1: 8,91 Euro; 4,00% für Entgeltgruppen 2-9: 9,85 Euro bis 18,75 Euro
  • 2,50% im Westen für alle Entgeltgruppen (EG 1: 9,23 Euro bis EG 9: 20,50 Euro)

Stufe 2 zum 1. April 2018:


  • 4,00% im Osten für alle Entgeltgruppen (EG 1: 9,27 bis EG 9: 19,50 Euro)
  • 2,80% im Westen für alle Entgeltgruppen (EG 1: 9,49 bis EG 9: 21,07 Euro)

Stufe 3 zum 1. April 2019:


  • 3,50% im Osten für die Entgeltgruppen 3-9 (11,33 Euro bis 20,18 Euro)
  • 3,20% im Westen für die Entgeltgruppen 1 und 2 (9,79 Euro und 10,62 Euro); 3,00% für die Entgeltgruppen 3-9 (12,19 bis 21,71 Euro)

Stufe 4 zum 1. Oktober 2019:

  • 17 Cent pro Stunde für die Entgeltgruppen 1 und 2 bundesweit (9,66/9,90 Euro in Ost; 9,96/10,62 Euro in West)

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: Radio | 24.05.2017 | 13:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. Mai 2017, 22:42 Uhr

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20 Kommentare

26.05.2017 16:38 Fragender Rentner 20

Na da haben sie vor der wahl 2017 schnell noch "Wohltaten" verteilt?

Mal schauen welche Gestze sie noch durch bringen, bevor sie sich komplett blockieren?

Brauchen ja wieder "Wahlversprechungen" für die Bürger.

Mal sehen wie sie die Gesetze im BT vom 31.05. bis 02.06.2017 beschließen und ob?

26.05.2017 12:00 optinator 19

Alles was erhöht wird, Löhne, Benzinpreise, Mautgebühren usw. tragen unterm Strich wieder alle Arbeitnehmer. Die einen Mehr, die anderen Weniger. Je nach dem Einkommen und den eigenen Ausgaben bzw. Bedürfnisse.
Dann gibt es wieder Lohnerhöhung und somit steigende Preise. Haben wir doch mal in der Schule gelernt.

Wie hat man uns doch über den Kapitalismus belogen und betrogen, in Wirklichkeit ist er viel schlimmer.
( Zitat von einer älteren Damen aus den 90igern )

26.05.2017 11:04 L. Trommer 18

Über die von der CDU/CSU und ihrem SPD-Pudel beschlossenen Lohnerhöhungen lachen die Bosse - garantiert!

25.05.2017 21:55 Honeygirl 123 17

Zeitarbeit oder Leiharbeit gehören in meinen Augen deutlich höher bezahlt. Es kann doch langsam nicht mehr sein daß eine alleinerziehende Mutter mit drei Kindern Vollzeit in solch einer Firma arbeitet und trotzdem Hartz 4 beantragen muß um überhaupt über die Runden zu kommen!Zum Leben zu wenig,zum Sterben zuviel.Kein Wunder daß es so viele gibt die nicht mehr arbeiten weil es vom Staat mehr Geld gibt als wenn man auf Maloche geht.

25.05.2017 21:50 Gabriele hahnas 16

Selbst von der Erhöhung kann kein mensch seine Familie ernähren!
Es wird höchste zeit den hart arbeitenden Menschen eine Zukunft zugeben.

25.05.2017 20:59 Fragender Rentner 15

Na hoffendlich legen sie von dem vielen Geld welches sie erhalten auch noch was für die Altersvorsorge zurück.

25.05.2017 20:23 Herbert Rech 14

Die Leihe ist ist lt. Gesetz kostenfrei. Wieso ist diese Arbeit so benannt? Miete käme der Sache näher.

25.05.2017 16:21 Kritischer Bürger 13

@Ullrich 6: Noch eine Anmerkung zum besseren Verständnis! Hier wird nichts schlecht gemacht oder NUR gemeckert sondern Sie werden es sehen wer am Ende diese Lohnsteigerungen für Leiharbeiter als Konsument tragen wird.

25.05.2017 16:10 Kritischer Bürger 12

Wie wurde doch erst vor kurzem auf Seiten der IHK geäußert: Leiharbeiter und Zeitarbeitsfirmen sind unvermeidbar, da diese ArbN bei Auftragsschwankungen in der Wirtschaft benötigt werden. Viele Berichte gibt es über die gestiegene Zahl der Leiharbeiter in Deutschland nur allein Statista will bescheinigen, den Bürgern vorgaukeln, das es Normal ist. Suche man im Internet nach "Leiharbeiter in Deutschland 2016" und man kann getrost solche IHK Bekundungen in die Tonne ....... naja! Wer will sich als Wirtschaft schon in die "Karten schauen lassen" und wer sind die Nutznießer?

25.05.2017 16:00 Kritischer Bürger 11

@Ullrich 6: Meinen Sie wirklich das bei höheren Einkommen die ArbG dies einfach so hinnehmen? Wie Naiv! Sie werden sehen die Preise in den einzelnen Branchen werden steigen und am Ende hat dann wer, weniger von diesen Lohnerhöhungen, was er/sie sich für den Alltag leisten können?