Corona-Krise Wirtschaftsexperte: Notpakete der Regierung sind deutliches Signal

Das Institut für Wirtschaftsforschung in Halle lobt die angekündigten Hilfen für die Wirtschaft. Es sei aber wichtig, dass Mittel schnell ankämen. Das ifo-Institut in München rechnet mit Rekord-Kosten durch die Krise.

Olaf Scholz (SPD), Bundesminister der Finanzen, und Peter Altmaier (CDU,r)
Haben umfangreiche Staatshilfen angekündigt: Bundesfinanzminister Olaf Scholz und Wirtschaftsminister Peter Altmaier. Bildrechte: dpa

Der Präsident des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung in Halle, Reint Gropp, hält die Notpakete der Bundesregierung in der Coronavirus-Krise für ein deutliches Signal: "Sie setzt ein deutliches Signal. Wir reden hier von rund 4,5 Prozent zum Bruttosozialprodukt. Das ist schon eine ganze Menge. Das ist ein Wort."

Gropp: Schnell gehen muss es

Herr Gropp im Studio. 3 min
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Fragen an Reint Gropp, Präsident des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung

MDR AKTUELL Mo 23.03.2020 08:17Uhr 03:06 min

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Weiter sagte Gropp MDR AKTUELL, es sei aber wichtig, dass es schnell gehe. Außerdem müsse das Geld natürlich auch bei denen ankommen, die es im Moment bräuchten. Kleine Unternehmen in Deutschland fielen derzeit "durch alle Ritzen" und litten sehr unter der Krise. Die bereitgestellten Beträge müssten zudem ausreichend groß sein, um die nächsten Monate zu überstehen.

Bundesfinanzminister Scholz hatte angekündigt, dass der Haushalt für dieses Jahr zur Bewältigung der Coronavirus-Krise aufgestockt werden soll. Man wolle 150 Milliarden Euro neue Schulden aufnehmen.

ifo-Institut: Krise könnte halbe Billion kosten

Nach Angaben des Münchner Ifo-Instituts könnte die Krise Deutschland mehr als eine halbe Billion Euro und mehr als eine Million Jobs kosten. Ifo-Präsident Clemens Fuest sagte, die Kosten der Krise überstiegen voraussichtlich die aller Wirtschaftskrisen und Naturkatastrophen der letzten Jahrzehnte in Deutschland.

Fuest sagte, die Wirtschaft werde je nach Szenario um gut sieben bis 20 Prozentpunkte schrumpfen. Zu rechnen sei mit Produktionsausfällen von Hunderten Milliarden Euro. Bis zu 1,8 Millionen sozialversicherungspflichtige Jobs könnten abgebaut werden, mehr als sechs Millionen Menschen von Kurzarbeit betroffen sein.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 23. März 2020 | 09:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. März 2020, 09:24 Uhr