Mobilfunknetz Scheuer will "Jagd auf weiße Flecken" starten

Bundesverkehrsminister Scheuer will gegen Mobilfunklöcher vorgehen. Dazu plant er ein Treffen mit den großen Anbietern sowie eine App nach dem Vorbild der Staumelder. Die Grünen winken ab und sehen die Unternehmen, die Frequenzen unterhalten, in der Pflicht.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) sagt den Löchern im deutschen Mobilfunknetz den Kampf an. Scheuer kündigte in den Zeitungen der Funke-Mediengruppe deshalb ein Gipfeltreffen mit den großen Mobilfunk-Anbieter noch vor der Sommerpause an. Seiner Ansicht nach ist der Zustand des Netzes in Deutschland "für einen Wirtschaftsnation untragbar".

Funkloch-App für Sendemast-Planung

Scheuer plant einen Funklochmelder, nach dem Vorbild so genannter Staumelder. Über diese App könnten Bürger mitteilen, wenn sie in ein Funkloch geraten. Auf dieser Grundlage könne die Regierung mit den Mobilfunk-Anbietern darüber sprechen, wo weitere Sendemasten aufgestellt werden müssten, so der Minister. Der Bundesnetzagentur solle dabei eine wichtige Rolle zukommen.

Grüne sehen Unternehmen in der Pflicht

Kritik am Vorstoß Scheuers kommt von den Grünen. Die netzpolitische Sprecherin, Tabea Rößner, erinnerte daran, dass Scheuers Vorgänger Alexander Dobrindt (CSU) bereits "kläglich gescheitert" sei mit seinen Ankündigungen, Funklöcher zu schließen.

Rößner zufolge braucht Deutschland keinen Gipfel, sondern endlich Investitionen in den Netzausbau. Verantwortlich dafür seien auch die Unternehmen, die bei der letzten Frequenzversteigerung eine Versorgungsverpflichtung eingegangen seien, die sie auch einhalten müssten.

Die deutschen Funklöcher: Nicht überall lohnt ein Sendemast Die genaue Anzahl der Funklöcher in Deutschland lässt sich nicht erfassen. Das Netzportal www.kein-netz.de, auf dem Verbraucher Funklöcher melden können,  hat bis zum 02. April 2018 rund 14.530 Meldungen gelistet. Die meisten Funklöcher wurden von Telekom-Kunden gemeldet, gefolgt  von Vodafone, E-Plus und O2.

Die vier deutschen Anbieter selbst geizen mit Informationen über Funklöcher, etliche sind in ihren online abrufbaren Karten gar nicht gelistet. Betroffen sind nach Informationen der Verbraucher besonders ländliche Gegenden, wie das sächsische Elbtal oder die Region nördlich von Magdeburg,  in denen die Versorgung für Netzanbieter nicht lukrativ genug ist. Funkmasten in diesen Gegenden kosten viel, bringen den Netzanbietern aber kaum Ertrag.

In Deutschland gibt es zehntausende Funkmastanlagen, in Großstädten ist die Entfernung zwischen zwei Anlagen wesentlich geringer als in ländlichen Gegenden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 02. April 2018 | 07:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. April 2018, 13:52 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

9 Kommentare

03.04.2018 17:06 Fragender Rentner 9

@ zu 8

Nicht das du die Handys meinst wo der Akku brannte. :-)

Könnte ja gequalmt haben? :-)

02.04.2018 17:04 Ekkehard Kohfeld { grüner Ziegelstein [ (X) Notorischer Lügner ] } 8

@ Fragender Rentner 7 Ist das nicht eine schöne Planung? Wenn man in einem Funkloch ist soll mam sich von dort mit einer App melden? :-)##Wußten sie das nicht es soll App,s geben die Rauchzeichen geben können,ach nee das waren Akkus die ab gefackelt sind.:-))

02.04.2018 15:05 Fragender Rentner 7

Ist das nicht eine schöne Planung?

