Wirtschaftliche Folgen der Virus-Epidemie Corona-Krise trifft Firmen im Osten stärker als im Westen

52 Prozent der Ost-Firmen haben Betrieb eingestellt

Die Corona-Krise trifft die Unternehmen in den neuen Bundesländern stärker als in Westdeutschland und Berlin. Das geht aus einer Sonderauswertung der aktuellen Blitzumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) für das MDR-Magazin "Umschau" hervor.

"Geschlossen" steht auf einem Schild an der Tür eines Restaurants.
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Demnach ist die geschäftliche Tätigkeit bei 52 Prozent der Unternehmen im Osten zum Erliegen gekommen. Im übrigen Bundesgebiet ist der Anteil mit 42 Prozent geringer. Gut die Hälfte der Ostunternehmer meldeten Liquiditätsengpässe (48%) und Stornierungen von Aufträgen (56%). In den anderen Bundesländern ist dies bei weniger als der Hälfte der Befragten der Fall. Über Liquiditätsengpässe klagten 40 Prozent; 46 Prozent gaben an, dass Aufträge storniert wurden.

Ost-Unternehmen pessimistischer als andere

Auch die Aussichten für das laufende Jahr werden von den Unternehmen im Osten schlechter eingeschätzt als im Westen. Eine Halbierung des Umsatzes befürchten hier 40 Prozent. Im Westen sind es nur 25 Prozent. Dort gehen die Unternehmen eher von geringeren Umsatzeinbußen aus. Mit einem Rückgang zwischen 10 und 25 Prozent rechnen ein Viertel der Unternehmer. Im Osten liegt der Anteil bei 15 Prozent.

Methodik der DIHK-Umfrage

Die Umfrage hat vom 24. bis 26. März 2020 stattgefunden. Rund 15.000 Unternehmen haben an der Umfrage teilgenommen. Die Antworten verteilen sich auf Industrie (19%), Baugewerbe (6%), Einzelhandel (12%), Großhandel (7%), Verkehr und Lagerei (4%), Reisewirtschaft (4%), Gastgewerbe (9%), Gesundheitswirtschaft (3%) und sonstige Dienstleistungen (36%). Nach Unternehmensgrößenklasse verteilen sich die Antworten wie folgt: 1-19 Beschäftigte (62%), 20-199 Beschäftigte (29%), 200-499 Beschäftigte (5%), 500-999 Beschäftigte (2%), über 1.000 Beschäftigte (2%).

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Umschau | 07. April 2020 | 20:15 Uhr