Die Total-Erdölraffinerie in Leuna
Die Leuna-Werke in Sachsen-Anhalt sind flächenmäßig der größte Chemiestandort in Deutschland. Bildrechte: dpa

Tarifverhandlung gestartet Chemie- und Pharmabranche will mehr Geld

Für die mehr als eine halbe Million Beschäftigten der Chemie- und Pharmaindustrie in Deutschland haben am Montag die Tarifverhandlungen begonnen. Es geht nicht nur um mehr Geld, sondern um andere tarifliche Neuerungen.

Die Total-Erdölraffinerie in Leuna
Die Leuna-Werke in Sachsen-Anhalt sind flächenmäßig der größte Chemiestandort in Deutschland. Bildrechte: dpa

Zu Beginn der bundesweiten Tarifverhandlungen für die Chemie- und Pharmabranche sehen beide Seiten noch viel Diskussionsbedarf. Der Verhandlungsführer der Gewerkschaft IG BCE, Ralf Sikorski, sagte, bei der Auslegung der wirtschaftlichen Lage liege man meilenweit auseinander. Der Verhandlungsführer der Arbeitgeber äußerte sich ähnlich. Die Arbeitgeber erwarten für das laufende Jahr einen Umsatzverlust von fünf Prozent.

Was die Gewerkschaft fordert

Der Gewerkschaft geht es nicht nur um ein spürbares Lohnplus für die mehr als eine halbe Million Beschäftigten in beiden Branchen, sondern auch um tarifliche Neuerungen. Zu den Forderungen gehören unter anderem eine Zusatzversicherung für die Pflege, die die Lücken der gesetzlichen Vorsorge schließen soll.

Auch will die Gewerkschaft für die Beschäftigten ein sogenanntes Zukunftskonto von jährlich 1.000 Euro. Die Beschäftigen sollen es auch in freie Tage umwandeln oder für eine längere Auszeit vom Job ansparen können.

Um wie viele Beschäftigte geht es?

Für die Tarifgespräche sind zunächst zwei Tage angesetzt, doch könnten sich die Verhandlungen bis in den November ziehen. Die Chemie-Branche hat nach eigenen Angaben gut 462.000 Mitarbeiter, rund 55.000 davon arbeiten in Ostdeutschland. Die Pharma-Branche zählt bundesweit gut 130.000 Beschäftigte.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 21. Oktober 2019 | 15:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. Oktober 2019, 18:21 Uhr

3 Kommentare

kennemich vor 3 Wochen

Der 2. Absatz stimmt leider.

Dehalb haben wir diese gute Umverteilung in Deutschland.

Und im Osten wird auch noch länger im Jahr gearbeitet und auch fehlt bei vielen das Weihnachtsgeld teilweise oder gar anders.

Peter vor 3 Wochen

Ja, Ja die Gewerkschaften. Bekanntermaßen sind die in einem politischen Spektrum höchst unbeliebt.
Übrigens: Die Arbeitnehmer in der Chemie- und Pharmasparte gehören beim Lohnniveau eher zu den gut bezahlten. Und die Aktionäre: Die haben genauso ein Recht, an den Gewinnen der Unternehmen zu partizipieren. Schließlich haben die zuvor eine Menge Geld in das Unternehmen investiert und damit beigetragen, dass Arbeitsplätze gesichert und neu geschaffen werden.

GerdMueller vor 3 Wochen

Nein, dann steigen die Produktionskosten und die Rente, und zum Schluss müssen dann die Angestellten bis 70zig arbeiten.
Dann lieber weniger, Hauptsache der Profit für Aktionäre stimmt. Lieber Arbeit auch wenn es zum Leben nicht reicht, aber wir haben Arbeit.