Wenn man in einem Funkloch ist soll mam sich von dort mit einer App melden? :-)

02.04.2018 15:05 NRW-Wessi 6

Liebe MDR-Reaktion,
Ihre Kritik an Herrn Kohfeld kann ich nicht ganz nachvollziehen, denn ich finde, er ist beim Thema geblieben.
Die Funklöcher werden nur für Menschen zum Problem, die nicht mehr ohne Smartphone sein können und stundenlang per LTE rumdaddeln müssen. Ob das so gewollt ist, um Menschen komplett kontrollieren zu können, lasse ich dahingestellt.
Für wichtige Dinge, um etwa Hilfe zu holen, ist unser Mobilfunknetz wie ich finde gut genug ausgebaut, denn dafür reicht GSM, welches nur ein minimales Signal zur Funktion benötigt.

02.04.2018 14:31 Auf der Sonnenseite des Lebens 5

die sollen erst mal sehen das man wenigstens auf der Autobahn durchweg Netz hat.

02.04.2018 13:43 Ekkehard Kohfeld { grüner Ziegelstein [ (X) Notorischer Lügner ] } 4

NRW-Wessi 2 Wie viele Wohngebiete sollen denn noch mit den gepulsten Mikrowellen bestrahlt werden?##Als kleines Schmankerln kommt das E-Auto noch dazu da sitzt man dann sogar in der Mikrowelle von allen Seiten gut durch.##Hat sich auch jemand Gedanken über das aktuelle Bienensterben gemacht?##Tja ohne Bienen können wir leben ohne Handy nicht,ach nein das ist ja umgekehrt,glauben sie die ganzen Jugendlichen wissen das überhaupt?Ich habe da so meinen Zweifel und kümmer tut sie das auch nicht.Gestern hier auch zwei auf dem Campingplatz gesehen den ganzen Tag nur am Handy ich glaube wenn die wieder zu Hause sind haben die nicht mal gemerkt wo die in den Osterferien waren,unglaublich das man so an eine Handy kleben kann.
Und als wenn wir keine wichtigeren Probleme haben.

[Liebe User,
bitte bleiben Sie beim Thema.
Kommentare ohne Bezug zum Thema des Artikels werden entsprechend unserer Kommentarrichtlinien (http://www.mdr.de/service/kommentarrichtlinien100.html) nicht freigegeben.
Ihre MDR.de-Redaktion]

02.04.2018 12:53 Michael Möller 3

man muss sich das mal überlegen , jetzt wo der Herr Scheuer Minister ist fällt ihn ein das es in Deutschland noch Funklöcher gibt , Frage wo war dieser Politiker die letzten 10-15 Jahre . wir wissen doch schon fast 25 Jahr das es diese Löcher gibt und unsere Politiker haben nichts dagegen unternommen . wieso kommt es ihn jetzt auf einmal in den Sinn.

02.04.2018 12:18 NRW-Wessi 2

Wie viele Wohngebiete sollen denn noch mit den gepulsten Mikrowellen bestrahlt werden? Warum werden die Sender sogar unsichtbar in Kirchtürme eingebaut?
Sicherlich ist die Benutzung von DECT-Telefonen und WLAN schlimmer, weswegen ich beides nicht nutze, jedoch kann diese permanente Überall-Bestrahlung nicht gesund sein, da unser Nervensystem auf Basis sehr schwacher Spannungssignale und auch auf bestimmte Frequenzen funktioniert. Im Bereich der keulenförmigen Aussendung des Mobilfunk gibt es mitunter sehr hohe Leistungsflussdichten und Feldstärken, die das beeinflussen.
Hat sich auch jemand Gedanken über das aktuelle Bienensterben gemacht? Das angeblich schuldige Glyphosat gibt es schon länger, aber der Mobilfunk uferte gerade in den letzten Jahren insbesondere durch 3G, 4G, LTE etc., sowie durch BOS-Funk aus, wobei GSM noch die harmloseste Frequenz zu sein scheint.

02.04.2018 11:47 Markus 1

Dass im Dorf überall Funklöcher, das wissen alle. Aber neulich war ich in Würzburg, mitten in der Stadt in der Wohnung so gut wie kein Empfang! Deutschland, Deutschland...