Corona-Krise Deutsche Exporte eingebrochen

Die deutschen Exporte sind wegen der Corona-Pandemie im Mai im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast 30 Prozent eingebrochen. Im Vergleich zum April gab es aber einen Anstieg um neun Prozent. Auch die Importe blieben unter dem Niveau des Vorjahres.

Container auf einem Containerbahnhof
Im Vergleich zum April hat Deutschland im Mai zwar etwas mehr exportiert, liegt aber dennoch weit hinter dem Vorjahreszeitraum zurück. Bildrechte: imago images/Sven Simon

Die deutschen Exporte bleiben wegen der Corona-Pandemie weiter deutlich hinter den Vorjahreswerten zurück: Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte, lagen die Ausfuhren um 29,7 Prozent niedriger als im Mai 2019. Demnach lieferten die Unternehmen Waren im Wert von gut 80 Milliarden Euro ins Ausland.

Stärkster Einbruch seit 1990

Im Vergleich zum April allerdings gab es einen kräftigen Anstieg von neun Prozent. Im April waren die Ausfuhren im Vergleich zum März um 24 Prozent – so stark wie noch nie seit August 1990 – eingebrochen.

Die Importe stiegen im Mai um 3,5 Prozent, blieben aber mit 73,2 Milliarden Euro um 21,7 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres.

Wirtschaft steht vor Rezession

Die gesamte Wirtschaft steht 2020 vor einer tiefen Rezession. Die EU-Kommission sagt für Deutschland einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts von 6,3 Prozent voraus und damit den stärksten Einbruch in der Nachkriegszeit.

Die Exporte werden nach Einschätzung des Deutschen Industrie- und Handelskammertags wegen der Virus-Pandemie 2020 um 15 Prozent schrumpfen. Im nächsten Jahr könnten die Ausfuhren laut DIHK womöglich um sieben Prozent steigen – "wenn es richtig gut läuft".

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 09. Juli 2020 | 08:30 Uhr