Privatisierung Bundeseigene Gesellschaft verkauft wieder ehemals volkseigenes Land

Die bundeseigene Bodenverwertungs- und -verwaltungsgesellschaft will in diesem Jahr in Ostdeutschland wieder ehemals volkseigene Äcker, Weiden und Wälder verkaufen. Die insgesamt 7.500 Hektar sollen in kleinen Flächen angeboten werden. So sollen große Investoren abgeschreckt werden.

Rapsfelder
2020 will die bundeseigene Bodenverwertungs- und verwaltungsgesellschaft 7.500 Hektar ehemals volkseigene Äcker, Weiden und Wälder in Ostdeutschland verkaufen. Bildrechte: IMAGO

In Ostdeutschland werden in diesem Jahr wieder ehemals volkseigene Nutzflächen verkauft. Die bundeseigene Bodenverwertungs- und -verwaltungsgesellschaft (BVVG) teilte mit, sie werde 7.500 Hektar Äcker, Weiden und Wälder anbieten. Die meisten Flächen davon lägen in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt.

Örtlichen Bauern sollen Chance bekommen

Damit örtliche Bauern eine Chance bekommen, will die BVVG die Flächen in kleinen Losen ausschreiben. In den vergangenen Jahren seien es im Schnitt sechs Hektar gewesen. BVVG-Geschäftsführer Thomas Windmöller sagte, für Investoren seien Flächen mit dieser geringen Größe uninteressant.

Seit 1992 knapp 880.000 Hektar verkauft

Die BVVG verkaufte 2019 nach eigenen Angaben 7.700 Hektar. Der Bund habe einen Überschuss von 219 Millionen Euro erhalten. Seit 1992 seien knapp 880.000 Hektar an ehemals volkseigenen Nutzflächen verkauft worden. Bis 2030 will die BVVG noch 109.000 Hektar privatisieren.

Weil sie in Thüringen und Sachsen nur noch geringe Flächen hält, soll die zuständige Niederlassung in Dresden Ende 2021 schließen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 28. Januar 2020 | 15:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 28. Januar 2020, 17:52 Uhr

5 Kommentare

Jan vor 8 Wochen

In meinen Augen ist das Privatisieren von kommunalen Flächen ein großer Fehler.
Privapersonen fühlen sich meiner Meinung nach weniger der Gemeinschaft verpflichtet, was nicht gut ist.

kleinerfrontkaempfer vor 8 Wochen

Der Beitritt der DDR zur BRD war noch gar nicht laut ausgesprochen da machten sich DDR-Bürger Gedanken über eine Neugestaltung der Gesellschaft. Im Dezember 1989 sendete der DDR-Fernsehfunk eine Sendung, in der der Unternehmensberater Graf Matuschka aus München die Idee aussprach, das gesamte Volkseigentum/Volksvermögen in einen Fonds zu bringen. Jeder DDr-Bürger sollte dort Anteile haben. Dies wurde nicht weiter verfolgt. Denn im Hintergrund waren ja "Verantwortliche" ohne Plan bestrebt die Vorgaben von woanders durchzusetzen.
Die DDR-Bürger wurden da schon das erste Mal über den Tisch gezogen, enteignet, was sich dann mit diversen Finanzaktionen weiter fortsetzte.

Dreibeiner vor 8 Wochen

Bauer Lindemann hofft dort Öko Land brach liegen zu lassen vllt. paar Obstbäume auf Streuobstwiesen für heimische Insekten, und Imkerei ohne Glyphosat + chem. Keulen