Condor-Maschine hebt am Flughafen Düsseldorf ab
"Business as usual" bei Condor. Am Flughafen Düsseldorf hebt eine Maschine des Ferienfliegers wie geplant ab. Bildrechte: dpa

Trotz Thomas Cook-Pleite Ferienflieger Condor fliegt wie geplant weiter

Der Ferienflieger Condor hält seinen Betrieb trotz der Pleite des Mutterkonzerns Thomas Cook aufrecht. Alle Flüge finden wie geplant statt. Über einen Überbrückungskredit hat die Bundesregierung noch nicht entschieden.

Condor-Maschine hebt am Flughafen Düsseldorf ab
"Business as usual" bei Condor. Am Flughafen Düsseldorf hebt eine Maschine des Ferienfliegers wie geplant ab. Bildrechte: dpa

Ungeachtet der Pleite des britischen Reisekonzerns Thomas Cook hält dessen deutsche Unternehmenstochter Condor den Flugbetrieb weiter aufrecht. Alle Flüge würden wie geplant durchgeführt, sagte ein Sprecher des Ferienfliegers am Dienstag. An den Flughäfen würden spezielle Teams alle Fragen der Passagiere beantworten. Gleichzeitig verhandle das Management mit allen Lieferanten und Partnerunternehmen, um sämtliche Condor-Maschinen weiter in der Luft zu halten.

Überbrückungskredit beantragt

Condor hatte wegen der Insolvenz des Mutterkonzerns Thomas Cook einen Überbrückungskredit bei der Bundesregierung beantragt. Dem Vernehmen nach soll es dabei um 200 Millionen Euro gehen. Mit dem Geld sollen Liquiditätsengpässe verhindert werden. Über den Kredit ist bislang aber noch nicht entschieden worden. Die hessische Landesregierung hatte ergänzende Hilfe für die Gesellschaft mit Sitz in Frankfurt in Aussicht gestellt.

Unterstützung von Verbraucherschützern

Der Verbraucherschutz Bundesverband vzbv appellierte an die Bundesregierung, die staatlichen Hilfen zu gewähren. "Die Bundesregierung sollte Condor unterstützen, schon aus Gründen der Gleichbehandlung", sagte vzbv-Vorstand Klaus Müller der Funke Mediengruppe mit Blick auf ein in der Vergangenheit der insolventen Air Berlin gewährtes Darlehen. Zuvor hatten bereits Gewerkschaften von der Bundesregierung eine Unterstützung von Condor gefordert. Der Bund der Steuerzahler lehnt staatliche Beihilfen für den Ferienflieger hingegen ab.

Suche nach Investor

Offen ist auch, ob es einen Investor gibt, der die Fluggesellschaft mit ihren 4.900 Beschäftigten übernehmen könnte. Unter anderem war spekuliert worden, ob die Lufthansa Condor oder zumindest Teile davon kaufen könnte. Bereits im Mai hatte Europas größte Airline ein vorläufiges Kaufgebot für Condor abgegeben. Besonders deren Langstreckengeschäft schien für die Kranich-Airline attraktiv zu sein.

Nach Angaben von Condor schrieb der Ferienflieger - anders als der Mutterkonzern Thomas Cook - in der Vergangenheit schwarze Zahlen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 24. September 2019 | 09:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. September 2019, 10:53 Uhr